Aktuelles zum Ampelcheck

29.08.2016
Viel zu viel Zucker - Foodwatch testet Erfrischungsgetränke
Limonaden, Energy Drinks, Saftschorlen, Brausen, Eistees waren laut einer aktuellen Studie von Foodwatch viel zu süß! Im Schnitt enthielten die Getränke etwa 6 Stück Würfelzucker pro Glas (250ml). 274 von insgesamt getesteten 463 Getränken hatten einen Zuckeranteil von mehr als 5% Zucker (4 Zuckerwürfel pro Glas); 171 davon sogar mehr als 8% (7 Zuckerwürfel pro Glas). Das hätte bei einer Ampelkennzeichnung die rote Ampel für Zucker zur Folge gehabt. Nur 6 (1%) aller Getränke enthielten weder Zucker noch Süßstoff! Den wenig schmeichelhaften ersten Platz als zuckerreichstes Getränk der Untersuchung belegte...
... übrigens der Energy Drink Rockstar Punched „Energy + Guava“ von PepsiCo. In einer halben Liter Dose verstecken sich78 g Zucker (26 Zuckerwürfel!). Zum Vergleich: Die WHO-Empfehlung zur täglichen Zuckeraufnahme von 25 g (6 Teelöffel) wird allein mit einer Dose um das Dreifache überschritten. Alle weiteren Informationen zur Untersuchung finden Sie unter: http://www.foodwatch.org/de/informieren/zucker-fett-co/aktuelle-nachrichten/marktstudie-jedes-zweite-erfrischungsgetraenk-ueberzuckert/
07.07.2016
Philadelphia beschließt Zuckersteuer für Softdrinks
Der Stadtrat der US Metropole hat für 2017 eine Zuckersteuer auf Getränke wie etwa Coca Cola, Fanta oder Sprite beschlossen. Pro Liter fallen 50 Cent an. Damit will die Stadt das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung schärfen. 68 Prozent der Erwachsenen und 41 Prozent der Kinder sind in Philadelphia übergewichtig. Zucker- bzw. Fettsteuern sind umstritten, aber ... 
... es gibt nach Einführung durchaus Erfolge zu vermelden. In Mexiko etwa ging der Zucker-Konsum im ersten Jahr nach Einführung der Zucker-Steuer um 11 Prozent zurück. Auch in Großbritannien wird ab April 2018 eine zweistufige Zuckersteuer auf Softdrinks eingeführt. Einige Experten sehen in einer Zuckersteuer ein Instrument, um auch in Deutschland Übergewicht und Folgekrankheiten wie Diabetes besser in den Griff zu bekommen. So erhöht z. B. eine tägliche Dose Cola das Risiko an Diabetes zu erkranken um 20 Prozent. 
10.05.2016
Falsche Gesundheitsversprechen
Die Verbraucherorganisation foodwatch hat über 200 Lebensmittel mit Gesundheitsauslobungen untersucht: Fast 90 Prozent dieser Produkte sind zu fett, zu süß oder zu salzig! Das ist wenig überraschend, denn Werbung für Bonbons mit „extra Vitaminen“ oder Wurst mit „viel Calcium“ auf den Verpackungen sind an der Tagesordnung. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die Verbraucherzentralen schon 2015. Wir meinen: Dieser Etikettenschwindel muss ein Ende haben. Doch jetzt droht neues Ungemach aus Brüssel.
Sogenannte Nährwertprofile, obwohl sie in der europäischen Health Claims Verordnung vorgeschrieben sind, sollen abgeschafft werden, bevor sie überhaupt festgelegt wurden. Sie sollten verhindern, dass „Zuckerbomben und „Fettfallen“ als gesund beworben werden. In einer Resolution fordern  EU-Abgeordnete, Vitaminwerbung auf Junkfood und Zuckerbomben weiterhin zu erlauben und Mindestanforderungen für "Health Claims" ersatzlos zu streichen. Ein handfester Skandal, der offenbar auf massivem Lobbyismus der Lebensmittelindustrie zurückzuführen ist. In Kürze wird die EU-Kommission darüber entscheiden, daher fordern wir mit großer Dringlichkeit: Nährwertprofile sind unverzichtbar, daher dürfen sie nicht abgeschafft werden! Weitere Infos zum Thema bei foodwatch: http://www.foodwatch.org/de/informieren/aktuelle-nachrichten/eu-parlament-will-irrefuehrende-gesundheitswerbung-weiter-erlauben/ und bei  den Verbraucherzentralen:  http://www.vzbv.de/pressemitteilung/naehrwertprofile-sind-unverzichtbar
11.04.2016
Der Trick mit der Portionsgröße
Haben Sie sich auch schon einmal über die vorgegebenen Portionsgrößen auf Lebensmittelverpackungen gewundert? Vorsicht: Die Lebensmittelindustrie trickst häufig dabei. Die Portionsgröße steht auf der Vorderseite der Verpackung und gibt die Kalorienzahl für eine Portion an. Doch die Portionsangabe ist nicht standardisiert, so dass Hersteller häufig eine möglichst kleine Portionsgröße festlegen, um das das Produkt kalorienärmer erscheinen zu lassen. Beispiel Choco Crossies von Nestlé XXL.
Diese Packung enthält vier Portionsbeutelchen mit je 65 Gramm. Auf der Vorderseite werden „103 kcal“ pro Portion gekennzeichnet. Doch diese Kalorienmenge ist nicht wie zu erwarten auf einen Beutel bezogen, sondern willkürlich auf mickrige 20 Gramm. Damit rechnet der Hersteller das Produkt gesund, denn eine Portionstüte von 65 Gramm enthält stattdessen 335kcal! Dadurch würde das Produkt schon eher als „Kalorienbombe“ auffallen. Besonders dreist: Auf den Portionstütchen stehen so Werbesprüche wie „Los, mach mich alle“. Diese Masche der Industrie ist schon lange bekannt, deshalb haben sich die Verbraucherzentralen immer für eine Ampelkennzeichnung eingesetzt, bei der sich die Kalorienangaben standardisiert auf 100 Gramm beziehen. Daneben sollen die Signalfarben rot, gelb und grün anzeigen, ob ein Produkt viel, mittel oder wenig Zucker, Fett etc. enthält. Das hat die Lobby der Lebensmittelindustrie verhindert, weil sie offenbar weiter mit unrealistischen Portionsgrößen tricksen wollten. Übrigens kommen auch Wissenschaftler der Universität Göttingen zu einem ähnlichen Ergebnis: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass kleinere Portionsangaben die Verbraucher, die Nährwertinformationen als Richtlinie nutzen, in die Irre führen können und somit für diese Gruppe eine Gefahr in Bezug auf ihre Ernährungsgewohnheiten darstellen“, so Dr. Elshiewy. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass die kleineren Portionsangaben tendenziell eher bei ungesünderen Produkten auftreten.“ Die vollständige Pressemittelung gibt es unter http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5422  
03.03.2016
Zuviel Salz in Fertiglebensmtteln
In der Woche vom 29.2. bis zum 6.3.2016 findet die „World Salt Awareness Week“ statt, die weltweit auf den hohen Salzgehalt in Lebensmitteln und die gesundheitlichen Folgen eines zu hohen Salzkonsums aufmerksam machen will. Wir haben fünf Beispiele von Fertiglebensmitteln zusammengestellt, in denen viel Salz versteckt ist.
In Deutschland wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen, eine tägliche Salzaufnahme von 6g nicht zu überschreiten. Jedoch liegt die tatsächlich aufgenommene Menge mit durchschnittlich etwa 9g weit darüber. Salz kann zu Bluthochdruck führen und gilt wahrscheinlich als Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs. Deshalb fordern die Verbraucherzentralen eine Ampelkennzeichnung für den Salzgehalt von Fertiglebensmitteln, genauso wie für den Fett- und Zuckergehalt sowie für gesättigte Fettsäuren. Mit den Ampelfarben grün, gelb und rot können Verbraucher auf einen Blick erkennen, ob wenig oder viel Salz in einem Lebensmittel vorhanden ist. Damit entlarven sie auf einen Blick so manche Salzfalle, die sonst unerkannt bleiben würde. Wir haben fünf  Beispiele in unserer Grafik zusammengefasst:  http://www.vzhh.de/ernaehrung/445079/ampelcheck-salzgehalt.aspx
19.02.2016
Deutschland Spitzenreiter bei gezuckerten Softdrinks
Innerhalb Europas  ist Deutschland Spitzenreiter beim Trinken zuckersüßer Getränke. Durchschnittlich fast 100 kcal pro Person am Tag nehmen die Deutschen durch den Konsum zuckerhaltiger Getränke auf. Das ist Platz 1 in Europa und Platz 6 in der Welt.  Die ersten drei Plätze belegen Chile,  gefolgt von Mexiko und den USA. Diese aktuellen Forschungsergebnisse erbrachten zudem Nachweise über die negativen Auswirkungen,
die gezuckerte Getränke auf die Gesundheit haben können und bestätigen den Zusammenhang mit Problemen wie Gewichtszunahme und Diabetes. Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studien: Der Konsum gezuckerter Getränke scheint in den Ländern zu sinken, in denen Steuern eingeführt wurden – einschließlich Mexiko, Frankreich, Finnland und Ungarn. Zielführend wäre auch sicherlich eine Ampelkennzeichnung für zuckrige  Getränke, denn  fast alle Softdrinks würden eine rote Ampel für hohe Zuckergehalt erhalten. Das hat aber die Getränkeindustrie mit Coca Cola vorne dran leider durch massive Lobbypolitik in Europa verhindert. Weitere Informationen zu den Studien finden Sie hier: http://www.food-monitor.de/2016/02/deutschland-staerkster-konsument-von-gezuckerten-getraenken-in-europa/
27.01.2016
Industrie verharmlost Zuckerkonsum
Zu hoher Zuckerkonsum und Übergewicht gelten als Auslöser verschiedener Krankheiten wie Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Doch die Zuckerlobby setzt alles daran, den Verdacht zu entkräften, dass Zucker krank machen kann. Sie verharmlost die Risiken eines zu hohen Zuckerkonsums. Darüber hinaus gibt die Industrie Milliarden für Marketing aus. Ein lesenswerter Artikel dazu gab es vor kurzem in der Süddeutsche Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ernaehrung-wie-die-industrie-die-zucker-gefahr-verharmlost-1.2812904
21.12.2015
Almased: Diätversprechen abgespeckt
Bei Almased wird viel versprochen, aber nur wenig gehalten. Doch damit ist wohl bald Schluss. Nach dem Landgericht Lüneburg hat jetzt auch das Oberlandesgericht in Celle entschieden, dass das Unternehmen auf viele Werbeaussagen und Anpreisungen verzichten muss, weil sie unzulässig sind. Diese Urteile hat die Verbraucherzentrale Sachsen erstritten.
Auf der Internetseite des wohl bekanntesten Schlankheitsmittels wimmelt es nur so von Berichten über Abnehmerfolge mit Almased, wie beispielsweise „In wenigen Monaten von 75 auf 60 Kilo“. Die Produktverpackung deklariert „aktiviert den Stoffwechsel“ oder „reguliert nachweislich den Blutzuckerspiegel“.In einer bekannten Fachzeitschrift heißt es in einer Anzeigenwerbung des Unternehmens, dass Almased sogar auch schmerzlindernd sein könne und bei Rheuma, Osteoporose und Diabetes unterstützend helfen würde. Doch all diese Aussagen und Anpreisungen sind nach den Urteilen der beiden Gerichte unzulässig, teilweise irreführend und damit gesetzeswidrig. Dass man mit Almased – zumindest kurzfristig – abnehmen kann, bestreiten wir nicht. Andere Schlankheitsmittel hingegen sind oft gänzlich unwirksam – im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich. Der Markt ist unüberschaubar, denn jeden Tag werden neue Wundermittel über Werbebriefe, Zeitschriftenannoncen und Internet angeboten. Weitere Infos zum Thema erhalten Sie bei der Verbraucherzentrale Hamburg: „Schlankheitsmittel: Was ist dran an Pulvern und Pillen?“
17.11.2015
Zuckerfalle Latte Macchiato von Tassimo!
Kaffeekapseln werden immer beliebter, obwohl sie riesige Müllberge aus Kunststoff und Aluminium nach Gebrauch hinterlassen. Das gilt vor allem für Systeme, die sogar zwei Kapseln - eine für die Milchkomponente und die andere für den Kaffee - pro Getränk benötigen. Ein Beispiel ist Tassimo Latte macchiato des Kaffeekonzerns Jacobs Douwe Egberts. Der größte Aufreger ist aber die Rezepturänderung, die vor kurzem durchgeführt wurde.
Statt echter Milch ist nur noch Mogelmilch enthalten und der Zuckergehalt wurde stattdessen auf fast drei Zuckerwürfel erhöht: 7,3 g(!) in einer Tasse, das sind 70 % mehr als vor einigen Jahren in der gleichen Sorte drin war. Was man unter Mogelmilch versteht, können Sie bei der Verbraucherzentrale Hamburg nachlesen.
05.10.2015
Bolivien verbietet Salzstreuer in Restaurants
Die bolivianische Regierung will den Salzkonsum in dem Land reduzieren und ergreift dafür eine sehr strike Maßnahme: Restaurants dürfen nun keine Salzstreuer mehr auf die Tische stellen und in den Speisekarten muss der Salz- und Zuckergehalt der Speisen aufgeführt werden. Mit diesen Maßnahmen soll in erster Linie dem Problem des Bluthochdrucks bei immer mehr Bolivianern gegengesteuert werden. 
Nach Angaben der bolivianischen Regierung leidet inzwischen ein Drittel der Bolivianer unter Bluthochdruck, der vor allem von übermäßigem Salzkonsum verursacht wird. Und die Dunkelziffer ist noch höher: Bei 30 Prozent der Patienten bleibt der Befund wegen fehlender Kontrolluntersuchungen unentdeckt. Die Bolivianer nehmen im Durchschnitt täglich sieben Gramm Salz zu sich, was deutlich über dem von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation empfohlenen Höchstwert von fünf Gramm pro Tag liegt.
Auch die Regierungen in Mexiko und Uruguay haben mit ähnlichen Maßnahmen versucht, den zu hohen Salzkonsum ihrer Bevölkerungen zu reduzieren. Ergebnisse über diese Maßnahmen liegen allerdings noch nicht vor.
Mehr zu diesem Thema können Sie hier nachlesen.
11.08.2015
Wissenschaft vs. Lobbyisten
Zu viel Zucker kann krank machen. Das sollte am besten nicht so bekannt werden, damit z. B. der Verkauf von süßen Limonaden oder Colagetränken nicht zurück geht. Ein Mittel zur Beeinflussung der öffentlichen Meinungsbildung ist beispielsweise die Medizinforschung.
Ein konkretes Beispiel: Die Forschung beim Zusammenhang für den Konsum von zuckerhaltigen Getränken und der Entstehung von Übergewicht und den Folgeerkrankungen. Bis heute gibt es erdrückende Beweise und eine immer wieder bestätigte Evidenz dafür, dass ein hoher Konsum von Limonaden schon bei jungen Leuten Übergewicht verursacht. Trotzdem haben Softdrink-Hersteller finanzielle Mittel für weitere Forschung zur Verfügung gestellt, um diese handfesten Ergebnisse zu widerlegen. Herausgekommen sind gegenteilige Erkenntnisse, die zwar aufgrund methodischer Mängel nicht haltbar sind, aber trotzdem nicht die Wirkung verfehlen und die Meinungsbildung zu diesem Thema zugunsten der Zuckerindustrie beeinflussen können.
Somit werden die Grundsteine dafür gelegt, um Journalisten, Ernährungsberater oder Ärzte zu beeinflussen, weil diese den vermeintlich wissenschaftlich fundierten Ergebnissen Glauben schenken. Diese dienen auch dazu, Politiker "zu unterstützen", damit diese Entscheidungen im Sinne der Industrie fällen. Ein prominentes Erfolgsbeispiel dieser Methode ist die Verhinderung der Lebensmittelampel, die von der EU im Jahr 2011 abgelehnt wurde. Dies geschah, obwohl zwei Drittel der deutschen Bevölkerung für die Ampel waren und die deutschen Kinder- und Jugendärzte, zahlreiche Verbraucherorganisationen, Krankenkassen und viele Fachverbände die Ablehnung der Ampel vielfach und nachhaltig kritisiert haben.
Wann hat man in Deutschland den Mut zum Ausscheren und folgt dem englischen Beispiel der Ampelkennzeichnung?
Mehr zu diesem Thema können Sie hier nachlesen.

04.05.2015
Lebensmittelampel verstärkt Selbstkontrolle
Hilft die Lebensmittelampel den Verbrauchern dabei, sich beim Einkauf für eine gesündere Ernährungsweise zu entscheiden? Dieser Frage gingen Wissenschaftler des CENs in einer aktuellen Studie nach.
Insgesamt 35 erwachsene Probanden nahmen an der Untersuchung am Life&Brain Center in Bonn teil. Im Hirnscanner wurden die Nährstoffangaben zu 100 Produkten eingeblendet – von der Schokolade über Joghurt bis hin zu Fertiggerichten. Die Teilnehmer bekamen diese Informationen entweder über herkömmliche Nährwertkennzeichnungen mit Gramm- und Prozentzahlen pro Portion, oder über die Ampelkennzeichnung zu sehen. Anschließend mussten sie angeben, wie viel sie für das jeweilige Produkt zu zahlen bereit sind.
Die Teilnehmer boten deutlich mehr Geld für das gleiche Produkt, wenn die Ampelauszeichnung „grün“ war, als wenn die herkömmliche Darstellung der Nährstoffwerte aufschien. Sprang die Ampel dagegen auf „Rot“, sank die Kaufbereitschaft stärker als bei den konventionellen Angaben. „Die Ampelauszeichnung wirkt also wie ein Verstärker: Die Gesundheitsrelevanz der Inhaltsstoffe wird stärker bei der Kaufentscheidung berücksichtigt als bei reinen Auflistungen“, sagt Erstautorin Laura Enax vom CENs.
„Die Ampelauszeichnung scheint die Untersuchungsteilnehmer dazu zu befähigen, ungesunden Lebensmitteln besser zu widerstehen im Vergleich zu den herkömmlichen Angaben über Gramm- und Prozentwerte der jeweiligen Inhaltsstoffe. Wahrscheinlich sorgt sie dafür, implizit stärker die Gesundheitsaspekte in seiner Entscheidung zu berücksichtigen“, fasst Prof. Weber das Ergebnis zusammen.
Hier können Sie die Pressemitteilung der Universität Bonn einsehen.
07.04.2015
Almased-Gewichtige Versprechen untersagt
Das Landgericht Lüneburg hat die Firma Almased Wellness GmbH aus Bienenbüttel dazu verurteilt, Werbung mit konkreten Angaben über Dauer und Ausmaß einer Gewichtsreduktion für ihr Diätprodukt zu unterlassen. Damit bestätigt das Urteil die Rechtsauffassung der Verbraucherzentrale Sachsen. Bei einem zusätzlichen und eventuell unregelmäßigen Verzehr weiterer Lebensmittel darf Werbung für ein Diätprodukt auch keinen sicheren Erfolg suggerieren. Nur die Möglichkeit einer Gewichtsreduzierung darf aufzeigt werden, so die Rechtsauffassung der Verbraucherzentrale Sachsen.
Zusätzlich wurde die Firma verurteilt, Anpreisungen für ihr Produkt, die Linderung oder Besserung von Erkrankungen wie Osteoporose, Rheuma oder Diabetes versprechen, zu unterlassen. Denn Lebensmittel dienen ihrer Bestimmung nach der Ernährung und nicht zur Behandlung von Krankheiten.  Auch darf auf den Produkteverpackungen nicht mehr mit den unzulässigen Angaben „aktiviert den Stoffwechsel“ und/oder „reguliert nachweislich den Blutzuckerspiegel“ geworben werden.
Dem beklagten Unternehmen wurde vom Gericht eine Aufbrauchfrist bis zum 31. August 2015 gewährt.  Die Entscheidung ist aber noch nicht rechtskräftig. Das Unternehmen kann innerhalb eines Monats Berufung einlegen.
Es zeigt sich: einige Schlankheitsmittel versprechen zu viel. Statt sich auf Diätprodukte zu verlassen können Sie lieber die Lebensmittel ampeln und Zuckerbomben und Fettfallen enttarnen. Das kann dauerhaft Kalorien reduzieren.
Hier finden Sie die dazugehörige Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen.
11.03.2015
Zuckerschock
Die WHO hat Anfang des Monats neue Verzehrsempfehlungen für Zucker veröffentlicht. Dies verschreckt die Lebensmittelhersteller, aber viele Verbraucherorganisationen begrüßen diesen wichtigen Schritt. Prinzipiell hält die WHO an ihrem Leitwert fest, nicht mehr als 10 % der Gesamtenergiezufuhr, also 50 Gramm Zucker pro Tag, in Form von Zucker zu sich zu nehmen. Neu ist jedoch die Empfehlung, die Zuckeraufnahme auf die Hälfte zu reduzieren. Dies würden in etwa sechs Teelöffel Zucker entsprechen.
Nach Auffassung des Branchenverbands BLL gibt es für diese neue Empfehlung keine wissenschaftliche Begründung. WHO-Experten halten jedoch dagegen, dass durch die Reduzierung der Zuckeraufnahme das Risiko für Übergewicht und Karies sinkt. Auch die Europäische Verbraucherorganisation BEUC begrüßt diese neue Verzehrsempfehlung und spricht sich sogar dafür aus, diese unverbindliche Empfehlung in eine verbindliche Leitlinie festzulegen.
Es wäre jedenfalls schon ein großer Schritt, wenn der tatsächlich Zuckerkonsum zwischen 5 und 10% der Gesamtenergiezufuhr liegen würde. Dafür müssen aber vor allem politische Entscheidungsträger und die Industrie diese Aufforderungen ernst nehmen, um die Realität der Empfehlung anzunähern.

Pressemitteilung der WHO
02.02.2015
Die große Lüge - Lebensmittel mit Gesundheitsversprechen
Gesundheitsversprechen auf Lebensmittelpackungen, sogenannte „Health Claims“, halten meist nicht das, was sie versprechen. Das ergab der aktuelle Marktcheck der Verbraucherzentralen, bei dem 46 Lebensmittel unter die Lupe genommen wurden, denen durch Zugabe von bestimmten Inhaltsstoffen wie Vitamine oder Mineralien ein gesundes Image verpasst werden soll. Kinderlebensmittel schneiden besonders schlecht ab: 75 Prozent tragen aus unserer Sicht übertriebene oder falsche Gesundheitsversprechen auf dem Etikett.
Obwohl die Europäische Union strenge Vorgaben für Gesundheitswerbung auf Lebensmitteln macht und europaweit nur etwa 250 Claims erlaubt sind, nutzen viele Hersteller Schlupflöcher in der Health Claims-Verordnung. Auch die rechtlichen Vorgaben werden häufig nicht beachtet. Wir wollen, dass Firmen ihre Verantwortung ernst nehmen und bestehende Verordnungen einhalten. Die Lebensmittelüberwachung sollte Verstößen konsequenter begegnen.
Die fünf häufigsten Auffälligkeiten:
  • nicht zugelassen, trotzdem auf dem Etikett
  • erlaubter Wortlaut stark verändert
  • Zucker- und Fettbomben mit Gesundheitsversprechen
  • kein Vitamin C-Mangel in Deutschland
  • fehlende Claims bei Pflanzenstoffen

Zum ausführlichen Bericht und Marktcheck geht es hier.

10.12.2014
Neu auf der Menükarte: Kalorienangaben
Verbraucher in den USA müssen nicht länger darüber spekulieren, wieviel Kalorien die angebotenen Menüs enthalten, die sie außer Haus verzehren. Ein neues Gesetz schreibt vor, dass zukünftig auch in Restaurants, Lebensmittelgeschäften, Theatern, Freizeitparks und an Verkaufsautomaten die Speisen und Lebensmittel mit Nährwerten gekennzeichnet werden müssen.
Dieses Gesetz wird schrittweise im nächsten und übernächsten Jahr in Kraft treten. Da die Verbraucher immer mehr und öfter außer Haus essen, wird diese Information also immer bedeutender. Auch der Trend in Deutschland und Europa geht immer weiter dahin, weniger zu Hause zu essen und mehr und mehr Restaurants, Schnellimbisse etc. anzusteuern. Darum sollte auch bei uns das amerikanische Modell der Nährwertkennzeichnung Schule machen.
02.10.2014
Zukünftig Coca Cola-Produkte in UK mit Ampel
Der Hersteller Coca Cola will ab Mitte nächsten Jahres Flaschen und Dosen der gesamten Softdrink-Sortiments ampeln.  Dies umfasst insgesamt 23 Marken, wie z. B. Fanta, Sprite, und Dr. Pepper.
Zunächst hatte der Hersteller die farbliche Nährwertkennzeichnung zwar abgelehnt. Seit Einführung der freiwilligen Ampelkennzeichnung in Großbritannien hat Coca Cola die Supermarktkunden befragt und folgendes erfahren: 
Die Kunden wünschen eine einheitliche und  verständliche Nährwertkennzeichnung für alle Lebensmittel und Getränke, um für sich und ihre Familien eine richtige Auswahl treffen zu können. Daher habe sich der Konzern Coca Cola entschieden dem Trend zu folgen und das gesamte Softdrink-Sortiment ab der ersten Jahreshälfte 2015 mit der Ampelkennzeichnung zu versehen. Ein weiterer Erfolg für die Verbraucher. Doch was in Großbritannien funktioniert, solle auch auf die gesamte EU überschwappen. Wann sehen wir also die erste Coca Cola mit Ampelkennzeichnung auch in deutschen Supermärkten?  
11.09.2014
Diese Nuss ist geknackt!
Verbraucherzentrale erzielt Erfolg und verbraucherfreundlichere Kennzeichnung
Wenn ein Frischkäse 8 % Walnusszubereitung enthält und in dieser wiederum 22% Walnüsse, dann müssen selbst angemessen aufmerksame Verbraucher erst mal rechnen. „Auf die Abbildung der zahlreichen Walnüsse auf der Verpackung sollten Verbraucherinnen und Verbraucher bei diesem Produkt jedenfalls nicht vertrauen“, rät Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen. Nach ihrer Rechnung sind im betroffenen Frischkäse Miree Walnuss des Herstellers Karwendel Werke aus Buchloe nämlich nur 1,76 % Walnüsse enthalten. Für Walnussliebhaber sicherlich eine ziemliche Überraschung aber eben auch Enttäuschung.
Wer mit Walnuss als Wort und Abbildung auf einer Frischkäseverpackung wirbt, muss auch den Walnussanteil bezogen auf das Gesamtprodukt kennzeichnen. Denn nur so ist es Verbraucherinnen und Verbrauchern möglich, die Qualität des Produktes besser beurteilen oder mit ähnlichen Produkten vergleichen zu können. Die Verbraucherzentrale Sachsen hat den Hersteller des Produktes, die Karwendel Werke aus Buchloe, im Juni 2014 aufgefordert, eine derartig täuschende Kennzeichnung zu unterlassen. Diese hat sich nun dazu verpflichtet, den Walnussanteil am Gesamtprodukt ab dem 1. November 2014 auf der Verpackung anzugeben. Immerhin müssen Verbraucher dann nicht mehr rechnen. „Noch besser wäre allerdings mehr Walnuss oder weniger Walnussabbildung gewesen“, resümiert Wiesemann.  

Verbraucherinnen und Verbraucher mit ähnlichen Erfahrungen oder Feststellungen können sich über das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderte Internetportal der Verbraucherzentralen www.lebensmittelklarheit.de direkt beschweren, wenn sie sich durch die Werbung für Lebensmittel bzw. deren Kennzeichnung getäuscht sehen.
03.03.2014
USA verbessert Nährwertkennzeichnung
Die USA werden die Nährwertangaben auf ihren Lebensmittelpackungen stark überarbeiten, um Übergewicht und Fettleibigkeit in ihrem Land zu bekämpfen. Der Vorstoß der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA hin zu mehr Transparenz und Verständlichkeit ist vorbildlich und wir befürworten vor allem:

die prominent platzierte Anzahl der Portionen pro Packung und die an die   tatsächlichen Essgewohnheiten angepassten Portionsgrößen,

die groß und fett herausgestellte Angabe der Kalorienzahl pro Portionsgröße und

die extra deklarierte Menge an zugesetztem Zucker.
Mit der grundlegenden Überarbeitung der Inhalte und des Layouts machen die Amerikaner einen Schritt in die richtige Richtung, dessen prominenteste Fürsprecherin wohl Michelle Obama ist.
Laut Untersuchungen nutzt mehr als die Hälfte der Amerikaner die sogenannten Nutrition Facts, um zu entschlüsseln, was das Produkt ihrer Wahl eigentlich beinhaltet und ob es gesund oder eher ungesund ist. Der Infokasten, der vor 20 Jahren eingeführt wurde und auf rund 700.000 Lebensmittelpackungen prangt, ist also von großer Bedeutung für viele US-Bürger. Dank der schwarzen Schrift auf weißem Hintergrund sind die Angaben – anders als viele Nährwertkennzeichnungen in Deutschland – richtig gut lesbar.
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und in dem Artikel des Wall Street Journals.
21.02.2014
Nährwertampelcheck in Großbritannien
Wie wir schon im letzten Jahr berichtet haben, wurde in Großbritannien die freiwillige einheitliche Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln eingeführt - und Schwergewichte aus Industrie und Handel  wie PepsiCo UK, Mars UK und Nestlé sind dabei.
Britische Bürger haben es nun auf jeden Fall einfacher, beim täglichen Lebensmitteleinkauf gesunde Entscheidungen zu treffen. Das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Übergewicht und Fettleibigkeit.
In der unten aufgeführten Liste haben wir für Sie einige Produktbeispiele aus dem Supermarkt augeführt.
Allerdings gelten für das Ampelmedel in Großbritannien nun andere Farb- Umschlagswerte für Zucker: leider ist der Grenzwert von 12,5 g Zucker für eine rote Ampel auf 22,5 g pro 100g Zucker erhöht worden. Es zählt jetzt nicht mehr nur der zugesetzte Zucker bei einer roten Ampel, sondern der Gesamtzuckergehalt. Nachteil dieses neuen Grenzwerts: Ca. 15 % der Produkte werden nach ersten Ergebnissen objektiv günstiger bewertet.
Dass die große Mehrheit des Einzelhandels und eine Reihe von Produzenten nun gemeinsam am Ampelsystem teilnehmen, zeigt, dass die Weigerung, in Deutschland eine verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung einzuführen, nicht länger akzeptabel ist.
24.01.2014
Schadstoff Zucker
Alle lieben Süßes. Morgens Zucker im Kaffee, nachmittags Kuchen. Jeder Deutsche isst 33 Stückchen Würfelzucker oder knapp 100 Gramm im Schnitt pro Tag. Dass sich aber der größte Teil der Tagesration – 83 Prozent – in verarbeiteten Produkten verbirgt, wissen die wenigsten. Zucker steckt nicht nur in Süßigkeiten und Softdrinks, sondern auch in unverdächtigen Lebensmitteln wie Joghurt, Krautsalat und Brot.
Vor allem dieser unbewusste Zuckerkonsum sei schädlich, warnen Wissenschaftler. Nach aktuellen Angaben des Overseas Development Institute (ODI) ist jeder dritte Erwachsene auf der Welt zu dick, in Deutschland ist es sogar jeder zweite. Zucker gilt dabei neben Fett als größter Dickmacher. Wissenschaftler finden immer mehr Hinweise, dass zu viel Zucker nicht nur dick, sondern ernsthaft krank macht: Fettsucht, Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Krebs und sogar Alzheimer werden damit in Verbindung gebracht.
Trotzdem ist Zucker immer häufiger in verarbeiteten Lebensmitteln zu finden: meist in billigeren Varianten, wie Maltodextrin, Glucose-Fructose-Gemische und anderen Zuckerarten sind. Die Verbraucher haben kaum eine Wahl, ihm aus dem Weg zu gehen. "Und die Lebensmittelindustrie hat keine Anreize, das zu ändern, weil sie gut damit verdient“ sagt der Wissenschaftler Professor Robert Lustig von der University of California in San Francisco.
Damit Sie herausfinden können, hinter welchen Zutaten sich Zucker verbirgt, hat die Verbraucherzentrale eine App entwickelt, mit der Sie sich direkt vor dem Supermarktregal informieren können.
Dem übermäßigen Konsum an zugesetztem Zucker will die WHO nun den Kampf ansagen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung plant sie, die maximal empfohlene Menge für die tägliche Zuckerration um mindestens die Hälfte zu senken. Der Richtwert für Zucker soll nicht mehr wie bisher bei maximal zehn, sondern bei fünf Prozent der täglichen Kalorienmenge liegen.
Um so mehr wäre es nun wichtig, den hohen Zuckergehalt auf den ersten Blick zu verdeutlichen, etwa über die Ampelkennzeichnung auf Verpackungen.

Hier finden Sie den gesamten Artikel aus der Süddeutschen Zeitung.
07.11.2013
Zu viele Übergewichtige: Strafsteuer auf Fast Food
Mexiko greift zu drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das im Land grassierende Übergewicht: Auf Lebensmittel mit besonders hohem Kalorienanteil wird eine Strafsteuer erhoben. Die Epidemie sei eine Bedrohung für die Zukunft des Landes, warnen Experten. Denn 70 Prozent der Erwachsenen und 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind nach Uno-Angaben in dem nordamerikanischen Land zu schwer, jeder zehnte erwachsene Mexikaner ist Diabetiker.
Prozentual sind damit in Mexiko noch mehr Menschen übergewichtig als in den USA. Jetzt will der mexikanische Staat mit einer Strafsteuer auf Fast Food und Softdrinks das Übergewicht bekämpfen. Ab mehr als 275 Kilokalorien pro 100 Gramm wird die Steuer in Höhe von acht Prozent erhoben. Im Gegenzug sollen Lebensmittel mit einer niedrigen Energiedichte und hohem Ballaststoffanteil ein Qualitätssiegel erhalten.
Zudem kündigte Mexikos Präsident Peña Nieto eine Reihe von Gegenmaßnahmen wie Erziehungsinitiativen, neue Etikettierungsvorschriften und Sportprogramme an.
Nun ist abzuwarten, wie die Lebensmittelhersteller reagieren. Eine sinnvolle Maßnahme wäre unter anderem eine Rezepturänderung mit weniger Dickmachern wie Fett und Zucker.
Hier finden Sie mehr zu dem Thema.
16.09.2013
„Lebensmittel-Lügen“: die Tricks der Food-Branche durchschauen
Der neue Ratgeber der Verbraucherzentralen kürt die „Top Ten“ der gängigen Verbrauchertäuschungen und gibt Tipps, wie man die Tricks erkennt und sich dagegen wehrt. Impulsgeber für den Ratgeber ist das Onlineportal www.lebensmittelklarheit.de.
Verbraucher wollen über die Beschaffenheit ihrer Lebensmittel nicht getäuscht werden. Doch ein Großteil der Konsumenten misstraut der Lebensmittelbranche: Dafür sorgen verwirrende Kennzeichnungen und Produktaufmachungen, Gesetzeslücken und Werbetricks.
Der Ratgeber „Lebensmittel-Lügen – Wie die Food-Branche trickst und tarnt“
macht Probleme sichtbar, die Verbraucher mit Kennzeichnungsfallen und Werbelügen bei Lebensmitteln haben, und benennt deren Ursachen.
Gleichzeitig warnen sie vor schleierhaften Formulierungen, Werbeslogans oder Produktaufmachungen, die vor dem Kauf überprüft werden sollten. Hierzu gehören Nährwert- und Gesundheitsversprechen wie „leicht“, „Extraportion Milch“, „ohne Zuckerzusatz“, „ für starke Knochen“ oder der (oftmals sehr dezente) Hinweis „Serviervorschlag“. Letzterer ermöglicht es, alle erdenklichen Zutaten abzubilden, die gar nicht im Produkt vorkommen.
Den Ratgeber "Lebensmittel-Lügen – Wie die Foodbranche trickst und tarnt" gibt es in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen.
15.08.2013
Versteckspiel mit Zucker
Die Angaben zu Zucker und Süßmachern auf Produktverpackungen verwirren Verbraucher oft mehr, als dass sie informieren. Zu dem Schluss kommt ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen zur Kennzeichnung süßender Substanzen in verarbeiteten Lebensmitteln.
Die Verbraucherzentralen prüften insgesamt 276 Produkte. Fast alle davon enthielten Zucker, darunter auch solche, in denen Verbraucher nicht mit süßenden Zutaten rechnen – wie Soßenbinder und Fleischsalat. Auch die Vielfalt anderer Süßmacher ist groß: Neben Zucker wurden 70 weitere Bezeichnungen für süßende und zum Zuckergehalt beitragende Zutaten gefunden.
So werden in der Zutatenliste viele Stoffe mit hohem Zuckergehalt wie etwa Glukosesirup oder Süßmolkepulver nicht als Zucker aufgeführt. Die Folge: Die Vielfalt der verwendeten Süßmacher vertreibt Zucker von der Spitzenposition der Zutatenliste – dem Verbraucher wird auf den ersten Blick ein geringerer Zuckergehalt suggeriert. Nährwerttabellen dagegen, die auf einigen Produkten abgedruckt, aber erst ab 2016 verpflichtend sind, weisen einen höheren Zuckergehalt aus, da sie eine umfassendere Zuckerdefinition zugrunde legen. Dieses Verwirrspiel widerspreche der Forderung nach mehr Transparenz auf Lebensmitteln und führe Verbraucher in die Irre, so der vzbv.
Das Zutatenverzeichnis allein reicht aus Sicht des vzbv nicht als Informationsquelle über den Zuckergehalt aus. „Wir benötigen schnellstmöglich Nährwertangaben, die für Hersteller verbindlich und für Verbraucher verständlich sind. Die Nährwertampel kann das leisten, “ so Gerd Billen.

Hier geht es zu den Ergebnissen des Marktchecks.
08.08.2013
Wie sehen 200 Kalorien aus?
Einige Lebensmittel haben deutlich mehr Kalorien als andere. Aber wie sieht dieser Unterschied genau aus? Dieser Frage sind Wissenschaftler, Journalisten und Schriftsteller der wiseGEEK nachgegangen. Herausgekommen ist eine Fotosammlung von diversen Produkten - von Äpfeln über Frühstücksflocken bis zum gebratenen Speck - die alle in der Portionsgröße von 200 Kalorien dargestellt werden. Hier können eindrucksvoll Vergleiche gezogen werden, z. B. wie reichlich gefüllt der Teller mit süßer Honigmelone ist im Gegensatz zum Teller mit einem halben Blaubeer-Muffin oder einem kleinen Schokoriegel.
Die Portionsgröße 200 Kalorien wurden deshalb gewählt, um nachvollziehbare Mengen der Lebensmittel darzustellen.
Einfach die Fotos auf der Internetseite der wiseGEEK anklicken, damit Sie eine Vollbild-Darstellung der Portionsteller erhalten.
22.07.2013
Diabetes stoppen!
Jeder zweite Erwachsene und 1,7 Millionen Kinder in Deutschland sind zu dick und in Gefahr, zuckerkrank zu werden, kritisieren Diabetesverbände. Mit einer neuen Kampagne erhöhen sie jetzt den Druck auf die Politik. Ihr Ziel: Ein Nationaler Diabetesplan.Zudem fordern die Verbände von der nächsten Regierung eine Steuer auf Fett und Zucker, täglichen Schulsport, eine verständliche Nährwertkennzeichnung und ein Werbeverbot für übergewichtsfördernde Lebensmittel.
Der Vorstandsvorsitzende der Diabetes-Hilfe, Professor Thomas Danne stellte die Kampagne "Diabetes stoppen - jetzt!" der Deutschen Diabetes Gesellschaft und des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe vor. Ziel der Informationsoffensive sei es, die nächste Regierung zum Aufbau einer Nationalen Diabetes-Strategie zu bewegen. Dazu solle auch der Ausbau der Versorgungsforschung mit dem Aufbau eines Diabetesregisters und die Stärkung der Selbsthilfe mit Stimmrecht im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) zählen.
Mehr zur Kampagne finden Sie hier.
Zusätzlich steht Ihnen nun ein Socialspot auf YouTube zur Verfügung.

03.07.2013
Bio-Apfelsaft: keine rote Ampel!
Leider gibt es immer wieder falsche Informationen zur Ampel. Neustes Beispiel: Bio- Apfelsaft soll angeblich eine rote Zuckerampel bekommen. Doch Apfelsaft ist kein zusammengesetztes Produkt, daher wird eigentlich gar keine Ampelkennzeichnung gefordert. Außerdem wäre die Ampel immer gelb, weil der Saft ausschließlich fruchteigenen Zucker enthält und diesem kein weiterer Zucker zugesetzt wird.
Eine rote Ampel würde es theoretisch erst ab 6,25 Gramm zugesetzten Zucker pro 100 ml Saft geben. Selbst nach den neusten Ampelberechnungen aus England wäre die Ampel für den Apfelsaft gelb, weil dieser in 100 ml nicht mehr als insgesamt 11,25 Gramm Zucker enthält; egal ob fruchteigener oder zugesetzter Zucker. Das ist auch berechtigt, denn unverdünnte Fruchtsäfte liefern aufgrund des natürlichen Fruchtzuckergehalts viele Kalorien. Daher sollten Fruchtsäfte nur in Maßen genossen werden, das heißt: die gelbe Ampel ist berechtigt.
26.06.2013
Nährwertampel in Großbritannien: Mogelpackung mit hohem Zuckerwert?
Großbritannien macht es vor: Heute wurde dort die freiwillige einheitliche Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln eingeführt - und Schwergewichte aus Industrie und Handel sind dabei.
„Die gemeinsame Initiative von Regierung, Handel und Herstellern in Großbritannien ist ein Durchbruch. Deutschland muss diesem Beispiel folgen“, sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).
Doch dieser Erfolg wurde durch andere Farb- Umschlagswerte für Zucker erkauft: leider ist der Grenzwert von 12,5 g Zucker für eine rote Ampel auf 22,5 g pro 100g Zucker erhöht worden. Es zählt jetzt nicht mehr nur der zugesetzte Zucker bei einer roten Ampel, sondern der Gesamtzuckergehalt. Die Verbraucherzentrale untersucht zur Zeit die Auswirkung auf die Ampelfarbe bei unterschiedlichen Produkten. Nur beim Fett wurde es ein wenig strenger (rot ab 17 g statt erst ab 20 g Fett pro 100g).
Britische Bürger haben es auf jeden Fall einfacher, beim täglichen Lebensmitteleinkauf gesunde Entscheidungen zu treffen. Das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Übergewicht und Fettleibigkeit.
Die Verbraucherzentralen fordern seit Jahren eine Ampellösung für Deutschland. Doch Handel und Lebensmittelhersteller wehren sich gegen eine einheitliche Kennzeichnung nach Farben auf der Produktvorderseite. Dass die überwältigende Mehrheit des Einzelhandels und eine Reihe von Produzenten wie PepsiCo UK, Mars UK und Nestlé nun gemeinsam am Ampelsystem teilnehmen, zeigt, dass die Weigerung, in Deutschland eine verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung einzuführen, nicht länger akzeptabel ist.
Mehr zum Thema finden Sie hier.

Dies ist die Pressemitteilung des Europäischen Verbraucherverbands BEUC:
13.05.2013
Salzige Pizzen-wir sehen rot
Vom Brot über Käse und Wurst bis zu Fertiggerichten – was an Speisen von morgens bis abends auf den Tisch kommt, ist häufig zu stark gesalzen.
Beispiel Tiefkühlpizza: Konsumenten nehmen mit bis zu acht Gramm deutlich mehr als die maximal empfohlene Tagesmenge (6 Gramm) an Salz zu sich. Pizza Salami oder Pizza Speziale mit Salami, Schinken und Champignons enthalten tendenziell mehr an umstrittener Würze als vegetarische Varianten.
Beim Kauf empfiehlt sich daher dringend der Griff nach salzärmeren Produkten – und dabei helfen folgende Hinweise:
Problem – Natrium statt Salz auf der Packung: Der Salzgehalt ist auf vielen Verpackungen nicht so leicht zu erkennen. Denn oft ist nur der Natriumwert angegeben, der erst in den Salzgehalt umgerechnet werden muss: Natriumangabe in Gramm multipliziert mit dem Faktor 2,54 ergibt die exakte Kochsalzmenge eines Produkts. Ein Ende dieser Umrechnungsprozedur ist erst in dreieinhalb Jahren in Sicht. Denn ab Ende 2016 müssen alle Lebensmittelpackungen mit Kalorien- und Nährwertangaben versehen sein.
Lösung – Ampel als Wegweiser im Handel: Ob gering, mittel oder hoch – beim Abschätzen des Salzgehalts in Speisen hilft die Ampelcheckkarte der Verbraucherzentralen. Ein Blick auf die Ampelkarte warnt bei einer Tiefkühlpizza dann rot, wenn mehr als 1,5 Gramm Salz in 100 Gramm enthalten sind.
Mehr zum Martcheck VZ NRW können Sie hier erfahren.

08.05.2013
Nährwertkennzeichnung Olé
Die farbliche Ampelkennzeichnung soll nicht besser verständlich sein, als die herkömmliche Nährwertkennzeichnung. Außerdem passe diese auch aus Platzgründen nicht auf die Vorderseite der Verpackung. So argumentieren Hersteller und Politik. Das können wir jedoch mit einem praktischen Beispiel aus Spanien ganz leicht widerlegen: auf einer Schinkenverpackung haben wir die Ampelkennzeichnung und die ausführliche Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung gefunden. Die farbliche Hinterlegung der Zahlen macht diese sofort sichtbar und verständlich.
Und das ist noch nicht alles. Auch die Zutatenliste und Informationen zum moderaten Salzverzehr sind in vier Sprachen aufgeführt und zusätzlich Angaben zum Hersteller und eine Verbraucherhotline. Alles übersichtlich auf der Vorderseite der Verpackung untergebracht. Unser Urteil: vorbildlich gekennzeichnet und zur Nachahmung auch für deutsche Hersteller wünschenswert.
27.03.2013
Heute schon Zuckerwürfel getrunken?
60 Zuckerwürfel zu trinken, ohne dass Ihnen schlecht wird  – können Sie sich das vorstellen? Sicherlich nicht. Aber aufgelöst in Colagetränken trinkt diese unfassbare Menge  so mancher Kinobesucher während einer einzigen Vorstellung bedenkenlos aus einem Riesenbecher!
Allein in einem Liter Cola oder Limonade stecken fast 400 Kalorien, das entspricht etwa 41 Zuckerwürfeln. In  einem Riesenbecher 1,5 Liter sind es dementsprechend fast 600 Kalorien. Rund  60 Zuckerwürfel sind darin versteckt – eine unglaublich große Menge, die man pur aus der Zuckertüte niemals essen würde. Aber vielen Kinobesuchern ist das nicht bewusst.
Aktuelle haben wir in Kinos (z.B. UCI) diese Megaportion gefunden. Fast Food Läden hatten aber immerhin auch ½ Liter Portionen im Angebot, z.B. Mc Donalds, Subway oder Burger King. Wer diese Riesenportionen zu häufig trinkt, wird die Konsequenzen auf der Waage spüren. Unser Tipp: Je kleiner die Portion umso besser, sehr viel weniger Kalorien haben übrigens Fruchtsaftschorlen oder Mineralwasser. 

25.03.2013
Kurz vor Ostern: Gemüseampel gefunden
Eigentlich gibt es keine versteckten Dickmacher im Gemüse, daher ist eine Nährwertampel entbehrlich. Aber vielleicht ist der Weg, den ein Anbieter neuerdings geht, doch nicht so verkehrt. Denn mit Hilfe einer Ampel wird schon auf der Schauseite und auf dem ersten Blick deutlich: Der Gehalt an gesättigten Fettsäuren (0 g/ ) oder natürlichem Zucker (2,4g/ grüne Ampel) ist sehr gering. Dieses Beispiel fanden wir bei einer internationalen Gemüsemesse. Fast versteckt wie ein Osterei, aber dennoch vorbildhaft. Wenn weitere Anbieter auf diesen Zug aufspringen würden: Viele Verbraucher würden sich über das deutliche Kennzeichnungselement bei vor verpacktem Gemüse freuen.
25.02.2013
Fastfood für Sie getestet – Restaurants verschweigen Nährwertangaben
Aktuell haben wir 40 Produkte, wie Kaffeespezialitäten, Burger oder Donuts, mit einer Ampel versehen. Denn der schnelle Snack-to-go kann sehr schwergewichtig sein und so manches Mal leuchtete bei unserem Check die rote Ampelfarbe auf. Dabei war es häufig schwierig, Nährwertangaben zu finden: nur in 40% der Restaurants wurden wir fündig. Häufig aber erst nach langem Suchen. Unverantwortlich: 60% der Restaurants informieren ihre Gäste gar nicht oder nur in Form der Big 4 über die servierten Kalorienbomben. Transparenz oder Verantwortung für die Gesundheit der Gäste sehen anders aus. Die Produkte finden Sie hier.
23.01.2013
Coca-Cola wirbt gegen Fettleibigkeit
In New York dürfen ab dem 12. März keine gezuckerten Softdrinks mehr in Bechern über 0,5 Litern verkauft werden. Bereits jeder achte Bürger ist in dieser Stadt offenbar an Diabetes erkrankt  - vor allem durch den kalorienreichen Nahrungs- und Getränkekonsum. Nun geht Coca-Cola in die Gegenoffensive.
Denn bei den Herstellern von Softdrinks geht in den USA die generelle Angst um, dass dieses Verbot ausgedehnt werden könnte, z.B. auf den gesamten Kontinent oder auch auf Europa. Sie befürchten einen Imageschaden oder so an den Pranger gestellt zu werden wie die Zigarettenindustrie. Denn die wachsende Fettleibigkeit bedroht die öffentlichen Gesundheitssysteme. Daher versucht Coca Cola mit werblichen Aktivitäten gegenzusteuern, nachdem die Getränkebranche in New York mit der missglückten Kampagne, z.B. „Lass dir nicht von Bürokraten sagen, wie groß das Getränk sein darf, das du kaufst", keine Erfolge erzielt hat. In einem Spot wird beispielsweise gezeigt, wie durch Sport der Kaloriengehalt einer Dose Cola (140 kcal) kompensiert werden kann. Doch die Liste der dafür erforderlichen Aktivitäten ist lang und aus Sicht der Verbraucherzentrale trügerisch, da man auch vermuten könnte, eine der vorgestellten Aktivität  würde reichen. Aber es müssen alle sein, also eine Zeitlang Gassi gehen mit dem Hund, tanzen und lachen, um die große Menge an Zuckerkalorien im Körper so zu verbrennen, dass sie das Gewicht nicht beeinflussen. Das Video enthält auch einen Hinweis auf ein kalorienarmes Getränk dieser Firma.
Das Video ist erstmal ausschließlich für die USA produziert worden.
 
Für Europa haben wir eine einfache Lösung:  Die Ampel drauf drucken, denn die wäre beim Zuckergehalt mit 10,6 g pro 100 ml eindeutig auf rot! Cola und weitere Getränke mit einer Ampel finden Sie in unserer Produktliste.
07.01.2013
Die schnelle Mahlzeit – Kalorienbomben für zwischendurch
Ein Fast-Food-Gericht hat mehr Kalorien als eine Gemüsesuppe, das ist bekannt. Aber wussten Sie, dass so viele Kalorien durch eine einzige Mahlzeit zusammen kommen können, dass man davon eigentlich den ganzen Tag oder länger satt sein müsste? Aktuell wurden in den USA besonders schlimme Fettmacher für den  Negativpreis „Xtreme Eating Award" ausgewählt.
Zu den Preisträgern gehörte z.B. eine Shrimps-Pasta (3120 kcal), eine Portion Käsenudeln (2000 kcal), ein Milchshake aus püriertem Apfelkuchen (1140 kcal) oder ein Frühstück mit Steak und Pfannkuchen (1760 Kcal). Zum Vergleich: Der Körper benötigt im Durchschnitt ca. 2000 Kalorien am Tag,  abhängig von Geschlecht, Alter, Beruf oder Bewegung. Auch hinsichtlich der Gehalte an gesättigten Fettsäuren oder Salz schlugen viele Gerichte alle Rekorde und lagen weit über den empfohlenen Tageshöchstgrenzen.
10.12.2012
Nährwertampel bei Lidl und Aldi - in Großbritannien
Die ersten Lebensmittel sind da: Kekse, Fertiggerichte oder Süßwaren mit Nährwertampel stehen in den Supermarktregalen von Lidl und Aldi. Welch eine erfreuliche Entwicklung. Sie haben aber beim Einkaufen noch keine gesehen? Kein Wunder, denn diese frohe Botschaft gilt leider nicht für  Deutschland. Nur in Großbritannien haben die Verbraucher das Glück, eine einfache und übersichtliche Information zum Nährwertgehalt auf der Verpackung vorzufinden. Das ist weiterhin sehr bedauerlich. Wann endlich wagt auch ein Deutsches Handelsunternehmen diesen Schritt?
Deutsche Firmen können sehr wohl den Vorgaben des Handels entsprechen, wenn sie denn müssen. Das zeigt dieses abgebildete Wurstbeispiel. Die  „German Peppered Salami" enthält Deutsches Schweinefleisch und wurde in Deutschland produziert und abgepackt. Wir werden zukünftig weitere Produkte aus England auf diese Seiten stellen und damit auch für die Deutschen Verbraucher mehr Transparenz schaffen.
25.10.2012
"Balance"-Frischkäse ist fettiger als "Light-Käse"
Fettreduzierter Frischkäse mit der Angabe "Balance" hat einen höheren Fettanteil als andere sogenannte "Light-Produkte". Dies ergab kürzlich ein nicht repräsentativer Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen bei 23 Frischkäsesorten mit den Angaben "light", "leicht", "fit" oder "Balance". Verbraucher, die "Balance"-Produkte kaufen, könnten deshalb enttäuscht sein, weil sie auch hier ein kalorienarmes Produkt erwarten.
Beim Marktcheck waren sechs der 23 Frischkäsezubereitungen mit dem Begriff "Balance" ausgelobt. Diese Bezeichnung ist rechtlich nicht geregelt und wird häufig vom Käufer auch als "Light-Produkt" (mindestens 30 Prozent weniger Fett als ein Vergleichsprodukt) verstanden. Die Balance-Produkte erfüllen zwar die Kennzeichnungsvorgaben für "leicht", haben mit fünf bis 17 Prozent Fett allerdings oft mehr Fett als andere mit "light" oder ähnlichen Begriffen ausgelobten Frischkäsesorten. Vierzehn Produkte weisen dagegen lediglich Fettgehalte zwischen 0,2 und 9 Prozent auf und sind damit fettärmer als die "Balance" gekennzeichnete Ware.
Zur Produktübersicht des Marktchecks und zum ausführlichen Artikel geht es hier.
18.10.2012
Zu viel Salz ins Brot gestreut: ein Viertel weniger wäre mehr
Industriell gebackenes Brot enthält zu viel Salz! Beim Gebrauch dieser Geschmackszutat sollten die Hersteller dringend kleinere Brötchen backen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW von 274 Broten und Brötchen.
Im Sommer wurde die Zutatenliste von Erzeugnissen aus Supermarktregalen und Backautomaten hinsichtlich ihres Salzgehalts geprüft. Der tägliche Salzkonsum sollte nach anerkannten Ernährungsempfehlungen fünf bis sechs Gramm nicht überschreiten. Laut Stichprobe weist eine Scheibe geschnittenes Brot (cirka 50 Gramm) mit bis zu einem Gramm Salz einen viel zu hohen Anteil auf:
Wer pro Tag drei bis vier Scheiben von abgepacktem Brot aus dem Supermarkt oder vom Discounter verzehrt, nimmt mit dieser Menge bereits zwei Drittel der empfohlenen Tagesdosis an Salz zu sich - den Anteil in Wurst und Käse noch nicht mitgerechnet.

Gift für den Blutdruck

Regelmäßiger Verzehr nicht nur von fix und fertig hergestelltem Brot, sondern generell von verarbeiteten Lebensmitteln führt zu einem übermäßigen Salzkonsum, bei dem die empfohlene maximale Tagesdosis von sechs Gramm Salz leicht überschritten wird. Der emsige Griff zum Salzstreuer wirkt sich auf Dauer auf die Gesundheit aus: Ein übermäßiger Konsum von Kochsalz ist Gift für den Blutdruck und erhöht das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen. 2,5 Gramm Salz pro Tag weniger reduzieren die Erkrankungsgefahr um fast 25 Prozent, ohne dass dadurch nennenswert Geschmack und Genuss beeinträchtigt werden.
Bäckereiindustrie und -handwerk sollten den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung folgen und generell den Salzanteil im Brot auf 1,5 Prozent - bezogen auf den Mehlanteil - reduzieren.
Den gesamten Artikel der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit den detaillierten Untersuchungsergebnissen finden Sie hier
16.10.2012
Trans-Fettsäuren: Gesetzliche Vorgaben machen New Yorks Fast Food Mahlzeiten ein bisschen gesünder
Gesetzliche Vorgaben können Lebensmittel gesünder machen - das zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern. So hat die Stadt New York vor einigen Jahren die Vorschrift erlassen, dass Restaurant-Mahlzeiten nicht mehr als 0,5 g Trans-Fettsäuren pro Portion enthalten dürfen. Ein Vergleich von fast 15 000 Fast-Food-Mahlzeiten, die vor dem Erlass und danach verkauft wurden, zeigt jetzt ein gutes Ergebnis: Der Transfettsäurengehalt pro Mahlzeit sank im Mittel um 2,4 g, die größten Reduzierungen gab es bei Gerichten in Hamburger Ketten, mexikanischen und Grill-Hähnchen-Ketten. Für Menschen, die regelmäßig Fast Food verzehren, bedeutet dies eine spürbare Reduzierung des Herz-Kreislauf-Risikos.
Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln stammen aus 2 Quellen: Zum einen sind sie natürlicherweise im Fett von Widerkäuern (also z.B. Fleisch und Milch von Rindern und Schafen) enthalten, zum anderen entstehen sie bei der Teilhärtung von Fetten für industrielle Lebensmittel. Trans-Fettsäuren erhöhen erwiesenermaßen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wissenschaftler fordern deshalb seit Jahren, eine Begrenzung der Trans-Fettsäuren-Aufnahme auf ungefähr 2 g pro Tag und eine Reduzierung der Trans-Fettsäurengehalte industriell hergestellter Lebensmittel.  
In Deutschland nehmen etwa 20% der Erwachsenen mehr Trans-Fettsäuren-als empfohlen auf. Bei jüngeren Männern (zwischen 14 und 34 Jahren) nimmt sogar jeder Dritte mehr Trans-Fettsäuren auf als erwünscht. Wesentliche Quellen für industrielle Trans-Fettsäuren sind in Deutschland Back- und Süßwaren, Snackprodukte und Fast Food.
Angaben über Transfettsäuren sind in der Nährwerttabelle in Deutschland laut Lebensmittelinformationsgesetz weder verpflichtend vorgeschrieben noch dürfen sie freiwillig gemacht werden. Allenfalls wird 2014 ein Vorschlag über die Kennzeichnung vorgelegt.
10.09.2012
Aldi und Lidl führen in Großbritannien Nährwertampel ein
Die deutschen Discounter Aldi und Lidl werden in Großbritannien die Nährwertampel zur Kennzeichnung von Lebensmitteln einführen. Das haben jetzt britische Medien berichtet. Anhand von der Farbe grün, gelb und rot können Verbraucher dann auf einen Blick erkennen, ob ein Lebensmittel viel Zucker, Fett und Salz enthält.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert: Jetzt muss der Handel in Deutschland nachziehen.
In Deutschland haben sich Lebensmittelhersteller und -handel bisher immer gegen dieses System gewehrt, das von Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen gefordert wird. Eine europaweite verpflichtende Kennzeichnung mit der Nährwertampel wurde 2011 mit der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung abgelehnt. Es ist aber weiterhin möglich, dass Lebensmittelhersteller oder -händler freiwillig die Kennzeichnung verwenden. In Großbritannien wird die Ampelkennzeichnung bereits seit Jahren von verschiedenen Firmen genutzt. Nun erklärte die größte britische Supermarktkette Tesco, eine Nährwertkennzeichnung mit Ampelsystem einführen zu wollen. Aldi und Lidl zogen nach.
Nun muss auch der deutsche Handel umdenken und besser auf die Wünsche der Verbraucher eingehen.
Englische Presse zum Nachlesen finden Sie hier:
Just-Food
The Grocer
Tesco
06.08.2012
Lebensmittelklarheit in Österreich
Der Erfolg geht in Serie: Ein Jahr nach dem Start des Verbraucherportals Lebensmittelklarheit.de gibt es in Österreich nun ein ähnliches Portal. Auf lebensmittel-check.at können sich auch österreichische Verbraucher über irreführende Produkte informieren und selbst aktiv werden. Die österreichische Seite orientiert sich dabei an lebensmittelklarheit.de - dem Portal, das vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und den Verbraucherzentralen der Länder organisiert wird.
Das neue Portal Lebensmittel-Check hat - ähnlich wie das deutsche Vorbild - zwei große Ziele: Es will Verbraucher informieren und durch die öffentliche Kritik Druck auf die Hersteller ausüben. Das Ziel: Eine klarere Kennzeichnung der Lebensmittel.
Zwar sind die Aussagen aus der Werbung oder auf der Verpackung meist gesetzeskonform, aber oftmals suggeriert die Beschriftung der Produkte dem Verbraucher etwas anderes, als er tatsächlich in der Packung findet.
Verschiedene Studien haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass Verbraucher sich durch beschönigende Beschriftungen auf Verpackungen in die Irre geleitet fühlen. Daher haben nun auch die österreichischen Verbraucher die Möglichkeit, eigene Beschwerden einzureichen.
Hier geht es zum Lebensmittelcheck aus Österreich
30.07.2012
Eiweißbrot - Gut für die Gesundheit?
Der Hype ums Eiweißbrot wurde ausgelöst durch die sogenannte "Insulin-Trennkost". Die Idee dahinter: "Iss abends keine Kohlenhydrate - dann nimmst Du leichter ab, weil der Insulinspiegel über Nacht niedrig bleibt." Und damit man nicht auf das gewohnte "Abendbrot" verzichten muss, kann man nun auf das Eiweißbrot zurückgreifen.
Was steckt drin?
Statt Getreidemehl - der Hauptzutat herkömmlicher Brote - enthält Eiweißbrot vermehrt Weizen-, Soja- oder Lupineneiweiß sowie Sojaschrot und Ölsaaten. Zur Erhöhung des Ballaststoffanteils - die normalerweise aus den Randschichten des Getreidekorns stammen - werden Speisekleie oder Apfelfasern zugesetzt.
Eine Marktuntersuchung der Verbraucherzentralen zeigt, dass Eiweißbrot sich tatsächlich vom herkömmlichen Brot unterscheidet: Weniger Kohlenhydrate, mehr Eiweiß und Fett sind die Markenzeichen des Newcomers:

 Eiweißbrot 
Weizenvollkornbrot 
Eiweiß
 20-27% 7%
Fett
 8-12% 1%
Kohlenhydrate
 7-10% 41%


Und was bringt es wirklich?
Zweifel an dieser Strategie sind allerdings angebracht: Denn der Energiegehalt - die Kalorien - der meisten Eiweißbrote ist höher als der vom herkömmlichen Brot. Kein Wunder bei dem viel höheren Fettgehalt. Im Marktcheck der Verbraucherzentralen lag der höchste Energiegehalt bei 278 kcal je 100g Eiweißbrot. Ein Weizenvollkornmehl liefert dagegen nur 199 kcal pro 100g.
Neben der zweifelhaften Wirkung konnte das Brot auch beim Geschmack nicht überzeugen: Vielfach klebrig und pappig, von schwammiger Konsistenz urteilten die Testesser.
20.07.2012
Weniger Laktose für teuer Geld
Laktosefreie Lebensmittel sind teuer und in vielen Fällen überflüssig. Der Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg ergab, dass von Laktoseintoleranz betroffene Mensche durchschnitllich 2,4-mal so viel für Lebensmittel zahlen müssen, die als laktosefrei deklariert sind. Und das, obwohl viele Produkte von Natur aus ohnehin gar keinen oder nur sehr wenig Milchzucker enthalten.
Insgesamt 24 als milchzuckerfrei gekennzeichnete Produkte aus den Bereichen Wurst, Käse, Brot, Gebäck sowie Molkereierzeugnisse wurden unter die Lupe genommen und deren Preise mit den herkömmlichen Lebensmitteln verglichen.
Den ausführlichen Artikel und die Untersuchungsergebnisse finden Sie hier.
10.07.2012
Grauzone Lebensmittelkommunikation
Ob deutscher Käse in griechischer Aufmachung, Formfleisch statt abgebildeter Hähnchenbrust oder „Acerolasaft" mit der Hauptzutat Apfelsaft - die Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln führt bei vielen Verbrauchern zu Missverständnissen und weckt falsche Erwartungen. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Befragung von 750 Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Lebensmittelmarkt.
Die Studie wurde im Auftrag der Verbraucherzentralen von der Universität Göttingen und der Agrifood Consulting GmbH erstellt.
„Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Kritik, die an der Kennzeichnung von
Lebensmitteln geäußert wird, keine Einzelmeinungen sind", erklärt Studienleiterin Dr. Anke Zühlsdorf.
"Gut drei Viertel der Verbraucher gehen davon aus, dass Lebensmittel auf der Verpackung
oft besser dargestellt werden als sie es sind", erläutert Prof. Spiller vom Lehrstuhl Marketing
für Lebensmittel an der Universität Göttingen.
Zwischen Werbe- und Produktrealität klafft oft eine große Lücke, die Politik und Hersteller schließen müssen. Damit sich Verbraucher für Qualität entscheiden können, brauchen sie verlässliche Angaben und Regelungen, die vor Irreführung und Täuschung schützen, die konkret so aussehen sollten:
  • mehr Orientierung durch verlässliche (Leit-)Siegel
  • mehr Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung von Qualitätseigenschaften auf der Produktvorderseite
  • den Verbraucherinteressen muss mehr Gewicht in Gremien eingeräumt werden
Hier geht es zum ausführlichen Artikel auf dem Portal Lebensmittelklarheit.de und zu den Studienergebnissen.
07.06.2012
Bubble Tea-Getränkespaß aus dem Chemielabor
Er ist meist knallig bunt, ist hipp und vor allem süß im Geschmack. Bubble Tea (Tee mit Blasen) - Ein Getränk wird zum Trend.  Doch wie viel natürliche Zutaten stecken wirklich drin?
Dieses Getränk aus Taiwan gewinnt auch in Deutschland an immer größerer Beliebtheit. Grundzutat ist ein stark süßer, gefärbter, aromatisierter Fruchtsirup. Aufgefüllt wird dieser mit schwarzem oder grünem Tee, Milch, Kokosmilch oder Jogurt. Das Besondere der neuen Kreation ist die Zugabe von kleinen, gummiähnlichen Tapioka-Perlen, gewonnen aus der Stärke der Maniokwurzel. Doch wie viel Natur steckt wirklich drin im neuen Trendgetränk?
Nach Recherche der Verbraucherzentrale Thüringen bestätigte sich, dass einige asiatische Hersteller Azofarbstoffe verwenden. Die intensiven Farben des Sirups und der Perlen deuten darauf hin.  Das Problem dabei: seit 2010 gilt für Lebensmittel mit diesen synthetisch hergestellten Farbstoffen eine besondere Kennzeichnungspflicht. Auf den Verpackungen muss nun verpflichtend  stehen :„Kann die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen". Leider mangelt es an dieser Stelle an Transparenz für den Verbraucher. Denn in vielen Bubble-Tea-Shops gibt es nur ungenügende oder gar keine Angaben über die einzelnen Zutaten, Farbstoffe, Aromen, Konservierungsstoffe oder anderen Zusatzstoffe. Hier muss dringend nachgebessert werden. Auch die Kalorien haben es in sich: Je nachdem, welche Zutaten gewählt werden, liegt der geschätzte Brennwert zwischen  200 bis 500 kcal auf 500 ml Getränk, was bis zu ein Viertel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen ausmachen kann.  
Kleinkinder unter 3 Jahren sollten auf keinen Fall die erdnussgroßen Stärkekügelchen aufsaugen, denn sie können sich daran verschlucken.  Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt davor, dass die Tapiokakugeln durch die Luftröhre in die Lunge gleiten und so zu einer Lungenentzündung oder sogar zum Lungenkollaps führen können. 
04.06.2012
Fette Fussballprämien

Würden Sie 5,5 Kg Zucker und 18 Päckchen Butter essen, um ein Fussballtrikot der deutschen Nationalmannschaft zu bekommen? Klingt nach einer unappetitlichen und unrealistischen Wette. Aber Ferrero machts möglich. Beim Kauf der Süßigkeiten dieses Herstellers können Sie wieder fleißig Punkte sammeln und würden zusätzlich nebenbei viele überflüssige Pfunde zunehmen, wenn Sie die somit erworbenen Schokoriegel und anderen Naschartikel auch aufessen.
Den informativen und zugleich lustigen Film von Foodwatch können Sie sich hier anschauen.
25.05.2012
Was Speisekarten verschweigen
Beim Lesen mancher Speisekarte könnte man vermuten, dass Restaurantköche ausschließlich über den Wochenmarkt laufen oder sich nur mit frischer Ware beliefern lassen. Doch tatsächlich werden in der Gastronomie immer mehr vorgefertigte Gerichte beim Gastroservice der Lebensmittelindustrie gekauft: Beobachter gehen von bis zu 80 Prozent der Speisen aus. Verbraucher werden vielerorts über den Restauranttisch gezogen, denn sie wollen keine aufgewärmten Fertigprodukte, sondern in der Küche zubereitete Speisen.
Käseimitat statt Fetakäse, Formfleisch statt Schinken, aufgesprudeltes Leitungswasser statt Mineralwasser. Wir zeigen Ihnen, wie Sie im Restaurant getäuscht werden.
Gesetzliche Vorgaben werden ignoriert
Ob die hausgemachte Erdbeertorte oder Omas Gulaschsuppe wirklich selbst gemacht sind, können Gäste kaum erkennen. Viele Gastronomen halten sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben, obwohl die Verwendung von Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern oder Farbstoffen deklariert werden muss. Die Branche hält es mit dem Sprichwort ,Reden ist Silber, Schweigen ist Gold’.
Um Ihnen mehr Durchblick beim Restaurantbesuch zu verschaffen, haben wir verschiedene Materialien für Sie zusammengestellt:

Liste zum Speisekartenschummel
eine aktuelle Liste mit den fünfzehn häufigsten Verbraucherbeschwerden beim Restaurantessen. Die Liste mit anschaulichen Fotos und ausführlichen Erläuterungen wird von der Verbraucherzentrale Hamburg zukünftig fortgesetzt.

Alternative Speisekarte
eine Zusatzstoff-Ermittlungskarte für Verbraucher zum Aufspüren von  Deklarationslücken in Restaurants.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.

21.05.2012
Lebensmittel mit Gesundheitsversprechen: EU dampft die Flut der Werbeaussagen ein
Wohl nur wenige können von sich behaupten, immer gesund und abwechslungsreich zu essen. Da kommen Lebensmittel, die für einen angeblichen Ausgleich sorgen, wie gerufen. 2006 hat die EU beschlossen, dem Wildwuchs an nicht beweisbaren Aussagen mit gesundheitlichem Bezug ein Ende zu setzen. Aufgrund der großen Anzahl von Anträgen hat es fünf Jahre gedauert, bis die EU jetzt eine Liste mit 222 erlaubten gesundheitsbezogenen Aussagen veröffentlicht hat.
Zugelassen hat die Behörde überwiegend Werbung für Vitamine und Mineralstoffe. Hersteller, die bestimmte Mengen zusetzen, dürfen zum Beispiel damit werben, dass Vitamin C das Immunsystem stärkt oder Calcium wichtig für die Knochen ist. Das gilt für alle Arten von Lebensmitteln, also auch für Nahrungsergänzungsmittel.

Die meisten der anerkannten EFSA-Auslobungen beziehen sich auf Nährstoffe, mit denen die Bevölkerung in der Regel hinreichend versorgt ist. Durch die Claims werden Verbraucher unnötig verunsichert - eigentlich nicht das, was die EU mit ihrer Verordnung erreichen wollte. Ein Beispiel dafür sind die Pflanzensterine, die den Cholesterinspiegel senken. Obwohl derartige Lebensmittel nur Personen mit erhöhten Cholesterinwerten zu sich nehmen sollen, werden sie regelmäßig von jedermann verzehrt - selbst von Vorschulkindern.

Zwar wurde mit der jetzigen Positivliste dem Wildwuchs an unbewiesenen Aussagen Einhalt geboten, doch vieles ist noch ungeregelt. Es gibt beispielsweise auch weiterhin keine Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln. Verbraucher sind jedoch damit überfordert, selbst einzuschätzen, ob das eigene Essverhalten bereits zu einer Überversorgung führt oder nicht. Auch fehlt ein schlüssiges Konzept, um zu bewerten, wie mit vielen verschiedenen Stoffen angereicherte Lebensmittel wirken und wie Verbraucher vor eventuellen negativen Folgen dieser Nährstoffcocktails geschützt werden können.

Hier können Sie weitere Informationen zu diesem Thema finden
10.05.2012
Mein Name ist Hase
Die Verkehrsbezeichnung von Lebensmitteln ist oft schwer zu finden, schlecht zu lesen und schwer verständlich. Das ergab eine bundesweite Untersuchung der Verbraucherzentralen. Wir haben insgesamt 119 gezielt ausgewählte Produkte hinsichtlich der gesetzlich vorgeschriebenen Bezeichnung unter die Lupe genommen.
Das Resultat der Erhebung ist ernüchternd. Die Lebensmittelanbieter geizen bei ihren Produkten nach wie vor mit den wichtigen Informationen. Die wichtigsten Fakten im Überblick:
  • Bei 14 Prozent der untersuchten Produkte wurden die rechtlichen Vorgaben nicht eingehalten. Vier Lebensmittel hatten gar keine Verkehrsbezeichnung, zum Beispiel ein „Emuesli", bei dem die Art des Produkts nicht zu erkennen ist.  
  • 44 Prozent der Verkehrsbezeichnungen waren beschönigend. Sie täuschten eine höhere Produktqualität vor, so zum Beispiel ein „Asia Nudelsnack Typ Ente", der kein Entenfleisch, sondern nur Aroma enthält. 29 Prozent der Lebensmittel wiederum trugen eine Verkehrsbezeichnung, die nicht aussagekräftig oder nicht eindeutig war wie ein „Bistro Baguette Diavolo", bei dem die wesentlichen Bestandteile des Lebensmittels nicht erwähnt werden.
 
  • In 27 Prozent der Fälle gab es deutliche Diskrepanzen zwischen dem Produktnamen und der Verkehrsbezeichnung. So ist beispielsweise die „Feinste Beerenauslese" ein mit Waldbeergeschmack aromatisierter Früchtetee.

Was fordern die Verbraucherzentralen?

Gesicht zeigen: Die Verkehrsbezeichnung gehört auf die Vorderseite der Verpackung und ein zweites Mal vor die Zutatenliste. Auf der Schauseite sollte ihre Größe mindestens 75 Prozent vom Fantasienamen betragen.
Mut zur Größe: Eine Mindestschriftgröße von in der Regel 3 mm und deutliche Kontraste sind die Grundvoraussetzung für bessere Lesbarkeit der Verkehrsbezeichnung. 
Farbe bekennen: Die Verkehrsbezeichnung darf keine falschen Erwartungen wecken, d.h. nicht beschönigend sein.
Klartext reden: Die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs müssen an die geänderten Verbrauchererwartungen angepasst werden. 
Aromatisierung deutlich deklarieren: Mit Aromen aufgepeppte Lebensmittel müssen auf dem ersten Blick als solche erkennbar sein, d.h. ein Hinweis sollte in die Verkehrsbezeichnung.

Mehr zu den Ergebnissen finden Sie hier
13.03.2012
Kinderlebensmittel unter der Lupe
Der Markt für Kinderlebensmittel ist riesig, die Verbraucherorganisation "Foodwatch" hat 1500 speziell für Kinder angepriesene Lebensmittel untersucht. Viele Eltern erwarten von diesen Produkten eine besondere Qualität, die auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt ist. Doch das Gegenteil ist häufig der Fall:
Die Produkte sind aromatisiert, enthalten zu viel Fett oder zu viele ungesunde gesättigte Fettsäuren, zu viele Kalorien oder zu viel Salz.
Lesen Sie das Kleingedruckte in der Nährwerttabelle und machen Sie mit Hilfe unseres Rechners den Ampelcheck, wenn Sie ein Kinderlebensmittel überprüfen wollen, das Ihr Kind häufig isst. Einige Kinderlebensmittel finden Sie auch in unserer Produktliste. Mehr über die umfangreiche Foodwatch- Studie können Sie unter www.foodwatch.de nachlesen.
03.02.2012
Europaparlament lehnt irreführende Nährwertclaims ab
Im Rahmen der so genannten Health-Claims-Verordnung zu nährwertbezogenen Werbeaussagen hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, dass Hersteller mit der Aussage: "enthält X % weniger Zucker bzw. Fett oder Salz" bewerben dürfen. Das Europäische Parlament hat eine Werbeaussage über den Nährwert von Lebensmitteln nun als irreführend abgelehnt. Zum Glück für den Verbraucher. Denn der abgelehnte Vorschlag hätte für viel Verwirrung gesorgt:
ein Produkt hätte demnach z. B. mit dem Slogan "jetzt 15% weniger Zucker" beworben werden können, obwohl es immer noch wesentlich mehr Zucker enthalten könnte als ein vergleichbares Produkt ohne Claim. Zudem wird bei den meisten Produkten der Zucker lediglich gegen andere Kohlenhydrate ausgetauscht, wodurch die Kalorien insgesamt also nicht reduziert werden. Außerdem würden diese Werbeaussagen gegen das in der Verordnung festgelegte Prinzip der vergleichenden Werbung verstoßen.
Die schon gültige Health-Claims-Verordnung legt für die Verbraucher gut verständlich fest, dass die Werbung mit einer Reduktion von Zucker oder Fett nur dann zulässig ist, wenn das Produkt mindestens 30% weniger von der entsprechenden Zutat enthält als vergleichbare Produkte im Durchschnitt.
Diese Entscheidung des EU-Parlamentes gibt mit dieser Entscheidung einen Anstoß zur verständlichen Lebensmittelkennzeichnung.

Weiterführende Informationen hierzu vom Europäischen Parlament
25.11.2011
Überstunden im Supermarkt
Schnell noch etwas einkaufen. Das ist einfacher gesagt als getan, denn der Weg zum Wunsch­produkt ist weit und die Schlange an der Kasse lang. Die aktuelle Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt, dass einem auch die Lebens­mittel selbst viel Zeit rauben können. Ob Zutaten­liste oder Mindesthalt­barkeits­datum - die Suche nach den richtigen Informationen auf der Verpackung ist mühevoll.
90 Personen beteiligten sich am Test von 16 ausgewählten Produkten, wie zum Beispiel Schokoweihnachtsmännern, Lebkuchen oder Süßigkeiten.
Hier ein Auszug der Ergbnisse:
  • In 51 von 360 Fällen, das entspricht 14 Prozent, konnten die Befragten die Angaben auf dem Etikett gar nicht finden, weil sie im Falz versteckt waren, oder zu viel Text auf der Verpackung stand. Beim Überraschungsei Car Super surprise brach mehr als die Hälfte der Testpersonen die Suche erfolglos ab; der Hersteller führt die Zutaten seines Produkts in 26 Sprachen auf.
  • 49 Mal verlangten die Teilnehmer eine Lupe, um bestimmte Informationen entziffern zu können. Beim 60-Gramm-Schokoweihnachtsmann der Marke Milka war es sogar jede dritte Testperson.
  • Rechnet man hoch, dass beispielsweise Familien mehrmals pro Woche wie im Test 16 Produkte einkaufen, dann gehen ihnen durch die mühevolle Informationssuche auf Verpackungen jedes Jahr knapp 20 Stunden beim Einkauf verloren. Die schlecht gekennzeichneten Produkte sind ein zusätzlicher Zeiträuber im Supermarkt.
Zum ausführlichen Artikel der Verbraucherzentrale Hamburg
18.11.2011
Nutella- Etikett kann in die Irre führen
Die Vitamin- und Nährwertangaben sind auf dem Nutella-Glas so gestaltet, dass sie Verbraucher in die Irre führen können. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) gegen die Ferrero Deutschland GmbH. Das Unternehmen hatte den Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge bei Fett und Vitaminen anhand unterschiedlicher Grundmengen berechnet. Dadurch entstand der Eindruck, der Vitaminanteil sei besonders hoch.
Konkret war der Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge von Nährstoffen (zum Beispiel Fett und Kohlenhydrate) anhand einer Portion von 15 Gramm, der von Vitaminen dagegen im Bezug auf 100 Gramm errechnet worden. Das Ergebnis: Die Angaben für Vitamine lagen bei 30 und 78 Prozent, bei Kohlenhydraten und Fett dagegen bei 3 und 7 Prozent.  
Nach Auffassung des vzbv konnten Verbraucher daraus den Schluss ziehen, Nutella enthalte sehr wenig Fett und Kohlenhydrate, dafür aber viele gesunde Vitamine. „Tatsächlich ist der Vitaminanteil in einer Portion Nutella viel geringer als gedacht", so Vorstand Gerd Billen. Der vzbv beanstandete die Werbung daher als irreführend. Dieser Auffassung schloss sich das Oberlandesgericht in zweiter Instanz an.
Zur Internetseite des VZBV
19.10.2011
Noch was „Kleines“ zwischendurch?
Was die Nährwertkennzeichnung angeht, sind uns die Amerikaner schon mehrere Schritte voraus: Um der ansteigenden Fettleibigkeit der US-Bevölkerung entgegenzuwirken, hat die FDA (Food and Drug Administration) festgelegt, dass Restaurantketten (ab einer Anzahl von 20 Restaurants) zukünftig die Kalorienanzahl ihrer Standardgerichte in Speisekarten anführen müssen bzw. ihren Gästen auf Anfrage ausführliche Nährwertangaben zur Verfügung stellen können. So können die Kunden auf einem Blick erkennen, wie stark der Snack oder die kleine süße Verführung für unterwegs zu Buche schlagen.
Auch die Produktinformationen auf den Lebensmittelverpackungen in den USA sind deutlicher und verständlicher: Die Verkehrsbezeichnung und die Nettofüllmenge müssen auf der Vorderseite der Verpackung angeführt werden. Diese Angaben muss der Kunde hierzulande oft erstmal detektivisch suchen.
Außerdem will die FDA die Angabe realistischerer Portionsgrößen vorschreiben. Denn die Firmen haben bisher oft wenig sinnvolle Portionen (z. B. 6 Kartoffelchips) festgelegt und somit die Nährwertangaben schöngerechnet. Dies sind einige gute Beispiele zur verständlicheren Lebensmittelkennzeichnung, die auch bei uns Schule machen sollten.
Verbraucherinformationen der FDA
Richtlinien zur Lebensmittelkennzeichnung FDA
05.10.2011
Fettsteuer auf Lebensmittel?
Dänemark hat als erstes Land der Welt eine Steuer auf Fette in Nahrungsmitteln eingeführt. Pro Kilogramm gesättigte Fettsäuren werden nun 16 Kronen (2,15 €) fällig, was die Bevölkerung davon abhalten soll, zu viele ungesunde Fette zu essen.
Der Einsatz dieser Steuer wird in anderen Ländern noch diskutiert. Was eine solche Fettsteuer für die Kunden in Deutschland bedeuten würde, hat Dr. Silke Thiele, Dozentin des Instituts für Ernährungswirtschaft und Verbrauchslehre in Kiel, auf der Basis von 12000 Haushalten berechnet.
Ein Beispiel: Steigt der Lebensmittelpreis um 0,5 Cent pro Gramm gesättigter Fettsäuren, so würde Vollmilch um 11 Cent und fettarme Milch 5 Cent pro Liter teurer. Ob nun diese Fettsteuer in der Reduzierung von Übergewicht helfen könnte, ist sehr umstritten. Denn die Fettsteuer belastet insbesondere Geringverdiener. Eine weitere Ungerechtigkeit:  Die höheren Kosten für Fettiges müssten auch Normalgewichtige zahlen. Die Lösung: Obst, Gemüse und Getreide steuerfrei und damit billiger machen. Eine Nährwertampel auf alle Dickmacher und somit Zucker- und Fettfallen die rote Karte zeigen.
Der ausführliche Artikel des aid

09.09.2011
Schlanke Schulanfänger?
Die Gewichtsentwicklung bei Kindern, insbesondere Schulanfängern, geht zurück. Diese positiven Nachrichten haben die Ärzte der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ulm nun veröffentlicht. Die Größen- und Gewichtsdaten aus dem Jahr 2008 von über 600.000 Schulanfängern aller 16 Bundesländer wurden hierfür mit den Daten aus 2004 verglichen. Ein Ergebnis war, dass der Anteil an Übergewichtigen in 14 Bundesländern um bis zu drei Prozent zurückgegangen ist. Trotzdem aber noch kein Grund zur Entwarnung:
Denn die Gesamtzahl der Übergewichtigen Kinder ist teilweise noch immer recht hoch. In Bremen und Thüringen liegt der Anteil bei knappen 12 Prozent und auch in Bayern, Brandenburg und Sachsen sind um die 8,5 Prozent der Schulanfänger übergewichtig. Und die Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit im Kindesalter bergen viele Gesundheitsgefahren, wie Bluthochdruck, Diabetes, orthopädische Leiden bis hin zu psychischen Problemen und Depressionen.
Dass die Kinder in wohlhabenden Ländern aber nicht von Jahr zu Jahr dicker werden, hat sich z. B. bereits schon in Frankreich, Dänemark und der Schweiz gezeigt.
Ausführliche Ergebnisse der Studie

05.09.2011
Kindermilch: nicht besser, aber teurer
Mehr Schutz vor irreführenden Kinderlebensmitteln fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Einer aktuellen Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zufolge bieten Kleinkindermilchgetränke keinen ernährungsphysiologischen Vorteil, bergen aber Risiken. Viele Anbieter vertreiben spezielle Kindermilcherzeugnisse, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. "Die Hersteller machen mit überflüssigen Produkten Kasse, auf Kosten von Eltern und Kindern", sagt der vzbv-Vorstand Gerd Billen und fordert eine andere Produktpolitik der Hersteller und ein Ende der Verunsicherung.
Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seiner Bewertung feststellt, können Kindermilchprodukte, wie auch andere angereicherte Lebensmittel, zu einer unkontrollierten Zufuhr von Mikronährstoffen führen. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen sind bisher nicht bekannt. Anders als die Werbung für solche Produkte suggeriert, lässt sich der versprochene gesundheitliche Nutzen, etwa für die Verringerung des Risikos von Übergewicht, nicht belegen.
Ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentralen hat ergeben, dass Kindermilchprodukte bis zu viermal teurer sind als fettreduzierte Kuhmilch. Zudem ist ein Preisvergleich zwischen Kindermilch und Kuhmilch häufig nicht möglich. Denn Kindermilch wird vielfach in Pulverform angeboten. Der vzbv fordert für diesen Fall eine Grundpreisauszeichnung, die sich auf das verzehrfertige Getränk bezieht. Dies muss in der Preisangaben- und Fertigpackungsverordnung geändert werden.

Bundesinstitut für Risikobewertung
Marktcheck der Verbraucherzentralen
Kostenfalle Kindermilch
25.08.2011
Bärchenwurst, Gespenstersuppe und Milchmäuse sind überflüssig
„Mit wertvollen Vitaminen", „mit dem Besten aus einem Glas Milch", „31 % Vollkorn" - so werben Hersteller für Lebensmittel, die sie als besonders gut für Kinder anpreisen. Bunte Sammelbilder, Comicfiguren und - ganz zeitgemäß - spezielle Internetauftritte locken die jungen Konsumenten direkt an. Die Verbraucherzentrale Bremen hat sich die Produktpalette einmal genauer angesehen und 39 verschiedene Kinderlebensmittel eingekauft: Milchprodukte, Fertiggerichte, Wurst, Desserts, Getränke, Kekse und Snacks. Sie alle scheinen von ihrer Aufmachung und Werbung her besonders für Kinder geeignet zu sein.
Die Verbraucherzentrale hat in ihrer Untersuchung unter anderem die Gehalte an Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz nach den Kriterien des Ampelchecks der Verbraucherzentralen bewertet.
Der Ampelcheck ergab, dass über die Hälfte (51 %) der eingekauften Produkte zu viel Zucker, fast ein Drittel (32 %) zu viele gesättigte Fettsäuren und über ein Viertel (27 %) zu viel Fett enthalten.
Bei den „Cini Minis" von Nestlé zum Beispiel handelt es sich um ein Vollkornprodukt, das zusammen mit Milch verzehrt werden soll. „Gut und genussvoll" kann man so laut Werbeaussagen in den Tag starten. Der Haken: Der Anteil an „wertvollem Vollkorngetreide" (31 %) wird vom Zuckergehalt (32,8 %) noch übertroffen - wohl kaum ein guter Start für den Kindergarten oder die Schule.
Schon Kinder nehmen zu viele tierische Fette und gesättigte Fettsäuren auf. Den höchsten Gehalt an gesättigten Fettsäuren entdeckte die Verbraucherzentrale mit 22,5 % bei dem Kinder (Schoko-)Riegel von Ferrero. Vor allem die Schokoladenprodukte, aber auch Wurst oder Schmelzkäse haben zu hohe Gehalte.

Gesamtergebnisse der Untersuchung


11.08.2011
"Hühnersuppe" mit 0,1 Prozent Hühnerfleisch
Die auf Verpackungen groß genannte Zutat ist oft nur in mikroskopisch kleinen Mengen in Lebensmitteln enthalten. Das ergab die Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg. So fanden sich in einer „Hühnersuppe" nur 0,1 Prozent Hühnerfleisch, eine „Erdbeerschokolade" enthält nur 0,18 Prozent Erdbeeren und ein „Pfirsich Milchbrei" nur 0,8 Prozent Pfirsichsaftpulver.
Die Hamburger Verbraucherschützer haben überschlägig nachgerechnet: Nach den Rezepturen der Hersteller könnte man mit einem Suppenhuhn 5.000 Liter Hühnersuppe herstellen. Eine einzige Erdbeere würde für 100 Tafeln Erdbeerschokolade und ein Pfirsich für 40 Babybreie reichen. Während die Produktnamen ins Auge stechen, findet man die wichtigen Informationen nur in der Zutatenliste auf der Rückseite, manchmal auch verschämt in einer Ecke oder sogar im Falz versteckt. Bei der Stichprobe waren die Produktnamen im Schnitt fünf Mal so groß gedruckt wie die Zutaten im Kleingedruckten. Wenn Inhaltsstoffe durch Wort oder Bild ausgelobt werden, dann muss der Verbraucher auch auf der Vorderseite in gleicher Größe erkennen können, wie viel tatsächlich davon enthalten ist.
Hier können Sie die Testergebnisse einsehen
25.07.2011
Kennzeichnung von Nano- Lebensmitteln
Das EU-Parlament hat kürzlich beschlossen, dass ab Herbst 2014 Nano-Materialien, die in Lebensmitteln verarbeitet wurden, gekennzeichnet werden müssen. Höchste Zeit, denn diese Kleinstpartikel sind höchstwahrscheinlich nicht so harmlos, wie es scheint. Gelangen die freien Nanoteilchen erstmal über die Nahrung in den Körper, können sie sich dort im Gewebe oder in den verschiedenen Organen anreichern. Dort könnten sie dann unerwünschte Wechselwirkungen, wie Erbgutschädigungen oder Entzündungen, auslösen.
Diese Reaktionen haben Wissenschaftler in Tierversuchen beobachtet. Eindeutige wissenschaftliche Ergebnisse zur Wirkungsweise gibt es noch nicht. Hier sind unabhängige und standardisierte Untersuchungen zwingend notwendig.
Auch ist vielen Verbrauchern bis dato nicht einmal bewusst, dass Nanoteilchen in Fertigprodukten stecken können und welche Funktion diese haben. Die Hersteller sind mit diesen Informationen sehr zurückhaltend. Diese Kleinstmoleküle werden unter anderem in Lebensmitteln verarbeitet, z. B. als Rieselhilfe in Salz oder Brühe oder zur Verkapselung von Wirkstoffen in Konservierungsmitteln, Farbstoffen oder Vitaminen und sollen somit die Eigenschaften und die Qualität der Produkte verbessern. Das Einsatzgebiet könnte somit schon sehr groß sein.
Inzwischen hat der Öko- Verband Naturland die Verwendung für Nanomaterialien für Lebensmittel und Kosmetika, auch in deren Verpackungen, verboten.
Bis die gesetzliche Kennzeichnung umgesetzt wird, können Sie unter diesen beiden Links schon viele Produkte ermitteln, die mithilfe von Nanotechnologie hergestellt wurden:

Produktsuche über den BUND
Produktsuche über das Woodrow Wilson Center
07.07.2011
Vorsicht vor falscher Ampelschaltung: BDAV- Betriebsdatenarchiv will Kneipiers abzocken
Ab 2012 soll ein Schild schon beim Betreten eines Gastronomiebetriebes über die Sauberkeit in der Küche Aufschluss geben. Genaueres hierzu können Sie in unserer Meldung vom 19.05.2011 nachlesen. Monate vor der Einführung dieses Barometers tritt nun die Firma BDAV- Betriebsdatenarchiv auf den Plan, die den Betrieben die Auswahl ihrer „Gütekategorie" selbst überlässt und einen Eintrag im Internet verspricht- natürlich kostenpflichtig.
Die Verbraucherzentrale Berlin warnt vor dieser Abzocke, denn vom Wirt selbst abgegebene Bewertungen sind vollkommen absurd und parodieren das geplante System der unabhängigen Prüfung. Inhaber von Gastronomiebetrieben und Verbraucher sollten um solche Bewertungssysteme einen großen Bogen machen.
  
Der ausführliche Artikel der Verbraucherzentrale Berlin


15.06.2011
Senioren machen sich fit mit der Ampelcheckkarte
In der bundesweiten Aktion der Verbraucherzentralen „Fit im Alter" informieren sich Menschen ab 60 Jahre über gesunde Ernährung und Bewegung. Und bei der Frage, wie man Fett- und Kalorienbomben im Supermarkt entlarven kann, kommt auch hier die Ampelcheckkarte zum Einsatz. Ein Service, der dankend angenommen wird, um die verwirrenden Zahlenspiele der Industrie entschlüsseln zu können. Doch ein Manko besteht bei der Nährwertkennzeichnung trotz Checkkarte dann noch: 
Man kann sie schlecht lesen, weil die Schrift zu klein ist, die Buchstaben zu eng stehen oder auch der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund zu gering ist. Ärgern Sie sich auch bei einem bestimmten Produkt über die unleserlichen Nährwertangaben oder Zutatenlisten, dann können Sie dies gerne hier melden. Wir schreiben die Hersteller an und bitten um Verbesserung oder mahnen bei Rechtsverstößen ab. Möchten Sie mehr über „Fit im Alter" erfahren oder sich über Veranstaltungstermine bei Ihnen vor Ort informieren, dann besuchen Sie folgende Internetseite: www.fitimalter.de
02.05.2011
Es lebe die Ampel
Die Ampelkennzeichnung ist im EU- Parlament abgeblitzt. Und jetzt- müssen Sie nun gänzlich auf die farbliche und leicht verständliche Nährwertkennzeichnung verzichten? Haben es Industrie und Politik geschafft, das "Ampellicht" endgültig abzuschalten? Zum Glück nicht, denn Sie können auch weiterhin auf vielen Internetseiten die Nährwerte der Lebensmittel überprüfen.
Die passenden Apps für das Smartphone erhalten Sie über Barcoo (kostenlos), Codecheck (kostenlos), Fastfood Kalorienrechner & Nährwertampel(0,79€) oder Lebensmittelampel & Kalorienguide (1,59€). Hier können Sie direkt im Supermarkt die Produkte ampeln. Für alle ohne Smartphone gilt: einfach die Ampelcheckkarte unter Downloads runterladen, ausdrucken und mit zum Einkaufen nehmen. Weitere Informationen zur Ampel und Rechenprogramme finden Sie, außer auf dieser Seite, noch hier im Netz: Nährwertrechner, Foodwatch, AOK, Linksfraktion, Fit20, Das- Ist- Drin.
Da soll doch nochmal jemand behaupten, dass die Nährwertampel tot sei...
26.04.2011
Ausschuss für Versteckspiel
Der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) hat sich zum Entwurf einer europäischen Lebensmittelinformationsverordnung positioniert. Positiv ist, dass eine weitreichende Herkunftskennzeichnung in greifbare Nähe rückt. Aber bei der Nährwertkennzeichnung gibt es kaum Fortschritte: die Nährwerte sollen weiterhin nur auf der Rückseite versteckt stehen.
Eine Pflichtkennzeichnung der Kalorien auf der Vorderseite der Packung fand im Ausschuss keine breite Zustimmung. Schade, denn eine deutliche Kennzeichnung des Energiewertes würde dem Verbraucher eine schnelle und einfache Einschätzung des Kaloriengehalts  ermöglichen. Dies wäre wenigstens eine kleine Alternative zur Ampelkennzeichnung. Nun ist noch auf das Votum des Plenums im Juli zu hoffen.
Der gesamte Artikel des VZBV
Brief vom VZBV an ENVI- Ausschuss
14.04.2011
Autosnacks: Rote Ampel vermeiden
Egal ob Sie eine längere Urlaubsreise planen oder täglich längere Wege zur Arbeit zurücklegen müssen: Früher oder später stellt sich die Frage, welcher „Autosnack" eignet sich als Zwischenmahlzeit? Damit sie nicht auch noch essenstechnisch vor einer roten Ampel stehen, haben wir für Sie die beliebtesten Snacks unter die Lupe genommen. Unsere Ergebnisse:
Obst- und Gemüsesnacks schneiden am besten ab. Die Fettampel würde hier theoretisch immer auf grün stehen. Dicht gefolgt von den selbstgeschmierten Broten. Hier sollte mit Gemüse (Gurke, Tomate, Salat) zwischen den Brotscheiben nicht gegeizt werden. Bei den eher süßen Snacks macht es wie immer die Menge. Studentenfutter, Vollkornkekse und getrocknete Früchte können wichtige Nährstoffe liefern, sollten aber nicht in Massen verzehrt werden, da Süßigkeiten vor allem beim Zuckergehalt rot geampelt werden. Würstchen to go, Snickers oder Pringles enthalten teilweise über 500 kcal pro 100g oder bestehen zu einem Viertel aus Fett. Hier sollten Sie eher auf die Bremse treten. Des Weiteren gilt: Trinken sie genug und machen Sie Pausen zum Essen! Wollen Sie überprüfen, ob Sie im Auto gesund essen? Dann unterziehen Sie ihren persönlichen Autosnack doch dem Ampelcheck und geben sie die Daten vom Etikett  bei unserer Mitmachfunktion ein.
28.03.2011
Osterhasen vor der Ampel
In der Verbraucherzentrale sieht es österlich aus: Wir haben einen ausführlichen Ampelcheck bei ca. 80 Osterhasen, Ostereiern - von Krokant über Marzipan bis Baiser - und sonstigem Süßzeug ausgearbeitet. Unser Fazit: Da liegt so manche  Kalorienbombe - als Osterüberraschung getarnt - im Nest. Wenn sie ihre Osternaschereien „geampelt" haben möchten: Bitte die Produktangaben über die Mitmachfunktion (Menüleiste links) mailen.
Um Missverständnisse vorzubeugen: Wir haben natürlich nichts gegen Osterschleckereien, aber die Menge macht´s. Und uns ärgert wie jedes Jahr, dass die Anbieter häufig nur 1/8  Osterhasen oder ein Ei in die portionsweise Nährwertberechnung einbeziehen. Dann sehen die Naschsachen fast schon kalorienarm aus, obwohl diese „Gesundrechnerei" nicht dem tatsächlichen Energiegehalt entspricht. Überzeugen Sie sich selbst: Die Ampel steht bei Fett und Zucker fast immer auf rot. Und mehr als 500 kcal pro 100g sind bei Ostereiern keine Seltenheit!
10.03.2011
Die Fruchtillusion - wie aus Äpfeln Erdbeeren werden
Mit Fruchtabbildungen auf Verpackungen wird oft geschummelt. Da erhält eine Frucht einen „Upgrade" zu einer teureren Frucht durch Aromastoffe, da wird Fruchtmus zu Formfrüchten verarbeitet und Etiketten zeigen andere Früchte als die Zutatenlisten. Die Täuschungsmanöver der Hersteller lassen sich mit „Umfruchten" und „Formfrucht"  zusammenfassen.
Beim Umfruchten werden Früchte mit Aromastoffen in eine andere, teurere Frucht umgewandelt. Es findet also ein „Upgrade" zu einer vermeintlich hochwertigeren Frucht statt.
Ähnlich wie beim Formfleisch und Klebeschinken werden bei Formfrüchten einzelne Fruchtstücke aus Fruchtmus zusammen gefügt, mit Pflanzenextrakten gefärbt und aromatisiert.
Die große Illusion darf nicht zum Motto für das Essen der Zukunft werden. Verbrauchern kann nicht zugemutet werden, in mühevoller Kleinarbeit das Kleingedruckte in der Zutatenliste zu studieren, um die Widersprüche zwischen den Versprechungen auf der Schauseite und der tristen Wahrheit aufzulösen.
Link zu den ausführlichen Ergebnissen
10.01.2011
Ampelcheckkarte im Unterricht – neue Broschüre für Schüler
Bunte Bilder und fantasievolle Produktnamen auf Lebenmsitteletiketten lenken leicht vom Wesentlichen ab. Um im Dschungel der Einkaufsregale den Überblick zu behalten, hat der aid (Informationsdienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.) einen Unterrichtsbaustein zum Thema Lebensmittelkennzeichnung veröffentlicht. Schüler der Klassen 9- 10 lernen hier die Grundelemente der Lebensmittelkennzeichnung und die Tricks der Werbung kennen. Auch die Nährwertkennzeichnung wird thematisiert und die Frage der Fett- und Zuckergehalte wird mit Hilfe der Ampelcheckkarte geklärt.

Weitere Informationen zur Broschüre
08.12.2010
Ampel auf Rot - EU gegen verständliche Nährwertkennzeichnung
Für verpackte Lebensmittel werden in der EU erstmalig Nährwertangaben Pflicht - das ist eine gute Nachricht. Die Portionsgrößen, die häufig völlig unrealistisch waren, sind vom Tisch. Das ist die zweite gute Nachricht, denn die Nährwertangaben müssen sich auf 100g beziehen. Doch leider hat sich die EU nicht für die Ampel entschieden.
Dass die farbliche Nährwertkennzeichnung verständlicher ist und auch von den Verbrauchern gewünscht wird, schien auch den Ministerrat weniger zu  interessieren. Mit dieser Entscheidung ist die EU der Lebensmittelindustrie  entgegen gekommen. In letzter Instanz muss nun noch das Parlament diesem Entwurf der Verordnung zustimmen. Was bleibt ist ein letztes Fünkchen Hoffnung ... 

Pressemitteilung BMELV
Pressemitteilung EU
Meldung Stiftung Warentest
01.11.2010
Regulierungslücke bei Kinderwerbung schließen
„Die Aufmachung und das Marketing für ungesunde Lebensmittel muss verbindlicher reguliert werden. Zudem soll die Bundesregierung für ein Verzicht von Werbung an Kinder sorgen", so der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen Gerd Billen. 2008 wurde zwar eine Vereinbarung mit der Lebensmittelwirtschaft angekündigt, auf Werbung gegenüber Kindern unter 12 Jahren zu verzichten. Doch dieses Vorhaben wurde nur unzureichend umgesetzt.
Auch die aktuellen Verhaltensregeln des Deutschen Werberates für Lebensmittelwerbung beziehen sich lediglich auf Anzeigen, Spots, Plakate oder Online- Werbemittel.
Der ausführliche Pressemitteilung des VZBV
21.10.2010
Dick durch Fernsehwerbung
An Kinder gerichtete Werbespots für Süßwaren, Limos oder Knabberartikel wirken! Das stellte Prof. Dr. Koletzko, Leiter der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)  nach Auswertung von  über 200 Untersuchungen fest:
  • Die Verankerung bestimmter Marken und Produkte kann die Ess- und Trinkgewohnheiten schon bei 2- bis 5- Jährigen prägen.
  • Der Verzehr von kalorien- und nährstoffreichen Speisen und Getränken steigt.
  • Die TV- Werbung prägt Vorlieben und Kaufwunsch für bestimmte Speisen und Getränke schon bei 2- Jährigen.
Da Kinder erst allmählich im Alter von 11 Jahren die Reife entwickeln, sich kritisch mit Werbebotschaften auseinander zu setzen, kann die häusliche Medienerziehung durch die Eltern nicht ausreichen. Daher spricht sich die DGKJ für ein Verbot für Werbespots, die an unter 12- Jährige gerichtet sind, aus. Ganz so wie es in Schweden und Norwegen schon gerichtlich festgelegt wurde.
Der ausführliche Artikel des DGKJ

27.09.2010
Übergewicht schon Volkskrankheit?
"Es müsse dringend etwas unternommen werden, sonst verfette die Welt mit unabsehbaren Folgen für Gesundheitssystem und Industrie", so Experten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in deren neusten Studie. Denn in mindestens der Hälfte der OECD- Länder ist jeder Zweite übergewichtig oder sogar fettleibig (adipös), auch Deutschland zählt dazu.
Hält dieser Trend an, werden in zehn Jahren zwei Drittel der Personen unter Übergewicht leiden. Und das mit fatalen Folgen: Chronische Erkrankungen wie z. B. Diabetes, Bluthochdruck und Störungen des Fettstoffwechsels verkürzen die Lebenserwartung. Oft verschlechtern sich zudem noch die Jobaussichten für Übergewichtige, da ihnen von den Arbeitgebern eine geringere Produktivität zugesprochen wird.
Auch diese Studie zeigt ganz klar, dass im Kampf gegen das Übergewicht dringend Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Hier der ausfühliche Artikel
15.09.2010
Pizzen mit realistischen Portionsgrößen, aber Müsli ohne Milch?
Essen Sie jeweils nur die Hälfte einer Tiefkühlpizza? Vor gar nicht so langer Zeit haben die meisten Pizzahersteller die Nährwertangaben im Rahmen der GDA (Guideline Daily Amount) ihrer Produkte schöngerechnet, indem sie diese unrealistische Portionsgröße deklariert haben.
Doch damit ist zumindest bei Dr. Oetker und Tip jetzt Schluss. Seit kurzem gilt hier als Portionseinheit eine ganze Pizza.
Gut zu sehen ist auch die Nährwertkennzeichnung auf der Schauseite der Verpackung: Auf dem Pizzakarton sind auf dem ersten Blick nicht nur die Kalorienangaben, sondern auch die Werte für Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Natrium aufgeführt. Hier ist also kein langes Suchen nach Nährwertangaben notwendig.
Leider stellten wir bei einigen Müslis im Supermarkt fest: Die Nährwertangaben auf der Frontseite beziehen sich auf eine Portion ohne Milch. Diese unrealistische Kennzeichnung - denn wer isst sein Müsli schon ohne Milch - sollte der Vergangenheit angehören.
01.09.2010
Fruchtgummis: Verwirrspiel um den Zucker
Fruchtgummis zählen zu den beliebtesten Süßigkeiten, liefern aber gleichzeitig jede Menge Kalorien. Figurbewusste Naschkatzen sollten bei den Nährwertangaben auf Fruchtgummi-Packungen genau hinschauen. Ein flüchtiger Blick auf die enthaltene Zuckermenge kann sich als Trugschluss erweisen. Denn vor dem Gesetz gelten nur bestimmte Zuckerarten tatsächlich als Zucker.
Dazu zählen beispielsweise Haushaltszucker und Traubenzucker, chemisch ausgedrückt Saccharose und Glucose. Beide Zuckerarten sind so genannte Einfach- und Zweifachzucker. Nur
diese Kohlenhydrate fallen gemäß Nährwert-Kennzeichnungsverord­nung unter den Begriff Zucker. Doch auch die anderen Kohlenhydrate, die in süßenden Zutaten wie Glukosesirup enthalten sind, liefern Kalorien und schädigen die Zähne. Die Unterscheidung ist daher nicht nachvollziehbar, zumal Glucosesirup in Rechtsvorschriften wie der Zuckerartenverordnung sehr wohl zu den Zuckern zählen.

Um kein Opfer der verzwickten Rechtslage zu werden, sollte man Weingummi und Co. nur in Maßen zu genießen. Ein Blick auf den Brennwert hilft, den wahren Kaloriengehalt von Fruchtgummis zu erfahren.
Dieser liegt im Schnitt bei 330 Kilokalorien pro 100 Gramm.
10.08.2010
Höhere Krankenkassenbeiträge für Übergewichtige?
Nach Auffassung des Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz sollen Übergewichtige mehr Geld in das Gesundheitssystem einzahlen: „Es muss die Frage erlaubt sein, ob die immensen Kosten, die zum Beispiel durch übermäßigen Esskonsum entstehen, dauerhaft aus dem solidarischen System beglichen werden können. Bewusst ungesund lebende Menschen müssen eine eigene Verantwortung auch in finanzieller Hinsicht tragen", so Wanderwitz.
Kurz nach der Ablehnung der Ampelkennzeichnung klingt dies wie ein schlechter Scherz.  Denn wie sollen sich die Verbraucher bewusst ernähren, wenn noch nicht einmal die Nährwertkennzeichnung verständlich ist und die Hersteller von stark kalorienhaltigen Lebensmitteln die Angaben für Zucker und Fett schön rechnen können? Unser Vorschlag Herr Wanderwitz: Setzen Sie sich für die Ampel ein, damit sich abnehmwillige Konsumenten gezielt für zucker- und fettarme Produkte entscheiden können!

Der ausführliche Artikel im Handelsblatt
21.07.2010
Etiketten: Alles klar verständlich?
Auch die neuste Verbraucherstudie des SGS Institut Fresenius zum Thema Lebensmittelqualität und Verbrauchervertrauen offenbart, was auch schon von anderer Stellen belegt wurde: Viele Verbraucher sind beim Lebensmitteleinkauf verunsichert.
  • Drei Viertel aller Deutschen können nicht erkennen, welche Lebensmittel gesund sind. Speziell die Nährwertangaben und die Zutatenliste sind zu unverständlich.
  • Zudem trauen sich 71 % der Befragten nicht zu, die richtigen Produkte für Kinder auszuwählen.      
  • Jeder zweite Deutsche findet  die Angaben auf Lebensmittelverpackungen weniger oder gar nicht verständlich.        
  • 25% der Verbraucher findet es im Vergleich zu früher schwieriger, sich gesund zu ernähren.      
  • Es besteht ein grundlegendes Misstrauen der Verbraucher gegenüber Politik und Industrie: nicht einmal jeder zehnte vertraut den Aussagen der Lebensmittelhersteller und nur 5 % vertrauen Verbraucherschutz- und Gesundheitspolitikern. Im Gegensatz dazu setzen drei Viertel der Verbraucher auf die Aussagen von Verbraucherzentralen.  
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Hersteller nachbessern müssen: Mehr Transparenz schaffen, z.B. durch verständliche Etiketten.

Hier die ausführlichen Ergebnisse
30.06.2010
Der BLL erklärt uns die Guidelines Daily Amount: So „einfach“ kann Nährwertkennzeichnung sein
Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft (BLL) wertet die Ablehnung der Ampel durch das Europäische Parlament als einen Sieg der Vernunft. Die Lebensmittelindustrie setzt nach eigenen Aussagen auf sachliche und faktische Informationen, was in deren Augen die Guidelines Daily Amount (GDA) sind.
Doch diese Form der Nährwertkennzeichnung weist grobe Mängel auf, die wir schon in der Vergangenheit eingehend beschrieben haben (Nährwertmogelei der Hersteller).
Der BLL geht zudem in der Diskussion um die Nährwertangaben nie darauf ein, dass diese auch gut und schnell verständlich sein müssen. Die GDA sind jedenfalls so kompliziert, dass man damit eine komplette Unterrichtseinheit füllen kann. Wie praktisch, dass der BLL auf dessen Internetseite den Foliensatz „Nährwertinformation verstehen" mit begleitenden Begleittext für Lehrer gleich mit zur Verfügung stellt. Dieses Unterrichtsmaterial ist allerdings erst für den Einsatz ab Klasse 7 geeignet. Im Gegensatz dazu ist die Ampelkennzeichnung, die in kurzen Sätzen beschreiben ist, so leicht verständlich, dass diese jedes Kind versteht.
Prinzipiell wäre es durchaus sinnvoll, Ernährungswissen in der Schule zu vermitteln. Allerdings gäbe es hier wichtigere Schwerpunkte, als die Erläuterung der GDA.
17.06.2010
EU-Parlament lehnt die Einführung der Nährwertampel ab- Lobbyismus setzt sich gegen Verbraucherinteressen durch
Obwohl sich 70% der Bundesbürger in einer repräsentativen Umfrage für die Ampelkennzeichnung ausgesprochen haben, ignorierte das EU-Parlament in seiner gestrigen Abstimmung über die Nährwertkennzeichnung den Verbraucherwillen: Kommen soll stattdessen das von der Lebensmittelindustrie favorisierte "GDA- Modell", das in wissenschaftlichen Untersuchungen immer wieder durchfiel.
Massiver Lobbydruck-die Rede ist von 1 Milliarde Euro, den die europäische Lebensmittelindustrie im Kampf gegen die Ampelkennzeichnung ausgegeben haben soll-führte zu dieser Entscheidung. Die Verbraucherzentralen, die sich gemeinsam mit vielen anderen Organisationen für die farbliche Nährwertkennzeichnung stark gemacht haben, werden weiterhin am Ball bleiben und versuchen, dem legitimen Interesse der Verbraucher nach einer leicht verständlichen Nährwertkennzeichnung zum Durchbruch zu verhelfen.

Zum Nachlesen: einige Studien, die die bessere Verständlichkeit des Ampelmodells belegen:
14.06.2010
Europaparlament: Ampel auf Grün schalten!
Am kommenden Mittwoch, den 16. Juni 2010, wird das Europaparlament in der ersten Lesung über die Lebensmittelinformationsverordnung abstimmen. Und hier wird dann auch über die weitere Zukunft der Ampelkennzeichnug entschieden, für die sich neben vielen Verbrauchern auch ein breites Bündnis von Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen aussprechen.
Zwar wurde im März noch nicht zugunsten der Ampel entschieden, aber die jetzige Abstimmung im Plenum kann noch einiges ändern.
Die Bündnispartner (Verbraucherzentrale Bundesverband, GKV- Spitzenverband, AOK, Bundesärztekammer, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Deutsche Herzstiftung, Deutsche Adipositas- Stiftung, diabetesDE) fordern eine verständliche Nährwertkennzeichnung und kommentieren diese Forderung wie folgt:
  • AOK-Bundesverband: "Europa sollte grünes Licht geben für die Lebensmittel-Ampel. Mit der Ampel kann man unkompliziert gesünder einkaufen und braucht dazu weder eine Leselupe noch ein "‘Lebensmittel-Abitur‘ ". (Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands: "Mangelnde und unverständliche Nährwertkennzeichnungen sind mit Schuld an ernährungsbedingten Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes." (Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident)
  • Deutsche Herzstiftung e.V.: "Die Ampelkennzeichnung hilft, Lebensmittel gesundheitsbewusster auszuwählen, ungesunder Ernährung und Übergewicht entgegenzuwirken und damit sehr wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten zu reduzieren. Es geht dabei nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu erlauben oder zu verbieten. Vielmehr soll eine nutzerfreundliche Kennzeichnung die Verbraucher dazu motivieren, über ihre Ernährung nachzudenken und Lebensmittelherstellern einen Anreiz geben, die Zusammenstellung ihrer Produkte zu verbessern. Wir fordern die Ampel-Methode auch, weil sie von vielen Kindern verstanden wird - denn Übergewicht erhöht bereits in jungen Jahren das Risiko für eine gefäßschädigende Arteriosklerose." (Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Becker, Vorstandsvorsitzender)
  • Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): "Wir brauchen eine europaweit verbindliche Nährwertkennzeichnung, die auf einen Blick und ohne Taschenrechner sichtbar macht, welches Produkt wie viel Zucker, Fett oder Salz enthält. Nach einer so knappen Entscheidung im zuständigen Ausschuss appelliere ich nun an alle EU-Abgeordneten, für die Ampelkennzeichnung zu stimmen." (Gerd Billen, Vorstand)
Die Zitate sämtlicher Bündnispartner und die Pressemitteilung des vzbv können Sie hier nachlesen.

09.06.2010
Auch Wirtschaftswissenschaftler bekennen Farbe: Die Ampel erreicht die Verbraucher am besten
Die Behandlung der durch Übergewicht bedingten Krankheiten verschlingen ca. ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten in Deutschland. Somit ist also auch für Ökonomen die Frage interessant, wie eine gesundheitsbewusste Auswahl von Lebensmitteln gefördert werden kann. Eine Maßnahme ist die Nährwertkennzeichnung. Aber welches Modell soll es nun sein, Ampel oder GDA? Das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt zu diesem Fazit: Die Ampel erreicht die Verbraucher am besten und Signalfarben kennzeichnen Nährwertangaben besser als viele Zahlen.
Nach der Analyse der existierenden Studien kamen auch die Wirtschaftsforscher des DIW zum Ergebnis, dass die Argumente der Ampelkritiker (speziell der Industrie) nicht greifen. Denn es entspricht klar den Tatsachen, dass 1. mit der Ampel ein Produkt nicht insgesamt bewertet wird, sondern die einzelnen Nährstoffe, 2. bisher nicht belegt werden konnte, dass durch die farbliche Kennzeichnung eine einseitige Ernährung begünstigt wird und 3. auch von Bevormundung durch die Ampel hier keine Rede sein kann, sondern eher von einem geringen Grad der Regulierung. Denn auch mit der farblichen Kennzeichnung bleibt es dem Verbraucher freigestellt,  Lebensmittel mit roter Nährwertkennzeichnung zu kaufen oder nicht. 
Letztendlich kommen auch die Verhaltensökonomen zu dem Schluss, dass die Ampel eine hohe Signalwirkung hat und eine einfache und leicht verständliche Botschaft vermittelt. Und je einfacher eine Information gegeben wird, desto eher wird sie aufgenommen.
Überzeugende Argumente, die zu einem klaren "Ja"  für die Ampelkenzeichnung in der Abstimmung im EU- Parlament führen sollten. 
Der komplette Bericht des DIW zum Nachlesen:
01.06.2010
Portionsgrößen: Kreative Zahlenspiele auf Lebensmittelpackungen
Wer Nährwertangaben auf Lebensmittelpackungen verstehen möchte, hat es nicht immer leicht. Dies ist das Fazit des neuen Marktchecks "Portionsgrößen" der Verbraucherzentrale Bayern. So geben etliche Lebensmittelhersteller den Kalorien-, Fett- und Zuckergehalt ihrer Produkte "pro Portion" an. In einem aktuellen Check fand die Verbraucherzentrale Bayern wiederum Portionsgrößen, die mit üblichen Verzehrsgewohnheiten wenig zu tun haben.
Am Produktbeispiel Knusper-Müsli wollte die Verbraucherzentrale Bayern zudem wissen, welche Menge sich bayerische Verbraucher unter einer Portion vorstellen. In einer Stichprobe sollten 104 Verbraucher "eine Portion" aus einer neutralen Aufbewahrungsbox in eine Müslischale schütten. Die gewählte Menge wurde gewogen und mit der Herstellerangabe verglichen. Die Portionen der Verbraucher waren im Durchschnitt mit rund 92 Gramm mehr als doppelt so groß wie die vom Hersteller festgelegte Menge von 40 Gramm pro Portion.

Der Marktscheck und die Stichprobe zeigen, wie strittig der Begriff Portion ist. Eine einheitliche Bezugsgröße ist nötig, um Nährwertangaben auf verschiedenen Produkten vergleichen zu können. Die Verbraucherzentralen fordern, Nährwertangaben EU-weit künftig verpflichtend pro 100 Gramm oder Milliliter des jeweiligen Produkts anzugeben.
Zu den Ergebnissen
25.05.2010
Nährwertkennzeichnungen im Vergleich
Im Dschungel der Informationen auf den Lebensmittelverpackungen geht oft vieles unter oder ist schlichtweg unverständlich. So auch die Nährwertkennzeichnung. Wissenschaftler der Universität Jena arbeiten nun daran, die Lebensmittelkennzeichnung zu verbessern.
Insbesondere sollen die Bedürfnisse von älteren Menschen berücksichtigt werden, denn diese zunehmende Informationsflut macht es den Älteren schwer, den Überblick zu behalten.
In einem zweijährien Forschungsprojekt wollen die Wissenschaftler aus Jena vorerst die verschiedenen Nährwertkennzeichnungen vergleichen. Dazu gehört auch die Ampelkennzeichnung, die durch die farbige Bewertung der Nährstoffe schnell und gut verständlich Dickmacher enttarnt. Anschließend soll zusätzlich die Wahrnehmung der Systeme durch verschiedene Altersgruppen analysiert werden.
17.05.2010
Hier fällt die Entscheidung auch ohne Ampel leicht: Ran an heimisches Obst und Gemüse!
Der Saisonkalender der Verbraucherzentrale unterstützt Sie beim saisongerechten Einkauf von regionalen Lebensmitteln. Er zeigt auf einem Blick, wann Erdbeeren, Kopfsalat & Co. hierzulande reifen. Anhand von vier Symbolen lässt sich schell erkennen, in welchen Monaten das Obst und Gemüse draußen wächst oder aus dem Treibhaus, dem unbeheizten Folientunnel oder dem gekühlten Lager kommt.  
Die Wahl heimischer Saisonware bringt viele Vorteile für Gesundheit und Umwelt: Mehr Frische und Geschmack und meist weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als Importware. Außerdem werden Energie und Treibhausgase eingespart und so das Klima geschont. Freilandgemüse punktet zusätzlich: Es verursacht beim Anbau bis zu 30-mal weniger klimaschädliche Gase als Produkte aus beheizten Gewächshäusern.

Saisonkalender anschauen
01.04.2010
Ampelkennzeichnung für Muttermilch. Aprilscherz oder schlichte Unkenntnis?
So weit haben die Lobbyisten der Nahrungsmittelindustrie die Politiker schon beeinflusst: Die Argumente einiger Abgeordneten gegen die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln werden immer obskurer. So behauptete ein EU- Abgeordneter der Europäischen Volkspartei, dass Muttermilch aufgrund des hohen Fettgehaltes mit einer roten Ampel gekennzeichnet werden müsste.
Diese Behauptung ist völlig unsinnig und beinhaltet gleich zwei Fehler: 1. da die Muttermilch kein industrielles Produkt ist, muss sie auch nicht geampelt werden, 2. enthält Muttermilch nicht so viel Fett, dass sie eine rote Ampel erhält. Würde man sich den Spaß machen, so könnte sich die stillende Mutter für den geringen Fettgehalt der Muttermilch von durchschnittlich 4% sogar eine gelbe Kennzeichnung auf die Brust kleben. Dass sich die Lebensmittelwirtschaft mit größtenteils falschen Behauptungen gegen die Ampelkennzeichnung wehrt ist nicht neu. Wenn nun aber selbst Politiker, die die Interessen der Bevölkerung vertreten sollen, mit auf diesen Zug springen, dann gibt das doch zu Denken auf.   
Link Artikel "Ampelkennzeichnung für Muttermilch"
17.03.2010
Umweltausschuss der EU stimmt gegen Ampel
Bei der Abstimmung zur europaweiten Einführung der Ampelkennzeichnung gab es leider keine Mehrheit für die Ampel. Somit konnten die Lobbyisten der Lebensmittelindustrie vorerst ihren Willen durchsetzen. Bei der Wahl kam es zur Patt-Situation 30 Stimmen dafür, 30 Stimmen dagegen. Dies ist aber noch lange nicht das endgültige Aus für die Ampel. Zunächst muss noch das gesamte Europäische Parlament abstimmen, was im Mai passieren soll und die letztliche Entscheidung wird in einien Monaten fallen.
"Aus unserer Sicht ist das ein Rückschlag für die Verbraucher, weil es nun keine Kennzeichnung gibt, die auf den ersten Blick verständlich ist", so Clara Meynen vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.
Allerdings können die einzelnen Mitgliedstaaten den Herstellern die Ampelkennzeichnung auf freiwilliger Basis weiterhin erlauben. Dies ist eine Aufforderung an Politik und Handel, die Ampelkennzeichnung zu testen.
Positiv ist allerdings, dass für die Lebensmittelkennzeichung weitere Verbesserungen geplant sind.  Details dazu finden sie hier:
Link AK Europa

16.03.2010
Warum Produkte wie Fruchtsaft, Brot oder Olivenöl nicht geampelt werden
Entgegen der Behauptungen in der Öffentlichkeit ist es weder sinnvoll noch gewollt, Grundnahrungsmittel wie Apfelsaft zu "ampeln". Das Ziel der Nährwertampel ist es, eine schnelle Orientierung über den Gehalt an Zucker, Fett oder gesättigten Fettsäuren bei komplex zusammengesetzten Produkten wie Frühstücksflocken oder Kinderlebensmitteln zu geben. Hier bestehen die größten Schwierigkeiten, den Nährstoffgehalt richtig einzuschätzen.
Zwar können auch Grundnahrungsmittel wie Butter oder Fruchtsaft viel Zucker oder Fett enthalten, doch das ist allgemein bekannt. Außerdem enthalten diese natürlichen Lebensmittel darüber hinaus viele Stoffe, die unser Körper braucht, sodass sie in angemessener Menge einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung des Körpers leisten.
15.03.2010
Noch mehr Zuspruch für die Ampel
Die Liste der Fürsprecher der Ampelkennzeichnung wird immer länger. Nun appellieren auch die Kinderärzte aus ganz Europa an die EU-Abgeordneten, den Wünschen der Verbraucher nach einer farblichen Kennzeichnung der Lebensmittel nachzukommen. "Wir bitten Sie dringend, nicht nur die Interessen der Nahrungsmittelindustrie zu unterstützen" heißt es in einem Brief des deutschen Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte und der Vereinigung der europäischen Kinderärzte.
Zusätzlich haben über 40 Sozialversicherer in einem Positionspapier deutlich gemacht, dass die bisherige, unverständliche Nährstoffkennzeichnung das Engagement der Krankenversicherer für eine gesunde Ernährung durchkreuzt.
Link Spiegel online
Die Forderung nach der verständlichen, farblichen Kennzeichnung unterstreicht auch die neueste Umfrage der AOK: mehr als 90 Prozent aller Eltern fordern die Ampel. Es zeigt sich außerdem, dass knapp drei viertel der Befragten den Zuckergehalt diverser Softdrinks nicht einschätzen konnten. Der Vize- Präsident des AOK- Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, bringt es auf den Punkt: "Bei der Prävention von Übergewicht ist eine verbraucherfreundliche und für alle Menschen leicht verständliche Lebensittelkennzeichnung wie die Ampel unverzichtbar."
Link AOK- Bundesverband

21.02.2010
Das Ampelmännchen unterwegs
Als neuer Service bieten die Verbraucherzentralen bundesweit den Amplcheck vor Ort an. In Vorträgen oder auf öffentlichen Veranstaltungen können Sie im praktischen Beispiel mit Hilfe des Ampelmännchens verschiedene Lebensmittel als Fett- oder Zuckerbomben entlarven. Und der Aha- Effekt ist mit inbegriffen.
Haben Sie als Veranstalter Interesse an dieser Aktion, dann wenden Sie sich bitte an Ihre Verbraucherzentrale vor Ort.
13.02.2010
Vorsicht - falsche Nährwertampeln
Zur Zeit sind im Internet unterschiedliche Ampelrechner installiert - doch nicht alle rechnen richtig. Einige werden leider auch zur gezielten Meinungsmache gegen die Ampelkennzeichnung genutzt!
Ein Beispiel für falsche Informationen finden Sie auf der Webseite www.naehrwertrechner.de. Hier wird der Salzehalt eines Weißbrotes von 1.12 g/ 100 g mit gelb, der Salzgehalt eines Vollkornbrotes von 1,14 g/ 100 g mit rot bewertet. Somit erscheint das Vollkornbrot in einem schlechteren Licht als das Weißbrot. Richtig wäre es, wenn beide Brote für den Salzgehalt eine gelbe Ampel bekämen.
Richtig ist, dass es sich bei Vollkornbrot um ein sehr gesundes Nahrungsmittel handelt und die Ampel bei Fett, gesättigten Fettsäuren und Zucker auf grün stehen würde. Grundsätzlich gilt, dass bei Grundnahrungsmitteln wie Brot, Kartoffeln oder Olivenöl keine Ampel erforderlich ist, weil dieser nicht als versteckte Dickmacher gelten.
Hier zum Vergleich die Ampelkennzeichnung beider o. g. Brote:
27.01.2010
Nach zwei Jahren Ampelcheck: die Zwischenbilanz
Während das politische Tauziehen um die Ampelkennzeichnung zwischen Verbrauchervertretern, Politik und Industrie weitergeht, können wir mit der Ampelcheckaktion beachtliche Ergebnisse und Erfolge vorweisen:

  • Inzwischen haben Sie die Möglichkeit, die gut verständliche farbliche Nährwertkennzeichnung von mehr als 500 Lebensmitteln in insgesamt 15 Produktgruppen einzusehen. Neuzugang ist hier die Rubrik "Diät-Produkte". Diese vermeidlich so gesunden Speziallebensmittel werden durch die Nährwertampel oftmals als echte Kalorienbomben enttarnt.
  • Die nächste Produktgruppe bilden die sogenannten "Wellnessprodukte". Mailen Sie uns hierzu gerne weiterhin Ihre Produktwünsche.
  • Auch die Ideen für die Top 10 der Nährwert-Fallen gehen uns (leider) nicht aus, da die Industrie weiterhin fleißig neue Dickmacher-Lebensmittel auf den Markt bringt.
  • Damit Sie rund um die Ampelkennzeichnung immer auf dem Laufenden bleiben, können Sie jetzt in der linken Funktionsleiste problemlos unseren Newsletter bestellen.

25.11.2009
Wir sind Europameister! Leider im Übergewicht.
Die Folgen des Übergewichts: In Deutschland leben mittlerweile 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes, was der höchsten Rate (12%) in ganz Europa entspricht. Ein Grund dafür, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig sind, sind Ernährungsfallen, die im Supermarkt lauern: Zu fett und zu süß sind viele Produkte, die auf den ersten Blick gesund wirken. Wer vermutet schon, dass sich in einem halben Liter Fruchtbuttermilch stolze 55 Gramm Zucker verstecken oder dass eine kleine Portion Fitnessmüsli den Morgen mit 26 Gramm Zucker versüßt?
Und auch wer mit Diabetiker-Lebensmitteln Kalorien einsparen will, um die Gesundheit zu fördern oder zu unterstützen, hat die schlechtere Wahl getroffen: Diese "speziellen" Produkte sind fett, kalorienreich, teuer und schlichtweg überflüssig. Die in Kürze neu erscheinende Produktgruppe "Diabetikerlebensmittel"  auf dieser Internetseite wird Ihnen Nährstoffinformationen von Diabetikerprodukten im Ampelformat liefern und somit Klarheit verschaffen.

Den gesamten Artikel des Verbraucherzentralen Bundesverbandes können Sie hier einsehen:
Pressemitteilung des VZBV

sowie die Beispiele für versteckte Dickmacher:
29.10.2009
Studien belegen: Verbraucher wollen die Ampel
Die Ampelkennzeichnung ist für viele Verbraucher klar und verständlich und wird deshalb auch von 70 % der Bevölkerung ausdrücklich gefordert. Mehr zur Studie im untenstehenden Link. Und die Zahl der Befürworter steigt ständig, was regelmäßige Umfragen von foodwatch und die Zuschriften vieler Nutzer dieser Ampelcheckseite belegen.
Da sich die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag mit folgenden Satz gegen das Ampelsystem ausgesprochen hat: "Ein farblich unterlegtes Ampelsystem zur Nährwert-Kennzeichnung führt die Verbraucher in die Irre", entscheiden sie ausdrücklich gegen den Willen der Verbraucher und für die Interessen der Lebensmittelindustrie! Doch dieses "Nein" von Schwarz-Gelb ist noch keine eindeutige Absage, denn die entgültige Entscheidung über die Ampelkennzeichnung wird frühestens im Mai 2010 in der EU gefällt.

Hier könne Sie die genauen Ergebnisse nachlesen:
Studienergebnisse

Stellungnahme vom Foodwatch-Chef Thilo Bode zum Ampelrückzieher von Schwarz-Gelb:
Artikel im Weser Kurier

15.09.2009
Das große Schweigen - Lebensmittelhersteller geizen mit Nährwertangaben
Viele Lebensmittelhersteller geizen mit Angaben zum Zucker- und Fettgehalt auf der Verpackung. Das ergab eine bundesweite Untersuchung der Verbraucherzentralen von über 3500 Lebensmitteln von mehr als 50 Herstellern. Gerade bei zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Wurst und Süßigkeiten fehlen oft die wichtigen Nährwertangaben. 
Im August 2009 überprüften die Verbraucherzentralen Lebensmittel aus 11 Warengruppen in 17 Supermarktketten auf ihre Nährwertkennzeichnung. Fast die Hälfte der untersuchten Produkte war immer noch nicht mit der Kennzeichnung aller acht („Big-Eight") Nährwerte versehen: Energiegehalt, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium bzw. Salz. Das wäre aber eine wichtige Voraussetzung, um Dickmacher zu entlarven.

Die ausfühlichen Ergebnisse dieser bundesweiten Recherche können Sie hier einsehen:
15.04.2009
Dickmachern mit dem Handy auf die Spur kommen
Den Ampelcheck bei Fertigprodukten können Sie jetzt auch direkt im Supermarkt per Handy durchführen. Wenn Sie ein neues Modell besitzen und mit Ihrem Handy auch das Internet nutzen können, steht Ihnen folgende Internetseite zur Verfügung: www.barcoo.de. Die Nutzung ist kostenlos, Sie zahlen allerdings die Handygebühren für die Dauer des Ampelchecks.
31.03.2009
Osterhasen mit verstümmelten Ohren! Verbraucherzentrale deckt auf: Aprilscherz der Lebensmittelindustrie
Die Lebensmittelindustrie will die Verbraucher in den April schicken. Das vermutet die Verbraucherzentrale Hamburg. Ein Marktcheck der Verbraucherschützer ergab jetzt: Um die von den Herstellern empfohlenen und den Kalorienangaben zu Grunde liegenden Portionen einhalten zu können, müssen niedliche Osterhasen verstümmelt, Ostereier vor dem Naschen aus dem Nest gerissen und abgewogen oder Würstchen vor dem Aufwärmen zerschnitten werden.
"Das muß ein Aprilscherz sein. Sonst müssten wir ja annehmen, die Anbieter wollen Wurst ohne zipfeliges Ende und winzige Ostereier als Portionen empfehlen, um Dickmacher wie Lightprodukte erscheinen zu lassen", wundert sich Silke Schwartau. Ganz verwirrt stellt die Verbraucherberaterin fest: "Mal sind die Portionsangaben auf der Verpackung unrealistisch klein, mal fehlen sie ganz, mal sind sie willkürlich: So soll man je nach Anbieter Ostereier von 5, 17 oder 20 Gramm essen".
"Dabei könnte alles so einfach sein", meint Schwartau und empfiehlt eine Nährwertampel auf allen Produkten, die auf den ersten Blick zeigt, ob es sich bei den Osterartikeln um versteckte Zucker- oder Fettbomben handelt.

Die ausführlichen Ergebnisse dieses Marktchecks können Sie hier nachlesen:
02.12.2008
Eine häufig gestellte Frage zur Ampelkennzeichnung: Bedeutet eine rote Ampel, dass ich das Lebensmittel gar nicht mehr essen darf?
Nein, eine rote Ampel bedeutet, dass das jeweilige Lebensmittel einen sehr hohen Gehalt an dem genannten Inhaltsstoff, also z. B. Fett, Salz, zugesetztem Zucker oder gesättigten Fettsäuren enthält. Isst man über einen längeren Zeitraum häufig und bevorzugt Lebensmittel, die eine rote Ampel beispielsweise für Fett oder gesättigte Fettsäuren haben, so kann dies zur Entwicklung von Übergewicht und ungünstigen Blutfettwerten mit den entsprechenden Folgen für die Gesundheit führen.
Die rote Ampel heißt also eher: Dies Lebensmittel macht es schwerer, gesund zu essen. Man kann es manchmal essen- es sollte aber nicht die Grundlage für die Ernährung ausmachen. Beispiel: Müsli mit roter Ampelkennzeichnung für Zucker, Fertigpizza mit roter Ampel für Fett, Wurstwaren mit roter Kennzeichnung für gesättigte Fettsäuren oder Salz.
10.11.2008
Danone verbessert die Rezeptur für Fruchtzwerge "Fett-Ampel": aus gelb wird grün
Die Firma Danone hat die Rezeptur für Fruchtzwerge geändert, z.B. wurde der Fettgehalt, der Gehalt an gesättigten Fettsäuren und der Kohlenhydratgehalt reduziert. Die neuen Produktinformationen werden wir in Kürze einstellen. Sehr erfreulich: Die Ampel für "Fett" wird grün!
Ampelrechner
aufklappen
Lebensmittel Getränk
Fett
Gesättigte Fettsäuren
Zucker
check
Ausführliche Informationen zur Benutzung des Ampelrechners finden Sie hier.