Aktuelles zum Ampelcheck

25.11.2011
Überstunden im Supermarkt
Schnell noch etwas einkaufen. Das ist einfacher gesagt als getan, denn der Weg zum Wunsch­produkt ist weit und die Schlange an der Kasse lang. Die aktuelle Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt, dass einem auch die Lebens­mittel selbst viel Zeit rauben können. Ob Zutaten­liste oder Mindesthalt­barkeits­datum - die Suche nach den richtigen Informationen auf der Verpackung ist mühevoll.
90 Personen beteiligten sich am Test von 16 ausgewählten Produkten, wie zum Beispiel Schokoweihnachtsmännern, Lebkuchen oder Süßigkeiten.
Hier ein Auszug der Ergbnisse:
  • In 51 von 360 Fällen, das entspricht 14 Prozent, konnten die Befragten die Angaben auf dem Etikett gar nicht finden, weil sie im Falz versteckt waren, oder zu viel Text auf der Verpackung stand. Beim Überraschungsei Car Super surprise brach mehr als die Hälfte der Testpersonen die Suche erfolglos ab; der Hersteller führt die Zutaten seines Produkts in 26 Sprachen auf.
  • 49 Mal verlangten die Teilnehmer eine Lupe, um bestimmte Informationen entziffern zu können. Beim 60-Gramm-Schokoweihnachtsmann der Marke Milka war es sogar jede dritte Testperson.
  • Rechnet man hoch, dass beispielsweise Familien mehrmals pro Woche wie im Test 16 Produkte einkaufen, dann gehen ihnen durch die mühevolle Informationssuche auf Verpackungen jedes Jahr knapp 20 Stunden beim Einkauf verloren. Die schlecht gekennzeichneten Produkte sind ein zusätzlicher Zeiträuber im Supermarkt.
Zum ausführlichen Artikel der Verbraucherzentrale Hamburg
18.11.2011
Nutella- Etikett kann in die Irre führen
Die Vitamin- und Nährwertangaben sind auf dem Nutella-Glas so gestaltet, dass sie Verbraucher in die Irre führen können. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) gegen die Ferrero Deutschland GmbH. Das Unternehmen hatte den Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge bei Fett und Vitaminen anhand unterschiedlicher Grundmengen berechnet. Dadurch entstand der Eindruck, der Vitaminanteil sei besonders hoch.
Konkret war der Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge von Nährstoffen (zum Beispiel Fett und Kohlenhydrate) anhand einer Portion von 15 Gramm, der von Vitaminen dagegen im Bezug auf 100 Gramm errechnet worden. Das Ergebnis: Die Angaben für Vitamine lagen bei 30 und 78 Prozent, bei Kohlenhydraten und Fett dagegen bei 3 und 7 Prozent.  
Nach Auffassung des vzbv konnten Verbraucher daraus den Schluss ziehen, Nutella enthalte sehr wenig Fett und Kohlenhydrate, dafür aber viele gesunde Vitamine. „Tatsächlich ist der Vitaminanteil in einer Portion Nutella viel geringer als gedacht", so Vorstand Gerd Billen. Der vzbv beanstandete die Werbung daher als irreführend. Dieser Auffassung schloss sich das Oberlandesgericht in zweiter Instanz an.
Zur Internetseite des VZBV
28.10.2011
100 Tage www.lebensmittelklarheit.de
Das Verbraucherportal Lebensmittelklarheit.de ist erfolgreich gestartet. 100 Tage nach Start der Plattform ziehen die Verbraucherzentralen und das Bundesverbraucherministerium eine positive Zwischenbilanz: Bei den Verbrauchern ist das Informationsangebot auf überwältigende Resonanz gestoßen - bisher sind mehr als 3800 Produktmeldungen eingegangen. Die Lebensmittelwirtschaft, die den Start der Internetseite scharf kritisiert hatte, reagiert immer öfter durchaus konstruktiv auf die Kritik der Kunden: Die meisten Hersteller nehmen die Hinweise der Verbraucher ernst, einige haben die Aufmachung oder Kennzeichnung ihrer Produkte bereits geändert.
Am häufigsten melden Verbraucher Produkte, deren Bewerbung und Aufmachung etwas vorgaukelt, was der Inhalt nicht halten kann: Fruchtabbildungen ohne Frucht in der Zutatenliste, "Joghurt mit Macadamianüssen", der nur einem Hauch von Nuss enthält oder ein Sahnewunder mit verstecktem Alkoholanteil. Für weiteren Unmut sorgen Werbeaussagen wie "Ohne Nitritpökelsalz" oder "Ohne Geschmacksverstärker", obwohl sich Zutaten mit ähnlicher Wirkung in der Zutatenliste wiederfinden.
Ein zentrales Element des Portals ist die Darstellung von anbieterneutralen Produkten in der Rubrik "Erlaubt!". Auch wenn Anbieter sich an rechtliche Kennzeichnungsvorschriften oder Vorgaben der Lebensmittelleitsätze halten, fühlen sich Verbraucher getäuscht. Auf Unverständnis stoßen: Kalbswiener mit wenig Kalbsfleisch, Bayerischer Leberkäse ohne Leber oder niederländische Eier in deutschen Eierkartons. In der Rubrik sammelt das Portal erste Argumente, die durch Verbraucherforschung auf ihre Repräsentativität geprüft werden. Erhärtet sich dann der Verdacht einer systematisch anderen Verbrauchererwartung, wird dieses Ergebnis an die zuständige Stelle, etwa an die Lebensmittelbuch-Kommission übermittelt.
Direkt zum Internetportal Lebensmittelklarheit.de
Mehr zum Thema beim Verbraucherzentralen Bundesverband (VZBV)
19.10.2011
Noch was „Kleines“ zwischendurch?
Was die Nährwertkennzeichnung angeht, sind uns die Amerikaner schon mehrere Schritte voraus: Um der ansteigenden Fettleibigkeit der US-Bevölkerung entgegenzuwirken, hat die FDA (Food and Drug Administration) festgelegt, dass Restaurantketten (ab einer Anzahl von 20 Restaurants) zukünftig die Kalorienanzahl ihrer Standardgerichte in Speisekarten anführen müssen bzw. ihren Gästen auf Anfrage ausführliche Nährwertangaben zur Verfügung stellen können. So können die Kunden auf einem Blick erkennen, wie stark der Snack oder die kleine süße Verführung für unterwegs zu Buche schlagen.
Auch die Produktinformationen auf den Lebensmittelverpackungen in den USA sind deutlicher und verständlicher: Die Verkehrsbezeichnung und die Nettofüllmenge müssen auf der Vorderseite der Verpackung angeführt werden. Diese Angaben muss der Kunden hierzulande oft erstmal detektivisch suchen.
Außerdem will die FDA die Angabe realistischerer Portionsgrößen vorschreiben. Denn die Firmen haben bisher oft wenig sinnvolle Portionen (z. B. 6 Kartoffelchips) festgelegt und somit die Nährwertangaben schöngerechnet. Dies sind einige gute Beispiele zur verständlicheren Lebensmittelkennzeichnung, die auch bei uns Schule machen sollten.
Verbraucherinformationen der FDA
Richtlinien zur Lebensmittelkennzeichnung FDA
04.10.2011
Fettsteuer auf Lebensmittel?
Dänemark hat als erstes Land der Welt eine Steuer auf Fette in Nahrungsmitteln eingeführt. Pro Kilogramm gesättigte Fettsäuren werden nun 16 Kronen (2,15 €) fällig, was die Bevölkerung davon abhalten soll, zu viele ungesunde Fette zu essen.
Der Einsatz dieser Steuer wird in anderen Ländern noch diskutiert. Was eine solche Fettsteuer für die Kunden in Deutschland würde bedeuten, hat Dr. Silke Thiele, Dozentin des Instituts für Ernährungswirtschaft und Verbrauchslehre in Kiel, auf der Basis von 12000 Haushalten berechnet.
Ein Beispiel: Steigt der Lebensmittelpreis um 0,5 Cent pro Gramm gesättigter Fettsäuren, so würde Vollmilch um 11 Cent und fettarme Milch 5 Cent pro Liter teurer. Ob nun diese Fettsteuer in der Reduzierung von Übergewicht helfen könnte, ist sehr umstritten. Denn die Fettsteuer belastet insbesondere Geringverdiener. Eine weitere Ungerechtigkeit:  Die höheren Kosten für Fettiges müssten auch Normalgewichtige zahlen. Die Lösung: Obst, Gemüse und Getreide steuerfrei und damit billiger machen. Eine Nährwertampel auf alle Dickmacher und somit Zucker- und Fettfallen die rote Karte zeigen.
Der ausführliche Artikel des aid

09.09.2011
Schlanke Schulanfänger?
Die Gewichtsentwicklung bei Kindern, insbesondere Schulanfängern, geht zurück. Diese positiven Nachrichten haben die Ärzte die Ärzte des Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ulm nun veröffentlicht. Die Größen- und Gewichtsdaten aus dem Jahr 2008 von über 600.000 Schulanfängern aller 16 Bundesländer wurden hierfür mit den Daten aus 2004 verglichen. Ein Ergebnis war, dass der Anteil an Übergewichtigen in 14 Bundesländern um bis zu drei Prozent zurückgegangen ist. Trotzdem aber noch kein Grund zur Entwarnung:
Denn die Gesamtzahl der Übergewichtigen Kinder ist teilweise noch immer recht hoch. In Bremen und Thüringen liegt der Anteil bei knappen 12 Prozent und auch in Bayern, Brandenburg und Sachsen sind um die 8,5 Prozent der Schulanfänger übergewichtig. Und die Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit im Kindesalter bergen viele Gesundheitsgefahren, wie Bluthochdruck, Diabetes, orthopädische Leiden bis hin zu psychischen Problemen und Depressionen.
Dass die Kinder in wohlhabenden Ländern aber nicht von Jahr zu Jahr dicker werden, hat sich z. B. bereits schon in Frankreich, Dänemark und der Schweiz gezeigt.
Ausführliche Ergebnisse der Studie

05.09.2011
Kindermilch: nicht besser, aber teurer
Mehr Schutz vor irreführenden Kinderlebensmitteln fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Einer aktuellen Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zufolge bieten Kleinkindermilchgetränke keinen ernährungsphysiologischen Vorteil, bergen aber Risiken. Viele Anbieter vertreiben spezielle Kindermilcherzeugnisse, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. "Die Hersteller machen mit überflüssigen Produkten Kasse, auf Kosten von Eltern und Kindern", sagt der vzbv-Vorstand Gerd Billen und fordert eine andere Produktpolitik der Hersteller und ein Ende der Verunsicherung.
Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seiner Bewertung feststellt, können Kindermilchprodukte, wie auch andere angereicherte Lebensmittel, zu einer unkontrollierten Zufuhr von Mikronährstoffen führen. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen sind bisher nicht bekannt. Anders als die Werbung für solche Produkte suggeriert, lässt sich der versprochene gesundheitliche Nutzen, etwa für die Verringerung des Risikos von Übergewicht, nicht belegen.
Ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentralen hat ergeben, dass Kindermilchprodukte bis zu viermal teurer sind als fettreduzierte Kuhmilch. Zudem ist ein Preisvergleich zwischen Kindermilch und Kuhmilch häufig nicht möglich. Denn Kindermilch wird vielfach in Pulverform angeboten. Der vzbv fordert für diesen Fall eine Grundpreisauszeichnung, die sich auf das verzehrfertige Getränk bezieht. Dies muss in der Preisangaben- und Fertigpackungsverordnung geändert werden.

Bundesinstitut für Risikobewertung
Marktcheck der Verbraucherzentralen
Kostenfalle Kindermilch
25.08.2011
Bärchenwurst, Gespenstersuppe und Milchmäuse sind überflüssig
„Mit wertvollen Vitaminen", „mit dem Besten aus einem Glas Milch", „31 % Vollkorn" - so werben Hersteller für Lebensmittel, die sie als besonders gut für Kinder anpreisen. Bunte Sammelbilder, Comicfiguren und - ganz zeitgemäß - spezielle Internetauftritte locken die jungen Konsumenten direkt an. Die Verbraucherzentrale Bremen hat sich die Produktpalette einmal genauer angesehen und 39 verschiedene Kinderlebensmittel eingekauft: Milchprodukte, Fertiggerichte, Wurst, Desserts, Getränke, Kekse und Snacks. Sie alle scheinen von ihrer Aufmachung und Werbung her besonders für Kinder geeignet zu sein.
Die Verbraucherzentrale hat in ihrer Untersuchung unter anderem die Gehalte an Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz nach den Kriterien des Ampelchecks der Verbraucherzentralen bewertet.
Der Ampelcheck ergab, dass über die Hälfte (51 %) der eingekauften Produkte zu viel Zucker, fast ein Drittel (32 %) zu viele gesättigte Fettsäuren und über ein Viertel (27 %) zu viel Fett enthalten.
Bei den „Cini Minis" von Nestlé zum Beispiel handelt es sich um ein Vollkornprodukt, das zusammen mit Milch verzehrt werden soll. „Gut und genussvoll" kann man so laut Werbeaussagen in den Tag starten. Der Haken: Der Anteil an „wertvollem Vollkorngetreide" (31 %) wird vom Zuckergehalt (32,8 %) noch übertroffen - wohl kaum ein guter Start für den Kindergarten oder die Schule.
Schon Kinder nehmen zu viele tierische Fette und gesättigte Fettsäuren auf. Den höchsten Gehalt an gesättigten Fettsäuren entdeckte die Verbraucherzentrale mit 22,5 % bei dem Kinder (Schoko-)Riegel von Ferrero. Vor allem die Schokoladenprodukte, aber auch Wurst oder Schmelzkäse haben zu hohe Gehalte.

Gesamtergebnisse der Untersuchung
11.08.2011
"Hühnersuppe" mit 0,1 Prozent Hühnerfleisch
Die auf Verpackungen groß genannte Zutat ist oft nur in mikroskopisch kleinen Mengen in Lebensmitteln enthalten. Das ergab die Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg. So fanden sich in einer „Hühnersuppe" nur 0,1 Prozent Hühnerfleisch, eine „Erdbeerschokolade" enthält nur 0,18 Prozent Erdbeeren und ein „Pfirsich Milchbrei" nur 0,8 Prozent Pfirsichsaftpulver.
Die Hamburger Verbraucherschützer haben überschlägig nachgerechnet: Nach den Rezepturen der Hersteller könnte man mit einem Suppenhuhn 5.000 Liter Hühnersuppe herstellen. Eine einzige Erdbeere würde für 100 Tafeln Erdbeerschokolade und ein Pfirsich für 40 Babybreie reichen. Während die Produktnamen ins Auge stechen, findet man die wichtigen Informationen nur in der Zutatenliste auf der Rückseite, manchmal auch verschämt in einer Ecke oder sogar im Falz versteckt. Bei der Stichprobe waren die Produktnamen im Schnitt fünf Mal so groß gedruckt wie die Zutaten im Kleingedruckten. Wenn Inhaltsstoffe durch Wort oder Bild ausgelobt werden, dann muss der Verbraucher auch auf der Vorderseite in gleicher Größe erkennen können, wie viel tatsächlich davon enthalten ist.
Hier können Sie die Testergebnisse einsehen
27.07.2011
www.lebensmittelklarheit.de ist online
Mit dem neuen Internetportal der Verbraucherzentralen, das seit dem 20. Juli online ist, schaffen die Verbraucherzentralen eine neue Informations- und Austauschplattform über die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln. Ob Analogkäse, Klebeschinken oder die stillschweigende Einführung der ESL- Milch: Das Vertrauen der Verbraucher in die Lebensmittelbranche sei angekratzt, so Gerd Billen, der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Die neue Plattform bietet den Verbrauchern die Möglichkeit, Produkte zu melden, durch die sie sich in die Irre geführt sehen.
Das Redaktionsteam des Portals schätzt diese Fälle danach fachlich ein, die verantwortlichen Unternehmen werden kontaktiert und um Kommentar gebeten. Bei eindeutigen Rechtsverstößen werden die Fälle an die Lebensmittelüberwachung weitergeleitet. "Wir wollen Missverständnisse ausräumen, die Kommunikation zwischen Verbraucher, Wirtschaft und Politik verbessern und potentielle Quellen von Täuschung und Irreführung beseitigen", so Gerd Billen. In einem Expertenforum und in regelmäßigen Chats haben die Verbraucher die Möglichkeit, Fragen zur Kennzeichnung, Aufmachung, Qualitätserwartungen und Werbestrategien der Anbieter zu stellen. Begleitend zum Internetportal wird es zudem Marktuntersuchungen und Verbraucherbefragungen geben, um die Repräsentativität der im Internet gewonnenen Erkenntnisse zu überprüfen. Gefördert wir dieses Portal im Rahmen der Initiative „Klarheit und Wahrheit" vom Bundesverbraucherministerium. Träger des Projekts sind der Bundesverband der Verbraucherzentralen und die Verbraucherzentrale Hessen.
Hier geht es zu www.lebensmittelklarheit.de
25.07.2011
Kennzeichnung von Nano- Lebensmitteln
Das EU-Parlament hat kürzlich beschlossen, dass ab Herbst 2014 Nano-Materialien, die in Lebensmitteln verarbeitet wurden, gekennzeichnet werden müssen. Höchste Zeit, denn diese Kleinstpartikel sind höchstwahrscheinlich nicht so harmlos, wie es scheint. Gelangen die freien Nanoteilchen erstmal über die Nahrung in den Körper, können sie sich dort im Gewebe oder in den verschiedenen Organen anreichern. Dort könnten sie dann unerwünschte Wechselwirkungen, wie Erbgutschädigungen oder Entzündungen, auslösen.
Diese Reaktionen haben Wissenschaftler in Tierversuchen beobachtet. Eindeutige wissenschaftliche Ergebnisse zur Wirkungsweise gibt es noch nicht. Hier sind unabhängige und standardisierte Untersuchungen zwingend notwendig.
Auch ist vielen Verbrauchern bis dato nicht einmal bewusst, dass Nanoteilchen in Fertigprodukten stecken können und welche Funktion diese haben. Die Hersteller sind mit diesen Informationen sehr zurückhaltend. Diese Kleinstmoleküle werden unter anderem in Lebensmitteln verarbeitet, z. B. als Rieselhilfe in Salz oder Brühe oder zur Verkapselung von Wirkstoffen in Konservierungsmitteln, Farbstoffen oder Vitaminen und sollen somit die Eigenschaften und die Qualität der Produkte verbessern. Das Einsatzgebiet könnte somit schon sehr groß sein.
Inzwischen hat der Öko- Verband Naturland die Verwendung für Nanomaterialien für Lebensmittel und Kosmetika, auch in deren Verpackungen, verboten.
Bis die gesetzliche Kennzeichnung umgesetzt wird, können Sie unter diesen beiden Links schon viele Produkte ermitteln, die mithilfe von Nanotechnologie hergestellt wurden:

Produktsuche über den BUND
Produktsuche über das Woodrow Wilson Center
07.07.2011
Nährwertkennzeichnung: Wir tragen die Ampel noch nicht zu Grabe
Zucker- und Fettbomben können Verbraucher auch in Zukunft nicht auf einen Blick erkennen. Denn so hat das Europaparlament am 06. Juli 2011 leider abgestimmt: Bei der Nährwertkennzeichnung muss der Energiegehalt nicht auf die Vorderseite der Verpackung. Auch alle anderen verpflichtenden Nährwertangaben werden ab 2014 (mit zweijähriger Übergangsfrist spätestens 2016) nur klein und unscheinbar die Rückseite verzieren. Ein Armutszeugnis und ein Entgegenkommen an die Lebensmittellobby. Diese endgültige Abfuhr wollen wir nicht hinnehmen und werden unsere Produktliste weiterhin aktualisieren. Sie können auch zukünftig bei uns den Ampelcheck für alle Lebensmittel machen!
Pressemitteilung des Bundesverband der Verbraucherzentralen
Information des Europäischen Parlaments
07.07.2011
Vorsicht vor falscher Ampelschaltung: BDAV- Betriebsdatenarchiv will Kneipiers abzocken
Ab 2012 soll ein Schild schon beim Betreten eines Gastronomiebetriebes über die Sauberkeit in der Küche Aufschluss geben. Genaueres hierzu können Sie in unserer Meldung vom 19.05.2011 nachlesen. Monate vor der Einführung dieses Barometers tritt nun die Firma BDAV- Betriebsdatenarchiv auf den Plan, die den Betrieben die Auswahl ihrer „Gütekategorie" selbst überlässt und einen Eintrag im Internet verspricht- natürlich kostenpflichtig.
Die Verbraucherzentrale Berlin warnt vor dieser Abzocke, denn vom Wirt selbst abgegebene Bewertungen sind vollkommen absurd und parodieren das geplante System der unabhängigen Prüfung. Inhaber von Gastronomiebetrieben und Verbraucher sollten um solche Bewertungssysteme einen großen Bogen machen.  
Der ausführliche Artikel der Verbraucherzentrale Berlin
15.06.2011
Senioren machen sich fit mit der Ampelcheckkarte
In der bundesweiten Aktion der Verbraucherzentralen „Fit im Alter" informieren sich Menschen ab 60 Jahre über gesunde Ernährung und Bewegung. Und bei der Frage, wie man Fett- und Kalorienbomben im Supermarkt entlarven kann, kommt auch hier die Ampelcheckkarte zum Einsatz. Ein Service, der dankend angenommen wird, um die verwirrenden Zahlenspiele der Industrie entschlüsseln zu können. Doch ein Manko besteht bei der Nährwertkennzeichnung trotz Checkkarte dann noch: 
Man kann sie schlecht lesen, weil die Schrift zu klein ist, die Buchstaben zu eng stehen oder auch der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund zu gering ist. Ärgern Sie sich auch bei einem bestimmten Produkt über die unleserlichen Nährwertangaben oder Zutatenlisten, dann können Sie dies gerne hier melden. Wir schreiben die Hersteller an und bitten um Verbesserung oder mahnen bei Rechtsverstößen ab. Möchte Sie mehr über „Fit im Alter" erfahren oder sich über Veranstaltungstermine bei Ihnen vor Ort informieren, dann besuchen Sie folgende Internetseite: www.fitimalter.de
19.05.2011
Lebensmittel- Hygiene: Die Ampel kommt
Die "Restaurant- Ampel" kommt: Ein rot, gelb und grün abgestuftes System soll künftig den Umgang mit Lebensmitteln in der Gastronomie und anderen verarbeitenden Betrieben anzeigen- für alle Bundesländer verbindlich. Allerdings nicht in der Form einer Ampel oder als Smileys. Stattdessen wird ein Barometer künftig die Hygiene eines Betriebes darstellen. Diese Kennzeichnung soll nun ab 1. Januar 2012 für Gaststätten, Supermärkte, Metzgereien, Bäckereien und produzierendes Gewerbe einheitlich gelten.
Bisher wird nur auf freiwilliger Basis ausgezeichnet. Und auch nur dann, wenn die Kontrollen ohne Beanstandung waren. Die schwarzen Schafe bleiben somit also im Vorborgenen.
Neben der Hygiene wird auch die Lebensmittelkennzeichnung und die Angaben von Inhaltstoffen geprüft und fließen in die Bewertung ein.  Diese Bewertung mit Ampelfarben und Punkteangaben muss vom Unternehmen sichtbar ausgehängt werden oder-falls kein Publikumsverkehr stattfindet-auf der jeweiligen Internetseite veröffentlicht werden.
Somit können die Kunden also zukünftig eindeutig erkennen, wie es mit der Hygiene und Kennzeichnung z. B. des Lieblingsrestaurants bestellt ist. Und dass diese Informationen gewünscht werden zeigt eine Befragung der Verbraucherzentrale NRW: von 1000 Teilnehmern haben 70% für eine Kennzeichnung plädiert.
Der ausführliche Artikel der VZ NRW
02.05.2011
Es lebe die Ampel
Die Ampelkennzeichnung ist im EU- Parlament abgeblitzt. Und jetzt- müssen Sie nun gänzlich auf die farbliche und leicht verständliche Nährwertkennzeichnung verzichten? Haben es Industrie und Politik geschafft, das "Ampellicht" endgültig abzuschalten? Zum Glück nicht, denn Sie können auch weiterhin auf vielen Internetseiten die Nährwerte der Lebensmittel überprüfen.
Die Passenden Apps für das Smartphone erhalten Sie über Barcoo (kostenlos), Codecheck (kostenlos), Fastfood Kalorienrechner & Nährwertampel(0,79€) oder Lebensmittelampel & Kalorienguide (1,59€). Hier können Sie direkt im Supermarkt die Produkte ampeln. Für alle ohne Smartphone gilt: einfach die Ampelcheckkarte unter Downloads runterladen, ausdrucken und mit zum Einkaufen nehmen. Weitere Informationen zur Ampel und Rechenprogramme finden Sie, außer auf dieser Seite, noch hier im Netz: Nährwertrechner, Foodwatch, AOK, Linksfraktion, Fit20, Das- Ist- Drin.
Da soll doch nochmal jemand behaupten, dass die Nährwertampel tot sei...
26.04.2011
Ausschuss für Versteckspiel
Der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) hat sich zum Entwurf einer europäischen Lebensmittelinformationsverordnung positioniert. Positiv ist, dass eine weitreichende Herkunftskennzeichnung in greifbare Nähe rückt. Aber bei der Nährwertkennzeichnung gibt es kaum Fortschritte: die Nährwerte sollen weiterhin nur auf der Rückseite versteckt stehen.
Eine Pflichtkennzeichnung der Kalorien auf der Vorderseite der Packung fand im Ausschuss keine breite Zustimmung. Schade, denn eine deutliche Kennzeichnung des Energiewertes würde dem Verbraucher eine schnelle und einfache Einschätzung des Kaloriengehalts  ermöglichen. Dies wäre wenigstens eine kleine Alternative zur Ampelkennzeichnung. Nun ist noch auf das Votum des Plenums im Juli zu hoffen.
Der gesamte Artikel des VZBV
Brief vom VZBV an ENVI- Ausschuss
14.04.2011
Autosnacks: Rote Ampel vermeiden
Egal ob Sie eine längere Urlaubsreise planen oder täglich längere Wege zur Arbeit zurücklegen müssen: Früher oder später stellt sich die Frage, welcher „Autosnack" eignet sich als Zwischenmahlzeit? Damit sie nicht auch noch essenstechnisch vor einer roten Ampel stehen, haben wir für Sie die beliebtesten Snacks unter die Lupe genommen. Unsere Ergebnisse:
Obst- und Gemüsesnacks schneiden am besten ab. Die Fettampel würde hier theoretisch immer auf grün stehen. Dicht gefolgt von den selbstgeschmierten Broten. Hier sollte mit Gemüse (Gurke, Tomate, Salat) zwischen den Brotscheiben nicht gegeizt werden. Bei den eher süßen Snacks macht es wie immer die Menge. Studentenfutter, Vollkornkekse und getrocknete Früchte können wichtige Nährstoffe liefern, sollten aber nicht in Massen verzehrt werden, da Süßigkeiten vor allem beim Zuckergehalt rot geampelt werden. Würstchen to go, Snickers oder Pringles enthalten teilweise über 500 kcal pro 100g oder bestehen zu einem Viertel aus Fett. Hier sollten Sie eher auf die Bremse treten. Des Weiteren gilt: Trinken sie genug und machen Sie Pausen zum Essen! Wollen Sie überprüfen, ob Sie im Auto gesund essen? Dann unterziehen Sie ihren persönlichen Autosnack doch dem Ampelcheck und geben sie die Daten vom Etikett  bei unserer Mitmachfunktion ein.
28.03.2011
Osterhasen vor der Ampel
In der Verbraucherzentrale sieht es österlich aus: Wir haben einen ausführlichen Ampelcheck bei ca. 80 Osterhasen, Ostereiern - von Krokant über Marzipan bis Baiser - und sonstigem Süßzeug ausgearbeitet. Unser Fazit: Da liegt so manche  Kalorienbombe - als Osterüberraschung getarnt - im Nest. Wenn sie ihre Osternaschereien „geampelt" haben möchten: Bitte die Produktangaben über die Mitmachfunktion (Menüleiste links) mailen.
Um Missverständnisse vorzubeugen: Wir haben natürlich nichts gegen Osterschleckereien, aber die Menge macht´s. Und uns ärgert wie jedes Jahr, dass die Anbieter häufig nur 1/8  Osterhasen oder ein Ei in die portionsweise Nährwertberechnung einbeziehen. Dann sehen die Naschsachen fast schon kalorienarm aus, obwohl diese „Gesundrechnerei" nicht dem tatsächlichen Energiegehalt entspricht. Überzeugen Sie sich selbst: Die Ampel steht bei Fett und Zucker fast immer auf rot. Und mehr als 500 kcal pro 100g sind bei Ostereiern keine Seltenheit!
21.03.2011
Ampel ist in- Smiley ist out
Nicht nur auf Verpackungen im Supermarkt soll eine Kennzeichnung verpflichtend sein. Auch in der Gastronomie und in den verarbeitenden Betrieben soll der Umgang mit Lebensmitteln angezeigt und bewertet werden. Dies haben auch kürzlich 70 Prozent der Befragten in einer Forsa- Umfrage gefordert. Ob nun mit Smileys oder mit Ampelfarben gekennzeichnet werden soll ist eher zweitrangig. Denn wichtig ist in erster Linie, dass diese Bewertung informativ, transparent, leicht verständlich und für alle Betriebe verbindlich ist.
Presseinfo der Verbraucherzentrale NRW
10.03.2011
Die Fruchtillusion - wie aus Äpfeln Erdbeeren werden
Mit Fruchtabbildungen auf Verpackungen wird oft geschummelt. Da erhält eine Frucht einen „Upgrade" zu einer teureren Frucht durch Aromastoffe, da wird Fruchtmus zu Formfrüchten verarbeitet und Etiketten zeigen andere Früchte als die Zutatenlisten. Die Täuschungsmanöver der Hersteller lassen sich mit „Umfruchten" und „Formfrucht"  zusammenfassen.
Beim Umfruchten werden Früchte mit Aromastoffen in eine andere, teurere Frucht umgewandelt. Es findet also ein „Upgrade" zu einer vermeintlich hochwertigeren Frucht statt.
Ähnlich wie beim Formfleisch und Klebeschinken werden bei Formfrüchten einzelne Fruchtstücke aus Fruchtmus zusammen gefügt, mit Pflanzenextrakten gefärbt und aromatisiert.
Die große Illusion darf nicht zum Motto für das Essen der Zukunft werden. Verbrauchern kann nicht zugemutet werden, in mühevoller Kleinarbeit das Kleingedruckte in der Zutatenliste zu studieren, um die Widersprüche zwischen den Versprechungen auf der Schauseite und der tristen Wahrheit aufzulösen.
Link zu den ausführlichen Ergebnissen
22.02.2011
So ein Käse! Viele laktosefreie Spezialprodukte sind oft überflüssig und meist zu teuer
Etwa jeder siebte Deutsche leidet an einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz). Nicht zufällig wächst das Sortiment laktosefreier Spezialprodukte stetig. Deren Hersteller suggerieren
Betroffenen häufig, dass sie nur mit diesen Produkten die typischen Verdauungsbeschwerden umgehen können. Fakt ist aber, dass viele von Natur aus laktosearme Käsesorten und auch Butter häufig gut vertragen werden. Die entsprechenden laktosefreien Spezialprodukte sind daher oft überflüssig und zum Teil mehr als doppelt so teuer wie herkömmliche Vergleichsprodukte, wie eine Marktuntersuchung der Verbraucherzentrale Hessen zeigt.
Um weitere Verbrauchertäuschung zu unterbinden, fordert die Verbraucherzentrale, dass
  • im Rahmen einer obligatorischen Nährwertkennzeichnung der genaue Laktosegehalt auf dem Etikett von allen laktosehaltigen Lebensmitteln angegeben werden muss
  • und die Begriffe „laktosefrei" und „laktosearm"  endlich gesetzlich definiert werden müssen. Dabei dürfen zum Beispiel Hart- und Schnittkäse, auf die diese Begriffe ohnehin zutreffen, nicht als Spezialprodukte beworben werden. Für Klarheit kann ein Zusatz wie „auf natürliche Weise laktosefrei" sorgen.

03.02.2011
Gesünderes Essen durch verbesserte Rezepturen der Fertiglebensmittel?
Die Lebensmittelindustrie will Kalorien sparen. Das verspricht jedenfalls ein neues Projekt der Anbieter. Der Hintergrund: auch die Anbieter haben gemerkt, dass sich Europa wieder gesünder ernähren muss. Die Rezepturen sollen so geändert werden, dass die Gehalte an Energie, gesättigten Fettsäuren oder Salz insgesamt verringert werden.Die Verbraucherzentrale meint: Das ist ein gutes, überfälliges Vorhaben und besteht hoffentlich nicht nur aus leeren Sprüchen.
Der komplette Artikel der EUFIC
10.01.2011
Ampelcheckkarte im Unterricht – neue Broschüre für Schüler
Bunte Bilder und fantasievolle Produktnamen auf Lebenmsitteletiketten lenken leicht vom Wesentlichen ab. Um im Dschungel der Einkaufsregale den Überblick zu behalten, hat der aid (Informationsdienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.) einen Unterrichtsbaustein zum Thema Lebensmittelkennzeichnung veröffentlicht. Schüler der Klassen 9- 10 lernen hier die Grundelemente der Lebensmittelkennzeichnung und die Tricks der Werbung kennen. Auch die Nährwertkennzeichnung wird thematisiert und die Frage der Fett- und Zuckergehalte wird mit Hilfe der Ampelcheckkarte geklärt.

Weitere Informationen zur Broschüre
08.12.2010
Ampel auf Rot - EU gegen verständliche Nährwertkennzeichnung
Für verpackte Lebensmittel werden in der EU erstmalig Nährwertangaben Pflicht - das ist eine gute Nachricht. Die Portionsgrößen, die häufig völlig unrealistisch waren, sind vom Tisch. Das ist die zweite gute Nachricht, denn die Nährwertangaben müssen sich auf 100g beziehen. Doch leider hat sich die EU nicht für die Ampel entschieden.
Dass die farbliche Nährwertkennzeichnung verständlicher ist und auch von den Verbrauchern gewünscht wird, schien auch den Ministerrat weniger zu  interessieren. Mit dieser Entscheidung ist die EU der Lebensmittelindustrie  entgegen gekommen. In letzter Instanz muss nun noch das Parlament diesem Entwurf der Verordnung zustimmen. Was bleibt ist ein letztes letztes Fünkchen Hoffnung ... 

Pressemitteilung BMELV
Pressemitteilung EU
Meldung Stiftung Warentest
01.11.2010
Regulierungslücke bei Kinderwerbung schließen
„Die Aufmachung und das Marketing für ungesunde Lebensmittel muss verbindlicher reguliert werden. Zudem soll die Bundesregierung für ein Verzicht von Werbung an Kinder sorgen", so der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen Gerd Billen. 2008 wurde zwar eine Vereinbarung mit der Lebensmittelwirtschaft angekündigt, auf Werbung gegenüber Kindern unter 12 Jahren zu verzichten. Doch dieses Vorhaben wurde nur unzureichend umgesetzt.
Auch die aktuellen Verhaltensregeln des Deutschen Werberates für Lebensmittelwerbung beziehen sich lediglich auf Anzeigen, Spots, Plakate oder Online- Werbemittel.
Der ausführliche Pressemitteilung des VZBV
21.10.2010
Dick durch Fernsehwerbung
An Kinder gerichtete Werbespots für Süßwaren, Limos oder Knabberartikel wirken! Das stellte Prof. Dr. Koletzko, Leiter der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)  nach Auswertung von  über 200 Untersuchungen fest:
  • Die Verankerung bestimmter Marken und Produkte kann die Ess- und Trinkgewohnheiten schon bei 2- bis 5- Jährigen prägen.
  • Der Verzehr von kalorien- und nährstoffreichen Speisen und Getränken steigt.
  • Die TV- Werbung prägt Vorlieben und Kaufwunsch für bestimmte Speisen und Getränke schon bei 2- Jährigen.
Da Kinder erst allmählich im Alter von 11 Jahren die Reife entwickeln, sich kritisch mit Werbebotschaften auseinander zu setzen, kann die häusliche Medienerziehung durch die Eltern nicht ausreichen. Daher spricht sich die DGKJ für ein Verbot für Werbespots, die an unter 12- Jährige gerichtet sind, aus. Ganz so wie es in Schweden und Norwegen schon gerichtlich festgelegt wurde.
Der ausführliche Artikel des DGKJ

06.10.2010
sCALe: Neue überflüssige Nährwertkennzeichnung
Die „Arbeitsgemeinschaft Wissenschaft" der EgoFit Gesundheitsberatung GmbH wirbt zurzeit äußerst penetrant für eine neue Form der Kennzeichnung. Auf der Schauseite der Lebensmittelverpackungen sollen die Hauptnährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate farbig in einem Balken abgebildet werden: http://www.egofit.de/sCALe-Schauseite-Erklaerungen.jpg). Auf der Rückseite werden die Big 8- Nährwerte pro 100g und pro Portion angegeben: http://www.egofit.de/sCALe_Rueckseite_mit_Erklaerungen.JPG). Beim genaueren Hinsehen fallen Unstimmigkeiten auf:
Die ErgoFit Gesundheitsberatung GmbH ist ein kommerzielles Unternehmen (Partner sind Ampelgegner wie Nestle, BP usw.).

Zucker und gesättigte Fettsäuren werden nicht auf der Schauseite ausgewiesen, obwohl diese beiden Nährstoffangaben für den Kampf gegen Übergewicht und Stoffwechselstörungen am wichtigsten sind.

Stattdessen wird Eiweiß auf der Schauseite ausgewiesen. Diese Informationen braucht niemand.

Auch bei sCALe wird mit Portionsangaben gearbeitet. Doch dies ist, wie auch bei der GDA- Kennzeichnung, ein subjektives Mengenmaß.

Hier können sie gegen sCALe und GDA und im Kommentar für die Ampel stimmen: Fragebogen
27.09.2010
Übergewicht schon Volkskrankheit?
"Es müsse dringend etwas unternommen werden, sonst verfette die Welt mit unabsehbaren Folgen für Gesundheitssystem und Industrie", so Experten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in deren neusten Studie. Denn in mindestens der Hälfte der OECD- Länder ist jeder Zweite übergewichtig oder sogar fettleibig (adipös), auch Deutschland zählt dazu.
Hält dieser Trend an, werden in zehn Jahren zwei Drittel der Personen unter Übergewicht leiden. Und das mit fatalen Folgen: Chronische Erkrankungen wie z. B. Diabetes, Bluthochdruck und Störungen des Fettstoffwechsels verkürzen die Lebenserwartung. Oft verschlechtern sich zudem noch die Jobaussichten für Übergewichtige, da ihnen von den Arbeitgebern eine geringere Produktivität zugesprochen wird.
Auch diese Studie zeigt ganz klar, dass im Kampf gegen das Übergewicht dringend Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Hier der ausfühliche Artikel
15.09.2010
Pizzen mit realistischen Portionsgrößen, aber Müsli ohne Milch?
Essen Sie jeweils nur die Hälfte einer Tiefkühlpizza? Vor gar nicht so langer Zeit haben die meisten Pizzahersteller die Nährwertangaben im Rahmen der GDA (Guideline Daily Amount) ihrer Produkte schöngerechnet, indem sie diese unrealistische Portionsgröße deklariert haben.
Doch damit ist zumindest bei Dr. Oetker und Tip jetzt Schluss. Seit kurzem gilt hier als Portionseinheit eine ganze Pizza.
Gut zu sehen ist auch die Nährwertkennzeichnung auf der Schauseite der Verpackung: Auf dem Pizzakarton sind auf dem ersten Blick nicht nur die Kalorienangaben, sondern auch die Werte für Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Natrium aufgeführt. Hier ist also kein langes Suchen nach Nährwertangaben notwendig.
Leider stellten wir bei einigen Müslis im Supermarkt fest: Die Nährwertangaben auf der Frontseite beziehen sich auf eine Portion ohne Milch. Diese unrealistische Kennzeichnung - denn wer isst sein Müsli schon ohne Milch - sollte der Vergangenheit angehören.
01.09.2010
Fruchtgummis: Verwirrspiel um den Zucker
Fruchtgummis zählen zu den beliebtesten Süßigkeiten, liefern aber gleichzeitig jede Menge Kalorien. Figurbewusste Naschkatzen sollten bei den Nährwertangaben auf Fruchtgummi-Packungen genau hinschauen. Ein flüchtiger Blick auf die enthaltene Zuckermenge kann sich als Trugschluss erweisen. Denn vor dem Gesetz gelten nur bestimmte Zuckerarten tatsächlich als Zucker.
Dazu zählen beispielsweise Haushaltszucker und Traubenzucker, chemisch ausgedrückt Saccharose und Glucose. Beide Zuckerarten sind so genannte Einfach- und Zweifachzucker. Nur
diese Kohlenhydrate fallen gemäß Nährwert-Kennzeichnungsverord­nung unter den Begriff Zucker. Doch auch die anderen Kohlenhydrate, die in süßenden Zutaten wie Glukosesirup enthalten sind, liefern Kalorien und schädigen die Zähne. Die Unterscheidung ist daher nicht nachvollziehbar, zumal Glucosesirup in Rechtsvorschriften wie der Zuckerartenverordnung sehr wohl zu den Zuckern zählen.

Um kein Opfer der verzwickten Rechtslage zu werden, sollte man Weingummi und Co. nur in Maßen zu genießen. Ein Blick auf den Brennwert hilft, den wahren Kaloriengehalt von Fruchtgummis zu erfahren.
Dieser liegt im Schnitt bei 330 Kilokalorien pro 100 Gramm.
10.08.2010
Höhere Krankenkassenbeiträge für Übergewichtige?
Nach Auffassung des Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz sollen Übergewichtige mehr Geld in das Gesundheitssystem einzahlen: „Es muss die Frage erlaubt sein, ob die immensen Kosten, die zum Beispiel durch übermäßigen Esskonsum entstehen, dauerhaft aus dem solidarischen System beglichen werden können. Bewusst ungesund lebende Menschen müssen eine eigene Verantwortung auch in finanzieller Hinsicht tragen", so Wanderwitz.
Kurz nach der Ablehnung der Ampelkennzeichnung klingt dies wie ein schlechter Scherz.  Denn wie sollen sich die Verbraucher bewusst ernähren, wenn noch nicht einmal die Nährwertkennzeichnung verständlich ist und die Hersteller von stark kalorienhaltigen Lebensmitteln die Angaben für Zucker und Fett schön rechnen können? Unser Vorschlag Herr Wanderwitz: Setzen Sie sich für die Ampel ein, damit sich abnehmwillige Konsumenten gezielt für zucker- und fettarme Produkte entscheiden können!

Der ausführliche Artikel im Handelsblatt
21.07.2010
Etiketten: Alles klar verständlich?
Auch die neuste Verbraucherstudie des SGS Institut Fresenius zum Thema Lebensmittelqualität und Verbrauchervertrauen offenbart, was auch schon von anderer Stellen belegt wurde: Viele Verbraucher sind beim Lebensmitteleinkauf verunsichert.
  • Drei Viertel aller Deutschen können nicht erkennen, welche Lebensmittel gesund sind. Speziell die Nährwertangaben und die Zutatenliste sind zu unverständlich.
  • Zudem trauen sich 71 % der Befragten nicht zu, die richtigen Produkte für Kinder auszuwählen.      
  • Jeder zweite Deutsche findet  die Angaben auf Lebensmittelverpackungen weniger oder gar nicht verständlich.        
  • 25% der Verbraucher findet es im Vergleich zu früher schwieriger, sich gesund zu ernähren.      
  • Es besteht ein grundlegendes Misstrauen der Verbraucher gegenüber Politik und Industrie: nicht einmal jeder zehnte vertraut den Aussagen der Lebensmittelhersteller und nur 5 % vertrauen Verbraucherschutz- und Gesundheitspolitikern. Im Gegensatz dazu setzen drei Viertel der Verbraucher auf die Aussagen von Verbraucherzentralen.  
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Hersteller nachbessern müssen: Mehr Transparenz schaffen, z.B. durch verständliche Etiketten.

Hier die ausführlichen Ergebnisse
30.06.2010
Der BLL erklärt uns die Guidelines Daily Amount: So „einfach“ kann Nährwertkennzeichnung sein
Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft (BLL) wertet die Ablehnung der Ampel durch das Europäische Parlament als einen Sieg der Vernunft. Die Lebensmittelindustrie setzt nach eigenen Aussagen auf sachliche und faktische Informationen, was in deren Augen die Guidelines Daily Amount (GDA) sind.
Doch diese Form der Nährwertkennzeichnung weist grobe Mängel auf, die wir schon in der Vergangenheit eingehend beschrieben haben (Nährwertmogelei der Hersteller).
Der BLL geht zudem in der Diskussion um die Nährwertangaben nie darauf ein, dass diese auch gut und schnell verständlich sein müssen. Die GDA sind jedenfalls so kompliziert, dass man damit eine komplette Unterrichtseinheit füllen kann. Wie praktisch, dass der BLL auf dessen Internetseite den Foliensatz „Nährwertinformation verstehen" mit begleitenden Begleittext für Lehrer gleich mit zur Verfügung stellt. Dieses Unterrichtsmaterial ist allerdings erst für den Einsatz ab Klasse 7 geeignet. Im Gegensatz dazu ist die Ampelkennzeichnung, die in kurzen Sätzen beschreiben ist, so leicht verständlich, dass diese jedes Kind versteht.
Prinzipiell wäre es durchaus sinnvoll, Ernährungswissen in der Schule zu vermitteln. Allerdings gäbe es hier wichtigere Schwerpunkte, als die Erläuterung der GDA.
17.06.2010
EU-Parlament lehnt die Einführung der Nährwertampel ab- Lobbyismus setzt sich gegen Verbraucherinteressen durch
Obwohl sich 70% der Bundesbürger in einer repräsentativen Umfrage für die Ampelkennzeichnung ausgesprochen haben, ignorierte das EU-Parlament in seiner gestrigen Abstimmung über die Nährwertkennzeichnung den Verbraucherwillen: Kommen soll stattdessen das von der Lebensmittelindustrie favorisierte "GDA- Modell", das in wissenschaftlichen Untersuchungen immer wieder durchfiel.
Massiver Lobbydruck-die Rede ist von 1 Milliarde Euro, den die europäische Lebensmittelindustrie im Kampf gegen die Ampelkennzeichnung ausgegeben haben soll-führte zu dieser Entscheidung. Die Verbraucherzentralen, die sich gemeinsam mit vielen anderen Organisationen für die farbliche Nährwertkennzeichnung stark gemacht haben, werden weiterhin am Ball bleiben und versuchen, dem legitimen Interesse der Verbraucher nach einer leicht verständlichen Nährwertkennzeichnung zum Durchbruch zu verhelfen.

Zum Nachlesen: einige Studien, die die bessere Verständlichkeit des Ampelmodells belegen:
14.06.2010
Europaparlament: Ampel auf Grün schalten!
Am kommenden Mittwoch, den 16. Juni 2010, wird das Europaparlament in der ersten Lesung über die Lebensmittelinformationsverordnung abstimmen. Und hier wird dann auch über die weitere Zukunft der Ampelkennzeichnug entschieden, für die sich neben vielen Verbrauchern auch ein breites Bündnis von Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen aussprechen.
Zwar wurde im März noch nicht zugunsten der Ampel entschieden, aber die jetzige Abstimmung im Plenum kann noch einiges ändern.
Die Bündnispartner (Verbraucherzentrale Bundesverband, GKV- Spitzenverband, AOK, Bundesärztekammer, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Deutsche Herzstiftung, Deutsche Adipositas- Stiftung, diabetesDE) fordern eine verständliche Nährwertkennzeichnung und kommentieren diese Forderung wie folgt:
  • AOK-Bundesverband: "Europa sollte grünes Licht geben für die Lebensmittel-Ampel. Mit der Ampel kann man unkompliziert gesünder einkaufen und braucht dazu weder eine Leselupe noch ein "‘Lebensmittel-Abitur‘ ". (Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands: "Mangelnde und unverständliche Nährwertkennzeichnungen sind mit Schuld an ernährungsbedingten Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes." (Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident)
  • Deutsche Herzstiftung e.V.: "Die Ampelkennzeichnung hilft, Lebensmittel gesundheitsbewusster auszuwählen, ungesunder Ernährung und Übergewicht entgegenzuwirken und damit sehr wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten zu reduzieren. Es geht dabei nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu erlauben oder zu verbieten. Vielmehr soll eine nutzerfreundliche Kennzeichnung die Verbraucher dazu motivieren, über ihre Ernährung nachzudenken und Lebensmittelherstellern einen Anreiz geben, die Zusammenstellung ihrer Produkte zu verbessern. Wir fordern die Ampel-Methode auch, weil sie von vielen Kindern verstanden wird - denn Übergewicht erhöht bereits in jungen Jahren das Risiko für eine gefäßschädigende Arteriosklerose." (Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Becker, Vorstandsvorsitzender)
  • Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): "Wir brauchen eine europaweit verbindliche Nährwertkennzeichnung, die auf einen Blick und ohne Taschenrechner sichtbar macht, welches Produkt wie viel Zucker, Fett oder Salz enthält. Nach einer so knappen Entscheidung im zuständigen Ausschuss appelliere ich nun an alle EU-Abgeordneten, für die Ampelkennzeichnung zu stimmen." (Gerd Billen, Vorstand)
Die Zitate sämtlicher Bündnispartner und die Pressemitteilung des vzbv können Sie hier nachlesen.

09.06.2010
Auch Wirtschaftswissenschaftler bekennen Farbe: Die Ampel erreicht die Verbraucher am besten
Die Behandlung der durch Übergewicht bedingten Krankheiten verschlingen ca. ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten in Deutschland. Somit ist also auch für Ökonomen die Frage interessant, wie eine gesundheitsbewusste Auswahl von Lebensmitteln gefördert werden kann. Eine Maßnahme ist die Nährwertkennzeichnung. Aber welches Modell soll es nun sein, Ampel oder GDA? Das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt zu diesem Fazit: Die Ampel erreicht die Verbraucher am besten und Signalfarben kennzeichnen Nährwertangaben besser als viele Zahlen.
Nach der Analyse der existierenden Studien kamen auch die Wirtschaftsforscher des DIW zum Ergebnis, dass die Argumente der Ampelkritiker (speziell der Industrie) nicht greifen. Denn es entspricht klar den Tatsachen, dass 1. mit der Ampel ein Produkt nicht insgesamt bewertet wird, sondern die einzelnen Nährstoffe, 2. bisher nicht belegt werden konnte, dass durch die farbliche Kennzeichnung eine einseitige Ernährung begünstigt wird und 3. auch von Bevormundung durch die Ampel hier keine Rede sein kann, sondern eher von einem geringen Grad der Regulierung. Denn auch mit der farblichen Kennzeichnung bleibt es dem Verbraucher freigestellt,  Lebensmittel mit roter Nährwertkennzeichnung zu kaufen oder nicht. 
Letztendlich kommen auch die Verhaltensökonomen zu dem Schluss, dass die Ampel eine hohe Signalwirkung hat und eine einfache und leicht verständliche Botschaft vermittelt. Und je einfacher eine Information gegeben wird, desto eher wird sie aufgenommen.
Überzeugende Argumente, die zu einem klaren "Ja"  für die Ampelkenzeichnung in der Abstimmung im EU- Parlament führen sollten. 
Der komplette Bericht des DIW zum Nachlesen:
01.06.2010
Portionsgrößen: Kreative Zahlenspiele auf Lebensmittelpackungen
Wer Nährwertangaben auf Lebensmittelpackungen verstehen möchte, hat es nicht immer leicht. Dies ist das Fazit des neuen Marktchecks "Portionsgrößen" der Verbraucherzentrale Bayern. So geben etliche Lebensmittelhersteller den Kalorien-, Fett- und Zuckergehalt ihrer Produkte "pro Portion" an. In einem aktuellen Check fand die Verbraucherzentrale Bayern wiederum Portionsgrößen, die mit üblichen Verzehrsgewohnheiten wenig zu tun haben.
Am Produktbeispiel Knusper-Müsli wollte die Verbraucherzentrale Bayern zudem wissen, welche Menge sich bayerische Verbraucher unter einer Portion vorstellen. In einer Stichprobe sollten 104 Verbraucher "eine Portion" aus einer neutralen Aufbewahrungsbox in eine Müslischale schütten. Die gewählte Menge wurde gewogen und mit der Herstellerangabe verglichen. Die Portionen der Verbraucher waren im Durchschnitt mit rund 92 Gramm mehr als doppelt so groß wie die vom Hersteller festgelegte Menge von 40 Gramm pro Portion.

Der Marktscheck und die Stichprobe zeigen, wie strittig der Begriff Portion ist. Eine einheitliche Bezugsgröße ist nötig, um Nährwertangaben auf verschiedenen Produkten vergleichen zu können. Die Verbraucherzentralen fordern, Nährwertangaben EU-weit künftig verpflichtend pro 100 Gramm oder Milliliter des jeweiligen Produkts anzugeben.
Zu den Ergebnissen
25.05.2010
Nährwertkennzeichnungen im Vergleich
Im Dschungel der Informationen auf den Lebensmittelverpackungen geht oft vieles unter oder ist schlichtweg unverständlich. So auch die Nährwertkennzeichnung. Wissenschaftler der Universität Jena arbeiten nun daran, die Lebensmittelkennzeichnung zu verbessern.
Insbesondere sollen die Bedürfnisse von älteren Menschen berücksichtigt werden, denn diese zunehmende Informationsflut macht es den Älteren schwer, den Überblick zu behalten.
In einem zweijährien Forschungsprojekt wollen die Wissenschaftler aus Jena vorerst die verschiedenen Nährwertkennzeichnungen vergleichen. Dazu gehört auch die Ampelkennzeichnung, die durch die farbige Bewertung der Nährstoffe schnell und gut verständlich Dickmacher enttarnt. Anschließend soll zusätzlich die Wahrnehmung der Systeme durch verschiedene Altersgruppen analysiert werden.
17.05.2010
Hier fällt die Entscheidung auch ohne Ampel leicht: Ran an heimisches Obst und Gemüse!
Der Saisonkalender der Verbraucherzentrale unterstützt Sie beim saisongerechten Einkauf von regionalen Lebensmitteln. Er zeigt auf einem Blick, wann Erdbeeren, Kopfsalat & Co. hierzulande reifen. Anhand von vier Symbolen lässt sich schell erkennen, in welchen Monaten das Obst und Gemüse draußen wächst oder aus dem Treibhaus, dem unbeheizten Folientunnel oder dem gekühlten Lager kommt.  
Die Wahl heimischer Saisonware bringt viele Vorteile für Gesundheit und Umwelt: Mehr Frische und Geschmack und meist weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als Importware. Außerdem werden Energie und Treibhausgase eingespart und so das Klima geschont. Freilandgemüse punktet zusätzlich: Es verursacht beim Anbau bis zu 30-mal weniger klimaschädliche Gase als Produkte aus beheizten Gewächshäusern.

Saisonkalender anschauen
10.05.2010
Quiz im April - Die Auflösung
Auf den Verpackungen der Lebensmittel findet man viele wichtige Produktinformationen. Andere sind weniger hilfreich und sollen den Kunden zum Kauf verleiten. Wie sehr haben Sie sich von unserem Beispiel beeindrucken lassen was steckte hinter der Werbeaussage des Ketchups? Hier die Auflösung
07.05.2010
Ampelkennzeichnung gegen GDA- Die nächste Runde
Die bisherige Nährwertkennzeichnung in Form der GDA (Guideline Daily Amount) ist eher eine komplizierte Aneinanderreihung von Zahlen und Prozentwerten. Und die willkürliche Festlegung der Portionsgrößen der Produkte verwirren die Kunden mehr, als dass sie bei der Kaufentscheidung helfen.
In einer Untersuchung der Fachhochschule Münster wurden 841 Konsumenten zu ihrer Einstellung, Akzeptanz und der Nutzung von Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln befragt.
Unter anderem wurde auch getestet, wie gut die Ampelkennzeichnung verstanden wird. Nahezu 100 % der Befragten konnten mit den Ampelfarben den hohen Gehalt zweier Frühstüchscerealien korrekt einschätzen. Mit der GDA- Kennzeichnung waren dazu nur ca. 40% der Befragten dazu imstande.
Insgesamt findet nur knapp die Hälfte der Befragten die GDA- Kennzeichnung als hilfreich und ein Drittel hält diese für zu kompliziert und verwirrend. Unter diesem Gesichtspunkt ist es auch klar, warum 45 % der Studienteilnehmer der Meinung sind, dass die Nutzung der Nährwertkennzeichnung beim Einkauf zu viel Zeit kostet.
Hier würde die Ampelkennzeichnung Abhilfe schaffen, denn zwei Drittel der Befragten hält die farbliche Nährwertkennzeichnung im Vergleich zur bisherigen GDA- Kennzeichnung für hilfreicher, verständlicher und würden diese bevorzugen. 
Und das wünschen sich die Befragten: Über 80 % halten eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung bei z. B. Knabberartikeln, Fertigprodukten, Süßwaren und Softdrinks für notwendig.
Diese Runde geht also klar an die Ampelkennzeichnung.
Studienergebnisse der FH Münster
21.04.2010
Knigge für Etiketten
Auf Lebensmitteletiketten wird oft mehr versprochen als der Inhalt hergibt. Dadurch klafft zwischen den von Verbrauchern erwarteten und den tatsächlichen Inhaltsstoffen häufig eine große Lücke.
In einer Kundenbefragung der Verbraucherzentrale Hamburg wurden 25 Personen im Alter zwischen 15 und 71 Jahren 23 Etiketten verschiedener Lebensmittel vorgelegt. Das Meinungsbild der Konsumenten war eindeutig: Sie fühlten sich zumeist belogen und getäuscht, als sie erfuhren, dass die gezeigten Lebensmittel von den Herstellern gesünder und hochwertiger dargestellt wurden, als sie es tatsächlich sind. 
Die Etiketten stimmten nach Einschätzung der Verbraucherzentrale nicht mit der Realität überein. So erwies sich ein vermeintlich gesunder Fencheltee mit Honig als 94-prozentige Zuckerbombe, ein vermeintlich fruchtiger Baby-Milchbrei „Erdbeere" als Produkt mit nur 1 Prozent Erdbeerfruchtpulver und eine Brokkolisuppe mit sparsamen 3 Prozent Brokkoli als Gemisch, das diesen Namen nicht verdient.
Die ausgelobten Zutaten sind oft in verschwindend geringen Anteilen enthalten. Dafür wird mit viel Fett und Zucker aufgefüllt, so dass Lebensmittel zu Kalorienbomben werden. Mit Hilfe der Ampelkennzeichnung könnten diese Dickmacher sofort erkannt werden.

Das fordert die Verbraucherzentrale: Etiketten müssen ehrlicher werden. Verkehrsbezeichnungen  gehören auf die Schauseite, nicht versteckt auf die Seitenkante. Nur was wirklich drin ist, darf auf dem Etikett abgebildet werden - in den tatsächlichen Mengen. Und auch die Nährwertampel gehört auf die Frontseite dieser Kalorienfallen.
01.04.2010
Ampelkennzeichnung für Muttermilch. Aprilscherz oder schlichte Unkenntnis?
So weit haben die Lobbyisten der Nahrungsmittelindustrie die Politiker schon beeinflusst: Die Argumente einiger Abgeordneten gegen die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln werden immer obskurer. So behauptete ein EU- Abgeordneter der Europäischen Volkspartei, dass Muttermilch aufgrund des hohen Fettgehaltes mit einer roten Ampel gekennzeichnet werden müsste.
Diese Behauptung ist völlig unsinnig und beinhaltet gleich zwei Fehler: 1. da die Muttermilch kein industrielles Produkt ist, muss sie auch nicht geampelt werden, 2. enthält Muttermilch nicht so viel Fett, dass sie eine rote Ampel erhält. Würde man sich den Spaß machen, so könnte sich die stillende Mutter für den geringen Fettgehalt der Muttermilch von durchschnittlich 4% sogar eine gelbe Kennzeichnung auf die Brust kleben. Dass sich die Lebensmittelwirtschaft mit größtenteils falschen Behauptungen gegen die Ampelkennzeichnung wehrt ist nicht neu. Wenn nun aber selbst Politiker, die die Interessen der Bevölkerung vertreten sollen, mit auf diesen Zug springen, dann gibt das doch zu Denken auf.   
Link Artikel "Ampelkennzeichnung für Muttermilch"
17.03.2010
Umweltausschuss der EU stimmt gegen Ampel
Bei der Abstimmung zur europaweiten Einführung der Ampelkennzeichnung gab es leider keine Mehrheit für die Ampel. Somit konnten die Lobbyisten der Lebensmittelindustrie vorerst ihren Willen durchsetzen. Bei der Wahl kam es zur Patt-Situation 30 Stimmen dafür, 30 Stimmen dagegen. Dies ist aber noch lange nicht das endgültige Aus für die Ampel. Zunächst muss noch das gesamte Europäische Parlament abstimmen, was im Mai passieren soll und die letztliche Entscheidung wird in einien Monaten fallen.
"Aus unserer Sicht ist das ein Rückschlag für die Verbraucher, weil es nun keine Kennzeichnung gibt, die auf den ersten Blick verständlich ist", so Clara Meynen vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.
Allerdings können die einzelnen Mitgliedstaaten den Herstellern die Ampelkennzeichnung auf freiwilliger Basis weiterhin erlauben. Dies ist eine Aufforderung an Politik und Handel, die Ampelkennzeichnung zu testen.
Positiv ist allerdings, dass für die Lebensmittelkennzeichung weitere Verbesserungen geplant sind.  Details dazu finden sie hier:
Link AK Europa

16.03.2010
Warum Produkte wie Fruchtsaft, Brot oder Olivenöl nicht geampelt werden
Entgegen der Behauptungen in der Öffentlichkeit ist es weder sinnvoll noch gewollt, Grundnahrungsmittel wie Apfelsaft zu "ampeln". Das Ziel der Nährwertampel ist es, eine schnelle Orientierung über den Gehalt an Zucker, Fett oder gesättigten Fettsäuren bei komplex zusammengesetzten Produkten wie Frühstücksflocken oder Kinderlebensmitteln zu geben. Hier bestehen die größten Schwierigkeiten, den Nährstoffgehalt richtig einzuschätzen.
Zwar können auch Grundnahrungsmittel wie Butter oder Fruchtsaft viel Zucker oder Fett enthalten, doch das ist allgemein bekannt. Außerdem enthalten diese natürlichen Lebensmittel darüber hinaus viele Stoffe, die unser Körper braucht, sodass sie in angemessener Menge einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung des Körpers leisten.
15.03.2010
Noch mehr Zuspruch für die Ampel
Die Liste der Fürsprecher der Ampelkennzeichnung wird immer länger. Nun appellieren auch die Kinderärzte aus ganz Europa an die EU-Abgeordneten, den Wünschen der Verbraucher nach einer farblichen Kennzeichnung der Lebensmittel nachzukommen. "Wir bitten Sie dringend, nicht nur die Interessen der Nahrungsmittelindustrie zu unterstützen" heißt es in einem Brief des deutschen Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte und der Vereinigung der europäischen Kinderärzte.
Zusätzlich haben über 40 Sozialversicherer in einem Positionspapier deutlich gemacht, dass die bisherige, unverständliche Nährstoffkennzeichnung das Engagement der Krankenversicherer für eine gesunde Ernährung durchkreuzt.
Link Spiegel online
Die Forderung nach der verständlichen, farblichen Kennzeichnung unterstreicht auch die neueste Umfrage der AOK: mehr als 90 Prozent aller Eltern fordern die Ampel. Es zeigt sich außerdem, dass knapp drei viertel der Befragten den Zuckergehalt diverser Softdrinks nicht einschätzen konnten. Der Vize- Präsident des AOK- Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, bringt es auf den Punkt: "Bei der Prävention von Übergewicht ist eine verbraucherfreundliche und für alle Menschen leicht verständliche Lebensittelkennzeichnung wie die Ampel unverzichtbar."
Link AOK- Bundesverband

02.03.2010
Appell an die EU- Abgeordneten: Für die Ampel stimmen!
Jetzt wird es ernst: Mitte März stimmt das EU-Parlament über die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln ab. Die Industrie hat mit großem finanziellen Aufwand und unsachlichen Informationen gezielte Lobbyarbeit gegen die farbliche Nährwertkennzeichnung betrieben. Bisher schien es so, dass sich die Industrie mit dem irreführenden GDA-System durchsetzen würde. Die Ampelkennzeichnung auf freiwilliger Basis soll sogar verboten werden.
Um dies abzuwenden, haben der Bundesverband der Verbraucherzentralen, Krankenkassen, Ärzteverbände und weitere Gesundheitsorganisationen einen Brief an die deutschen EU-Abgeordneten verschickt. In erschreckenden Zahlen wird darin beschrieben, wie stark  sich zu viel Fett und zu viel Zucker im Essen inzwischen auf unsere Gesundheit ausgewirkt haben: 2/3 der Männer und jede zweite Frau in Deutschland ist übergewichtig. Auch bei Kindern und Jugentlichen sieht es nicht besser aus: Der Anteil adipöser Kinder hat sich im Vergleich zu früheren Untersuchungen verdoppelt.
Deshalb ist es für die Verbraucher umso wichtiger, Kalorienbomben im Supermarkt einfach und schnell enttarnen zu können. Aus Sicht der Verbraucherzenralen sind dies überzeugende Fakten, die die Verantwortlichen im EU- Parlament von der Notwendigkeit der farblichen Ampelkennzeichnung überzeugen müssen. Wenn diese verbindliche Nährwertkennzeichnung auch nicht EU-weit eingeführt werden kann, dann aber wenigstens auf nationaler Ebene.

Den Brief des Ampelbündnisses an die EU- Abgeordneten können Sie hier nachlesen:
Brief an die EU- Abgeordneten
21.02.2010
Das Ampelmännchen unterwegs
Als neuer Service bieten die Verbraucherzentralen bundesweit den Amplcheck vor Ort an. In Vorträgen oder auf öffentlichen Veranstaltungen können Sie im praktischen Beispiel mit Hilfe des Ampelmännchens verschiedene Lebensmittel als Fett- oder Zuckerbomben entlarven. Und der Aha- Effekt ist mit inbegriffen.
Haben Sie als Veranstalter Interesse an dieser Aktion, dann wenden Sie sich bitte an Ihre Verbraucherzentrale vor Ort.
13.02.2010
Vorsicht - falsche Nährwertampeln
Zur Zeit sind im Internet unterschiedliche Ampelrechner installiert - doch nicht alle rechnen richtig. Einige werden leider auch zur gezielten Meinungsmache gegen die Ampelkennzeichnung genutzt!
Ein Beispiel für falsche Informationen finden Sie auf der Webseite www.naehrwertrechner.de. Hier wird der Salzehalt eines Weißbrotes von 1.12 g/ 100 g mit gelb, der Salzgehalt eines Vollkornbrotes von 1,14 g/ 100 g mit rot bewertet. Somit erscheint das Vollkornbrot in einem schlechteren Licht als das Weißbrot. Richtig wäre es, wenn beide Brote für den Salzgehalt eine gelbe Ampel bekämen.
Richtig ist, dass es sich bei Vollkornbrot um ein sehr gesundes Nahrungsmittel handelt und die Ampel bei Fett, gesättigten Fettsäuren und Zucker auf grün stehen würde. Grundsätzlich gilt, dass bei Grundnahrungsmitteln wie Brot, Kartoffeln oder Olivenöl keine Ampel erforderlich ist, weil dieser nicht als versteckte Dickmacher gelten.
Hier zum Vergleich die Ampelkennzeichnung beider o. g. Brote:
27.01.2010
Nach zwei Jahren Ampelcheck: die Zwischenbilanz
Während das politische Tauziehen um die Ampelkennzeichnung zwischen Verbrauchervertretern, Politik und Industrie weitergeht, können wir mit der Ampelcheckaktion beachtliche Ergebnisse und Erfolge vorweisen:

  • Inzwischen haben Sie die Möglichkeit, die gut verständliche farbliche Nährwertkennzeichnung von mehr als 500 Lebensmitteln in insgesamt 15 Produktgruppen einzusehen. Neuzugang ist hier die Rubrik "Diät-Produkte". Diese vermeidlich so gesunden Speziallebensmittel werden durch die Nährwertampel oftmals als echte Kalorienbomben enttarnt.
  • Die nächste Produktgruppe bilden die sogenannten "Wellnessprodukte". Mailen Sie uns hierzu gerne weiterhin Ihre Produktwünsche.
  • Auch die Ideen für die Top 10 der Nährwert-Fallen gehen uns (leider) nicht aus, da die Industrie weiterhin fleißig neue Dickmacher-Lebensmittel auf den Markt bringt.
  • Damit Sie rund um die Ampelkennzeichnung immer auf dem Laufenden bleiben, können Sie jetzt in der linken Funktionsleiste problemlos unseren Newsletter bestellen.

25.11.2009
Wir sind Europameister! Leider im Übergewicht.
Die Folgen des Übergewichts: In Deutschland leben mittlerweile 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes, was der höchsten Rate (12%) in ganz Europa entspricht. Ein Grund dafür, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig sind, sind Ernährungsfallen, die im Supermarkt lauern: Zu fett und zu süß sind viele Produkte, die auf den ersten Blick gesund wirken. Wer vermutet schon, dass sich in einem halben Liter Fruchtbuttermilch stolze 55 Gramm Zucker verstecken oder dass eine kleine Portion Fitnessmüsli den Morgen mit 26 Gramm Zucker versüßt?
Und auch wer mit Diabetiker-Lebensmitteln Kalorien einsparen will, um die Gesundheit zu fördern oder zu unterstützen, hat die schlechtere Wahl getroffen: Diese "speziellen" Produkte sind fett, kalorienreich, teuer und schlichtweg überflüssig. Die in Kürze neu erscheinende Produktgruppe "Diabetikerlebensmittel"  auf dieser Internetseite wird Ihnen Nährstoffinformationen von Diabetikerprodukten im Ampelformat liefern und somit Klarheit verschaffen.

Den gesamten Artikel des Verbraucherzentralen Bundesverbandes können Sie hier einsehen:
Pressemitteilung des VZBV

sowie die Beispiele für versteckte Dickmacher:
12.11.2009
Abschied vom Diät- Weihnachtsmann?
Zu Weihnachten wird Diabetikern mit teuren und fettreichen "Diät"-Süßwaren das Geld aus der Tasche gezogen. Sie enthalten bis zu 41 % mehr Fett und 10 % mehr Kalorien als Vergleichsprodukte und sind deutlich teurer. Das ergab eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg. Mit der Ampelkennzeichnung würde dem Kunden dieser Schwindel sofort ins Auge fallen. Doch bisher müssen die Verbraucher noch immer umständlich die Nährwerte der willkürlich festgelegten Portion der Hersteller miteinander vergleichen.
Wissenschaft und Fachgesellschaften weisen schon lange darauf hin, dass spezielle Diabetikerlebensmittel nicht mehr erforderlich sind. Das Weihnachtsgeschäft wollen die Hersteller offenbar noch mitnehmen und weiter an den Diabetikern verdienen.
Die Verbraucherzentrale begrüßt daher die geplante ersatzlose Streichung der überholten Vorgaben für Diabetiker-Lebensmittel in der Diätverordnung.
05.11.2009
Lebensmittelindustrie kämpft weiter gegen die Ampel
Mit einem polemischen Flyer "Absurde Lebensmittelampel - Verbrauchertäuschung durch sinnlose Farbenbeispiele" soll die Presse davon überzeugt werden, dass eine Ampel auf Bananen, Brötchen oder Olivenöl in die Irre führen würde (www.bll.de). "Grün, Gelb, Rot- Stop" fordern die Lobbyisten und verschweigen dabei, dass niemand eine Ampel auf Bananen oder Olivenöl wünscht. Dazu die folgende aktuelle Stellungnahme von Clara Meynen (Verbraucherzentrale Bundesverband):
29.10.2009
Studien belegen: Verbraucher wollen die Ampel
Die Ampelkennzeichnung ist für viele Verbraucher klar und verständlich und wird deshalb auch von 70 % der Bevölkerung ausdrücklich gefordert. Mehr zur Studie im untenstehenden Link. Und die Zahl der Befürworter steigt ständig, was regelmäßige Umfragen von foodwatch und die Zuschriften vieler Nutzer dieser Ampelcheckseite belegen.
Da sich die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag mit folgenden Satz gegen das Ampelsystem ausgesprochen hat: "Ein farblich unterlegtes Ampelsystem zur Nährwert-Kennzeichnung führt die Verbraucher in die Irre", entscheiden sie ausdrücklich gegen den Willen der Verbraucher und für die Interessen der Lebensmittelindustrie! Doch dieses "Nein" von Schwarz-Gelb ist noch keine eindeutige Absage, denn die entgültige Entscheidung über die Ampelkennzeichnung wird frühestens im Mai 2010 in der EU gefällt.

Hier könne Sie die genauen Ergebnisse nachlesen:
Studienergebnisse

Stellungnahme vom Foodwatch-Chef Thilo Bode zum Ampelrückzieher von Schwarz-Gelb:
Artikel im Weser Kurier

28.09.2009
Ampel findet auch Zuspruch bei vielen Bundestagskandidaten
In einem Kanditaten-Check des Internetportals abgeordnetenwatch.de haben die 2196 Bewerber für den neuen Bundestag Stellung zur Nährwertampel bezogen. Das Ergebnis fiel überraschend eindeutig und positiv aus: 71% der Kandidaten/innen sind für die Einführung der Ampel-Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen. Unter den Befürwortern findet man auch viele hochrangige Politiker. Mehr zu den ausführlichen Umfrageergebnissen und den Antworten der einzelnen Kandidaten finden Sie hier:
Politikerumfrage
15.09.2009
Das große Schweigen - Lebensmittelhersteller geizen mit Nährwertangaben
Viele Lebensmittelhersteller geizen mit Angaben zum Zucker- und Fettgehalt auf der Verpackung. Das ergab eine bundesweite Untersuchung der Verbraucherzentralen von über 3500 Lebensmitteln von mehr als 50 Herstellern. Gerade bei zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Wurst und Süßigkeiten fehlen oft die wichtigen Nährwertangaben. 
Im August 2009 überprüften die Verbraucherzentralen Lebensmittel aus 11 Warengruppen in 17 Supermarktketten auf ihre Nährwertkennzeichnung. Fast die Hälfte der untersuchten Produkte war immer noch nicht mit der Kennzeichnung aller acht („Big-Eight") Nährwerte versehen: Energiegehalt, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium bzw. Salz. Das wäre aber eine wichtige Voraussetzung, um Dickmacher zu entlarven.

Die ausfühlichen Ergebnisse dieser bundesweiten Recherche können Sie hier einsehen:
03.06.2009
Durchbruch bei der Ampelkennzeichnung: Erster Hersteller
Die Firma Frosta macht einen großen Schritt nach vorn und wird zukünftig Fertiggerichte mit der Nährwertampel versehen. Ein großer Gewinn für alle Verbraucher: Sie können zukünftig die Nährwerte auf den ersten Blick erkennen. Diese erfreuliche Botschaft wurde heute bei einer Pressekonferenz des Verbraucherzentrale Bundesverbandes in Berlin verkündet. Alle Verbraucherzentralen begrüßen diese Neuerung und hoffen, dass weitere Anbieter diesem positiven Beispiel folgen werden.
Mehr dazu unter www.vzbv.de oder auf dieser Webseite unter der Rubrik Downloads. Dort finden Sie auch zusätzlich aktuelle Stellungnahmen verschiedener Parteien und Bundestagsabgeordneten.
15.04.2009
Dickmachern mit dem Handy auf die Spur kommen
Den Ampelcheck bei Fertigprodukten können Sie jetzt auch direkt im Supermarkt per Handy durchführen. Wenn Sie ein neues Modell besitzen und mit Ihrem Handy auch das Internet nutzen können, steht Ihnen folgende Internetseite zur Verfügung: www.barcoo.de. Die Nutzung ist kostenlos, Sie zahlen allerdings die Handygebühren für die Dauer des Ampelchecks.
31.03.2009
Osterhasen mit verstümmelten Ohren! Verbraucherzentrale deckt auf: Aprilscherz der Lebensmittelindustrie
Die Lebensmittelindustrie will die Verbraucher in den April schicken. Das vermutet die Verbraucherzentrale Hamburg. Ein Marktcheck der Verbraucherschützer ergab jetzt: Um die von den Herstellern empfohlenen und den Kalorienangaben zu Grunde liegenden Portionen einhalten zu können, müssen niedliche Osterhasen verstümmelt, Ostereier vor dem Naschen aus dem Nest gerissen und abgewogen oder Würstchen vor dem Aufwärmen zerschnitten werden.
"Das muß ein Aprilscherz sein. Sonst müssten wir ja annehmen, die Anbieter wollen Wurst ohne zipfeliges Ende und winzige Ostereier als Portionen empfehlen, um Dickmacher wie Lightprodukte erscheinen zu lassen", wundert sich Silke Schwartau. Ganz verwirrt stellt die Verbraucherberaterin fest: "Mal sind die Portionsangaben auf der Verpackung unrealistisch klein, mal fehlen sie ganz, mal sind sie willkürlich: So soll man je nach Anbieter Ostereier von 5, 17 oder 20 Gramm essen".
"Dabei könnte alles so einfach sein", meint Schwartau und empfiehlt eine Nährwertampel auf allen Produkten, die auf den ersten Blick zeigt, ob es sich bei den Osterartikeln um versteckte Zucker- oder Fettbomben handelt.

Die ausführlichen Ergebnisse dieses Marktchecks können Sie hier nachlesen:
02.12.2008
Eine häufig gestellte Frage zur Ampelkennzeichnung: Bedeutet eine rote Ampel, dass ich das Lebensmittel gar nicht mehr essen darf?
Nein, eine rote Ampel bedeutet, dass das jeweilige Lebensmittel einen sehr hohen Gehalt an dem genannten Inhaltsstoff, also z. B. Fett, Salz, zugesetztem Zucker oder gesättigten Fettsäuren enthält. Isst man über einen längeren Zeitraum häufig und bevorzugt Lebensmittel, die eine rote Ampel beispielsweise für Fett oder gesättigte Fettsäuren haben, so kann dies zur Entwicklung von Übergewicht und ungünstigen Blutfettwerten mit den entsprechenden Folgen für die Gesundheit führen.
Die rote Ampel heißt also eher: Dies Lebensmittel macht es schwerer, gesund zu essen. Man kann es manchmal essen- es sollte aber nicht die Grundlage für die Ernährung ausmachen. Beispiel: Müsli mit roter Ampelkennzeichnung für Zucker, Fertigpizza mit roter Ampel für Fett, Wurstwaren mit roter Kennzeichnung für gesättigte Fettsäuren oder Salz.
10.11.2008
Danone verbessert die Rezeptur für Fruchtzwerge "Fett-Ampel": aus gelb wird grün
Die Firma Danone hat die Rezeptur für Fruchtzwerge geändert, z.B. wurde der Fettgehalt, der Gehalt an gesättigten Fettsäuren und der Kohlenhydratgehalt reduziert. Die neuen Produktinformationen werden wir in Kürze einstellen. Sehr erfreulich: Die Ampel für "Fett" wird grün!
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